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Biotit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Biotit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: biotite | französisch: biotite


Biotit
Biotit

Das Mineral Biotit wurde nach Jean-Baptiste Biot (1774 bis 1862) benannt. Der französische Physiker entdeckte als erster, dass es Unterschiede zwischen den Mineralien der Glimmergruppe gibt.


Eigenschaften von Biotit

Biotit zählt mit der chemischen Zusammensetzung K(Mg,Fe)3AlSi3O10(OH,F)2 zur Mineralklasse der Silikate.
Innerhalb der Silikatminerale wird Biotit der Glimmergruppe zugeordnet und stellt ein Mischkristall, bestehend aus Annit und Phlogopit, dar. Aus diesem Grund wurde Biotit 1999 auch der Status als eigenständiges Mineral von der International Mineralogical Association (IMA) aberkannt.
Hinsichtlich den verschiedenen Glimmern wird zwischen hellen, aluminiumreichen und dunklen, magnesium- und eisenreichen Varianten unterschieden. Biotit ist das Paradebeispiel für einen Dunkelglimmer, Muskovit steht häufig exemplarisch als Vertreter für die Hellglimmer. Die Farbe von Biotit ist dunkelgrau, schwarz, dunkelbraun oder –grün, stets wie für Glimmerminerale typisch schimmernd. Die Strichfarbe ist weiß.
Das Silikat kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, bildet tafelige, hexagonale Kristalle aus.
Der Bruch von Biotit ist uneben, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen. Die entsprechenden Spaltblättchen zeichnen sich durch eine besonders hohe Elastizität aus. Das Mineral zeigt Glasglanz, auf Spaltflächen auch Perlmuttglanz, die Transparenz kann durchsichtig, durchscheinend bis undurchsichtig sein. Biotit zählt mit einer Härte von 2,5 bis 3 zu den weicheren Mineralen, die Dichte beträgt 2,7 bis 3,4 g/cm³.


Biotit
Dunkelglimmer Biotit

Entstehung und Verbreitung von Biotit

Biotit ist ein Mineral magmatischen und metamorphen Ursprungs und kristallisiert bei Temperaturen um 700 °C aus.
Als Gemengteil ist Biotit Bestandteil vieler vorwiegend magmatischer und metamorpher Gesteine, wie z.B. Gneis, Granit, Foidolith, Migmatit, Granodiorit, Gabbro und Glimmerschiefer. Sedimentgesteine enthalten nur in Ausnahmefällen Biotit, insofern das Mineral nicht sehr verwitterungsbeständig ist.
Biotit ist der am häufigsten verbreitete Vertreter der Glimmergruppe.
Bedeutende Vorkommen von Biotit wurden u.a. in Grönland; Norwegen; Schweden; Schottland; England; Frankreich; Erzgebirge, Oberpfälzer Wald, Spessart, Schwarzwald, Siebengebirge, Eifel/Deutschland; Binntal, Galenstock, Castione/Schweiz; Hohe Tauern, Saalfelden, Leoben, Fischerbacher Alpen, Burgenland, Waldvierteil/Österreich; Portugal; Spanien; Italien; Tschechien; Slowakei; Rumänien; Bulgarien; Griechenland; Türkei; Marokko; Mali; Äthiopien; Nigeria; südliches Afrika; SO-Asien; Australien und Neuseeland; Süd-, Mittel- und Nordamerika belegt.


Verwendung von Biotit

Biotit ist von keinerlei wirtschaftlicher Bedeutung, in Sammlungen hat das Mineral einen hohen Stellenwert. Auch für Geologen ist Biotit von Interesse, da Biotit ein Leitmineral der Metamorphose ist, anhand dessen Rückschlüsse auf den Grad der Gesteinsumwandlung gezogen werden können. In Metamorphiten enthaltener Biotit deutet auf hohe Druck- und Temperaturverhältnisse hin.


Nachweis von Biotit

Biotit fluoresziert nicht, zeigt aber braunen, rot- bis gelbbraunen Pleochroismus. Der dunkle Glimmer löst sich in konzentrierter Salzsäure auf.


Siehe auch:
Biotit und Muskovit unterscheiden
Katzensilber
Inhaltsstoff Glimmer alias Mica in Kosmetik


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org/min-677.html
- www.handbookofmineralogy.org/pdfs/biotite.pdf

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Letzte Aktualisierung: 5. September 2017



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