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Blauer Granat Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Blauer Granat - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: blue garnet


Namensgebend für Blaue Granate ist die Farbe des Minerals; wohingegen der aus dem Lateinischen stammende Name Granat auf die körnige Form der Kristalle hinweist.


Eigenschaften von Blauen Granaten

Blaue Granate gehören zur Gruppe der Granate, die unter anderem auch durch die Mineralien Almandin, Spessartin, Grossular, Pyrop und Uwarowit repäsentiert wird. Übergeordnet handelt es sich bei Blauen Granaten um Silikatminerale.
Blaue Granate sind unter allen bekannten Granaten eine Besonderheit. Es ist nicht nur die ungewöhnliche Farbe innerhalb der Granatfamilie, sondern auch, dass Blaue Granate Mischkristalle sind, die sowohl Merkmale von Pyrop und Spessartin aufweisen.
Die Farbe von Blauen Granaten ist blau, wobei das Blau deutlich grün- oder graustichig ist. Die Ursache für die Farbe von Blauen Granaten ist im Kristallgitter eingelagertes Vanadium(III)-Oxid (V2O3).
Dieselbe chemische Verbindung findet sich auch im Kristallgitter von Farbwechselgranaten wieder, die ebenfalls von blauer Farbe sein können. Dass das Blau vom Blauen Granat beständig ist und sich nicht mit Änderung der Lichtquelle verändert, wird mit den Gehalten an Vanadium(III)-Oxid im Mineral erklärt. Übersteigt der Gehalt an Vanadium(III)-Oxid den Wert von 2,3 Vol-% im Kristall, ist die Farbe permanent. Bei Werten unterhalb von 1,5 Vol-% spricht man von farbwechselnden Granaten mit eindeutiger Änderung der Farbe im Tageslicht und unter Kunstlicht. Die Strichfarbe von Blauen Granaten ist wie bei allen anderen Granaten auch weiß.
Blaue Granate kristallisieren dem kubischen Kristallsystem folgend und bilden Kristalle aus, die sich von anderen Granatkristallen optisch unterscheiden. In der Grundform sind die Kristalle des Blauen Granats kugelig; gleichzeitig allerdings mit abgeflachten, geometrischen Kristallflächen versehen – vergleichbar mit einer Wabenstruktur, wobei die mehr oder weniger regelmäßig ausgeprägten Waben einander berühren.
Blaue Granate zeichnen sich durch einen glasartigen bis fettigen Glanz bei durchsichtiger, durchscheinender oder undurchsichtiger Transparenz aus. Der Bruch von Blauen Granaten ist muschelig bis spröde, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Blaue Granate zählen mit einer Mohshärte von 6,5 bis 7,5 zu den harten Mineralien, deren Dichte 3,4 bis 4,5 g/cm3 beträgt.


Entstehung und Verbreitung von Blauen Granaten

Die Entdeckung des ersten Blauen Granats reicht noch gar nicht so weit in die Vergangenheit zurück. Im Jahr 1998 wurde in Bekily im Süden Madagaskars erstmals ein blauer Granat gefunden.
Weitere Vorkommen des Minerals mit metamorphen Ursprungs sind selten und befinden sich in Russland, Tansania und Kenia sowie vereinzelt in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Blauen Granaten

Der Blaue Granat ist eine Seltenheit, dessen Wert durch die außergewöhnliche Farbe innerhalb der Granatfamilie zusätzlich gesteigert wird – entsprechend hoch ist der Preis von Blauen Granaten, insbesondere im direkten Vergleich mit anderen Granatmineralien. Neben der Verwendung als Mineral in Sammlungen werden Blaue Granate zu Schmucksteinen verarbeitet; vor allem Facettenschliffe finden beim Blauen Granat Anwendung, welche die feinen Nuancen der Farbe von Blauen Granaten betonen.


Siehe auch:
- Seltene Mineralien
- Almandin und Magnetit unterscheiden
- Handelsnamen von Mineralien


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org/min-1651.html
- Karl Schmetzer und Heinz-Jürgen Bernhardt: Garnets from Madagaskar with a color change of blue-green to purple. In: Gems & Gemology.

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Letzte Aktualisierung: 4. Juni 2018

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