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Eis Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Eis - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: ice | französisch: glace


Eis
Eis

Der Name Eis wird vom altgermanischen Wort Isaz abgeleitet und bezeichnet gefrorenes Wasser.


Eigenschaften von Eis

Eis ist der feste Aggregatzustand von Wasser: H2O und damit ein von der International Mineralogical Association (IMA) seit 1997 anerkanntes Mineral der Klasse der Oxide.
Demnach erfüllt Eis alle Kriterien, um als Mineral zu gelten: einheitliche, stoffliche Zusammensetzung, anorganischen Ursprungs und kristalline Struktur. Wasser hingegen erfüllt diese Voraussetzungen nicht.
Eis kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem. Eiskristalle zeigen zumeist die Form sechsstrahliger Sterne, aber in unterschiedlichen Variationen. Die Kristalle können auch tafelförmig, prismatisch, nadelförmig, plättchenartig, federartig oder dendritisch wie bei Eisblumen sein. Entscheidend für die Gestalt von Eiskristallen ist die Bildungstemperatur. Eissterne entstehen zum Beispiel bei – 12 bis – 16 °C, Plättchen, prismatische Kristalle und Eisnadel werden bei vergleichsweise höheren Temperaturen gebildet. Die Aggregate von Eis treten als kompakte Massen, bspw. als Eisschollen oder Gletscher, auf.
Reines Eis ist farblos bzw. weiß, kann aber auch bläulich oder grünlich erscheinen. Grund dafür sind im Eis eingeschlossene Luftbläschen und deren Lichtbrechung. Während weißes Eis auf viele Luftbläschen schließen lässt, sind kompakte „luftleere“ Eismassen bläulich. Auch Algen oder im Eis eingelagertes Gletschermehl können die Grundfarbe beeinflussen. Die Strichfarbe ist ebenso weiß.
Eis ist von durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz und weist Glasglanz auf. Der Bruch von Eis ist muschelig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Mit einer Mohshärte von 1,5 wird Eis zu den weichen Mineralen, vergleichbar mit Talk, gezählt. Zudem ist Eis von sehr geringem spezifischem Gewicht, welches mit 0,9167 angegeben wird.


Eis

Entstehung und Verbreitung von Eis

Eis entsteht, wenn flüssiges Wasser gefriert. Bedingung für die Bildung von Eiskristallen ist neben Temperaturen unterhalb von 0 °C, Gefrierpunkt, Kristallisationskeimen auch Wasser, das gefrieren kann. Dabei ist es gleich, ob es sich um Luftfeuchtigkeit, Wasser aus Seen, Meeren, Flüssen oder Wasser in Wolken handelt. Als Kristallisationskeime, d.h. Partikel, an denen sich gefrierendes Wasser anlagern und wachsen kann, kommen sowohl Wassertröpfchen in Wolken, Staub oder Aschepartikel bspw. nach Vulkanausbrüchen in Frage.
Eis ist weltweit häufig verbreitet, vor allem am Nord- und Südpol, aber auch in Gegenden des Dauer- oder Permafrosts, im Hochgebirge sowie in den Wintermonaten in einigen Ländern der Erde.


Eis

Bedeutung und Verwendung von Eis

Eis wird und wurde in der Vergangenheit als Kühlmaterial eingesetzt. Heute noch sind erhaltene Eiskeller Zeugnis dessen, wie die Kühlung und Lagerung von Lebensmitteln aussah, bevor Kühlschränke in Haushalten Einzug hielten. Dafür wurden mächtige Eismassen zu Blöcken verarbeitet, die im Eiskeller für kühlschrankähnliche Temperaturen sorgten.
Mitunter dient Eis für Bildhauer als Rohstoff für vergängliche Skulpturen, sofern die Umgebungsbedingungen nicht eisverträglich sind. Anders gestaltet sich die Situation bei den Inuit, die aus Eisblöcken ihre Iglus bauen.
In der Wissenschaft ist Eis für Informationen über die klimatologische Vergangenheit von Bedeutung. Durch die im Eis, gleich einem Archiv, eingeschlossenen gasgefüllten Bläschen können über die Gewinnung von Eisbohrkernen Rückschlüsse über die Zusammensetzung der Atmosphärengase der paläoklimatischer Epochen gezogen werden.


Nachweis von Eis

Wird Eis auf Temperaturen von über 0 °C erhitzt, schmilzt dieses. Verwechslungen mit ähnlich aussehenden, klaren Mineralen wie Kryolith, Bergkristall oder Selenit (Marienglas) können ausgeschlossen werden, indem Eis in eine mit Wasser gefüllte Schüssel gelegt wird. Der geringen Dichte von Eis wegen schwimmt dieses, wobei lediglich 10 % über Wasser und 90 % unterhalb der Wasseroberfläche befindlich sind. Die anderen, erwähnten Minerale sind von wesentlich höherem spezifischem Gewicht und sinken auf den Grund der Schale.


Siehe auch:
Gletscherschrammen
Gletschermilch
Fjorde


Quellen:
- Malberg, H. (2006): Meteorologie und Klimatologie. Eine Einführung. Springer Verlag*
- www.handbookofmineralogy.org
- www.mindat.org

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Letzte Aktualisierung: 10. September 2018

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