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Chrysokoll Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Chrysokoll - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: chrysocolla | französisch: chrysocolle



Chrysokoll
Türkisfarbener Chrysokoll

Der Name Chrysokoll stammt aus dem Griechischen (chrysos – Gold, kolla – Leim) und verweist auf die frühere Verwendung des Minerals, verflüssigt Goldschmuck wie Leim miteinander zu verbinden.



Eigenschaften von Chrysokoll

Chrysokoll ist ein Silikatmineral mit der chemischen Zusammensetzung Cu4H4[(OH)8|Si4O10] · n H2O.
Die Farbe von Chrysokoll ist blau, türkis, grünblau oder grün. Teilweise kann Chrysokoll auch von bräunlicher oder schwarzer Färbung sein, was auf Unreinheiten im Mineral zurückzuführen ist. Die Strichfarbe von Chrysokoll ist hellgrün.
Chrysokoll kristallisiert dem orthorhombischen Kristallsystem folgend. Die Kristalle sind von geringer Größe und die Aggregate treten als derbe, traubige oder erdige Massen, alternativ auch in Form von Krusten oder stalaktitisch ausgeprägt.
Chrysokoll weist einen muscheligen Bruch auf, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Der Glanz von Chrysokoll ist glas- bis wachsartig, kann aber auch erdig-matt sein. Die Transparenz des kristallwasserhaltigen Kupferminerals ist durchscheinend bis undurchsichtig. Die Mohshärte von Chrysokoll schwankt abhängig von eventuellen Beimengungen anderer Minerale zwischen 2 und 4. Die Dichte beträgt 2,0 bis 2,4 g/cm3.



Chrysokoll
Grüner Chrysokoll

Entstehung und Verbreitung von Chrysokoll

Chrysokoll entsteht in den Oxidationszonen von Kupferlagerstätten. Zunächst liegt das Mineral als Gel bestehend aus Kupfer, Wasser und Siliciumdioxid vor, bevor es als Sekundärmineral auskristallisiert und erhärtet.
Nennenswerte Vorkommen von Chrysolith befinden sich u.a. in Hagendorf, Halsbach (Bayern), Ilmenau, Saalfeld (Thüringen), Schwarzwald/Deutschland; Steiermark/Österreich; Italien; Cornwall/England; Ural, Karpinsk, Kolywan/Russland; Katanga/Zaire; Sambia; Namibia; Kongo; Eilat/Israel; Mexiko und Arizona, Kalifornien, Nevada/USA.
Die Funde des Minerals sind u.a. mit Quarz, Shattuckit, Azurit, Variscit, Smithsonit, Limonit, Malachit, Dioptas, Cuprit, Hemimorphit, Türkis und Cerussit vergesellschaftet.


Eilatstein, Chrysokollquarz und Azulita

Chrysokoll bildet häufig Mineralgemenge, bei denen das Mineral mit anderen Mineralien zu einem Aggregat verwachsen sind. Zu den bekanntesten Mineralgemengen mit Chrysokoll zählen Eilatstein, Chrysokollquarz und Azulita.


Sonora Sunrise

Unter dem Handelsnamen Sonora Sunrise - gelegentlich auch Sonora Sunset - wird ein Mineralgemenge verkauft, das neben Brochantit aus den Kupfermineralien Chrysokoll, Cuprit und Tenorit besteht.
Sonora Sunrise wird in einer Mine, die im mexikanischen Teil der gleichnamigen Sonora-Wüste gelegen ist, abgebaut und vorranig zu Schmuck verarbeitet.


Verwendung und Bedeutung von Chrysokoll

Chrysokoll wird mitunter als bedeutendes Kupfermineral abgebaut.
Zu Schmuck verarbeiteter Chrysokoll wird aufgrund der geringen Härte und Empfindlichkeit vorab mit Harzen oder Wachsen versiegelt wird, um dem Mineral mehr Robustheit zu verleihen.
Daneben wird Chrysokoll als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Chrysokoll in klinischen Studien bestätigt werden konnte.



Nachweis von Chrysokoll

Chrysokoll fluoresziert nicht, zeigt aber einen schwach ausgebildeten Pleochroismus. Chrysokoll wird weiterhin in Salzsäure angelöst.



Sonstiges

Aufgrund der ähnlichen Farbe kann Chrysokoll neben Türkis auch mit Aurichalcit, Variscit und Larimar verwechselt werden.
Synonyme, unter denen Chrysokoll ebenfalls bekannt ist, sind Chrysokolla, Berggrün, Kupfergrün, Kupferkiesel und Kieselkupfer - angelehnt an die Farbe und Zusammensetzung von Chrysokoll.


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Siehe auch:
Grüne Diamanten
Schlacke
Türkis-Imitationen und Fälschungen



Quellen:
Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine: alle alle Arten und Varietäten; 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- http://www.mindat.org - chrysocolla

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Letzte Aktualisierung: 6. März 2019

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