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Fluorit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Fluorit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: fluorite/fluorspar | französisch: fluorine



Fluorit
Fluorite

Der Name Fluorit wird vom Lateinischen fluere abgeleitet und bezieht sich auf den niedrigen Schmelzpunkt des Minerals, d.h. die Temperatur, bei der Fluorit flüssig wird.



Eigenschaften von Fluorit

Fluorit ist ein Vertreter der Klasse der Halide mit der chemischen Zusammensetzung CaF2.
Die Farbe von Fluorit ist sehr variabel: grün, weiß, gelb, rot, blau, violett, rosa, schwarz oder farblos, oft sind mehrere Farben in Form von Bänderungen oder Flecken in einem Exemplar vereinigt. Die zahlreichen Farbgebungen von Fluorit werden sowohl mit Fehlern im Kristallgitterbau oder Beimengungen von Eisen, Thallium, Chrom, Mangan oder Yttrium erklärt.
Die Farbe von Fluorit lässt sich mittels Röntgen- oder UV-Strahlung verändern. Die Strichfarbe des Minerals ist stets weiß.
Fluorit kristallisiert dem kubischen Kristallsystem folgend, die Kristalle sind oktaedrisch oder würfelartig und neigen häufig zur Zwillingsbildung. Die Aggregate sind massig, kompakt oder körnig.
Fluorit bricht muschelig-spröde, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen und folgt dem Oktaeder. Das Mineral ist von glasartigem Glanz und weist eine durchsichtige bis durchscheinende Transparenz auf. Die Mohshärte von Fluorit beträgt 4, die Dichte wird mit 3,1 bis 3,2 g/cm3 angegeben.



Fluorit
Fluorit im Detail

Entstehung und Verbreitung von Fluorit

Fluorit entsteht aus sauren, fluidreichen Restschmelzen während der Bildung magmatischer Gesteine. Der vorrangige Ort der Entstehung von Fluoriten sind unterschiedlich temperierte, hydrothermale Gänge oder Gesteinsklüfte, in denen das Mineral auskristallisieren kann. Mitunter entsteht Fluorit auch sedimentär.
Die Vorkommen von Fluorit können mit zahlreichen Mineralien vergesellschaftet sein, darunter Coelestin, Turmalin, Baryt, Topas, Apatit, Quarz, Calcit, Dolomit, Galenit, Pyrit, Siderit, Zinkblende oder Chalkopyrit.
Fluorit ist ein häufig vorkommendes Mineral; zu finden unter anderem in Grönland; Skandinavien; auf den Britischen Inseln; in Frankreich; Belgien; Erzgebirge, Wölsendorf, Fichtelgebirge, Eifel, Sauerland, Oden- und Schwarzwald/Deutschland; Schweiz; Österreich; Spanien; Italien; Polen; Tschechien; Slowakei; Ungarn; Ukraine; Rumänien; Mazedonien; Griechenland; Marokko; Tansania; Namibia; Südafrika; Madagaskar; Kasachstan; Iran; Kirgistan; Pakistan; Afghanistan; Indien; China; Japan; Nordkorea; Australien; Argentinien; Bolivien; Brasilien; Mexiko sowie in den USA.



Fluorit
Fluorit

Verwendung und Bedeutung von Fluorit

Fluorit wird neben der Verarbeitung als Fluss- und Trübungsmittel in der Herstellung von Glas auch in der Metallurgie und Keramikindustrie genutzt. Fluorit ist der Ausgangsstoff für die Herstellung von Flusssäure. Aus Fluoriten werden außerdem synthetische Kryolithe gefertigt.
Das Mineral ist auch ein begehrtes Sammelobjekt. Aus den nur in Derbyshire/England vorkommenden blauen Fluoriten (Blue John) wurden sogar Vasen hergestellt.
Als Stein für Schmuck ist Fluorit weniger von Bedeutung. Das Mineral ist zu weich und neigt zum Splittern. Fluorit, der dennoch zu Anhängern verarbeitet wird oder in Ohrringe, Ketten, Ringe oder Armreifen eingefasst wird, wird mit Harzen oder Kunststoffen versiegelt, um das Mineral robuster zu machen.



Nachweis von Fluorit

Fluorit ist das Mineral, bei dem der deutsch-österreichische Geologe Friedrich Mohs im Jahr 1843 erstmals fluoreszierende Effekte feststellen konnte. Die Fluoreszenz ist besonders stark ausgeprägt und erscheint in violett und blau.
Pleochroismus ist nicht vorhanden.
Wird Fluorit angeschlagen, wird der Geruch von elementarem Fluor freigesetzt, was dem Mineral auch den Namen Stinkspat einbrachte.
Daneben löst sich Fluorit in Schwefelsäure auf.



Sonstiges

Aufgrund der Farbvielfalt ist Fluorit den Mineralen Amethyst, Kunzit, Smaragd und Apatit sehr ähnlich.
Die Bezeichnung Flussspat ist ein Synonym für das Mineral Fluorit.



Siehe auch:
Die Bestimmung der Härte von Mineralen
Der Fluorit von Annaberg-Buchholz
Handelsnamen von Mineralen und Edelsteinen




Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - fluorite

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 27. August 2017



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