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Coelestin Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Coelestin - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: celestine | französisch: célestine


Coelestin
Coelestin

Der Name Coelestin geht auf die himmelblaue Farbe des Minerals zurück, auch wenn Coelestin in anderen Farben auftreten kann (lat. caelestis – himmlisch). Erstmals entdeckt wurde Coelestin im Jahr 1781 auf Sizilien. Der deutsche Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817) war es, der 1798 dem Mineral den Namen Coelestin verlieh.
Ein Jahr zuvor, 1797, wurde das Mineral zum ersten Mal analysiert, wobei der deutsche Chemiker Martin Heinrich Klaproth (1743 bis 1817) in Coelestin das Element Strontium nachweisen konnte. Angelehnt an die Strontiumgehalte des Minerals nannte Klaproth das Mineral Strontiumerde.


Eigenschaften von Coelestin

Coelestin ist ein Sulfatmineral mit der chemischen Zusammensetzung SrSO4.
Die Farbe von Coelestin kann neben blau auch farblos, weiß, gelb, rot, grün oder braun sein, wobei die Farbe von reinem Coelestin farblos ist und die anderen Farben das Resultat von Gitterbaufehlern im Kristall sind. Die Strichfarbe ist in allen Fällen weiß.
Das strontiumhaltige Sulfatmineral kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und bildet tafelige, prismatische und kurzsäulige Kristalle.
Der Bruch von Coelestin ist muschelig-uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Coelestin weist einen glasartigen Glanz auf, auf Spaltflächen erscheint der Glanz perlmuttartig. Die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Coelestin ist ein weiches Mineral, dessen Mohshärte 3 bis 3,5 beträgt bei einer Dichte 3,96 bis 4 g/cm3.


Coelestin
Coelestin

Entstehung und Verbreitung von Coelestin

Coelestin entsteht vorwiegend hydrothermal in Gängen und Hohlräumen magmatischer Gesteine, kann aber auch aus der Eindunstung von gesättigten Lösungen hervorgehen, ist deshalb auch in Salzlagerstätten und Klüften zu anzutreffen.
Dabei werden die Vorkommen beispielsweise von folgenden Mineralien begleitet: Schwefel, Aragonit, Selenit, Dolomit, Calcit, Pyrit und Quarz sein.
Bedeutende Vorkommen von Coelestin befinden sich unter anderem in Grönland; Irland; England; Lettland; Belgien; Lemgo, Eisleben, Staßfurt, Jena, Nordhausen, Giershagen, Obergembeck, Ettringen, Oberwolfach, Kaiserstuhl und Fischbach am Inn/Deutschland; Hüttenberg (Kärnten), Lamming (Steiermark), Leogang (Salzburg)/Österreich; Polen; Bristol/England; Granada/Spanien; Ancona, Agrigento (Sizilien)/Italien; Turkestan; Halbinsel Kola und Archangelsk/Russland; Madagaskar; Tunesien; Kongo; Namibia; Südafrika; Iran; Afghanistan; Kasachstan; China; Australien; Argentinien; Bolivien; Mexiko und in den USA.


Coelestin
Coelestin

Verwendung und Bedeutung von Coelestin

Coelestin dient vor allem der Gewinnung von Strontium, wird aber auch in der Pyrotechnik eingesetzt, da das Mineral erhitzt aufleuchtet.


Nachweis von Coelestin

Coelestin ist in Schwefelsäure löslich. In der Flamme schmilzt das Mineral zu weißen Kugeln zusammen. Coelestin weist eine Thermolumineszenz auf, indem das Mineral bei Erwärmung rot zu glühen beginnt.


Sonstiges

Aufgrund der Farbe und Form der Kristalle kann Coelestin mit Calcit, Gips, Kryolith und Baryt verwechselt werden.


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Siehe auch:
Industrieminerale
Steine und Minerale selber suchen
Kristallwasser


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
- www.mindat.org - celestine

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Letzte Aktualisierung: 20. August 2018

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