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Beryll Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Beryll - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: beryl | französisch: béryl


Beryll
Blauer Beryll

Der Name Beryll stammt ursprünglich aus dem Altgriechischen (béryllos) und wurde mit klarer Kristall übersetzt. Ab dem Mittelalter kam dem Wort Beryll eine neue Bedeutung zu, insofern der Begriff Beryll alle klaren Kristalle zusammenfasste, und später in das Wort Brille überging.



Eigenschaften von Beryll

Berylle sind Silikatmineralien mit der Zusammensetzung Be3Al2(SiO3)6/Aluminium-Beryllium-Silikat. Berylle bilden innerhalb der Silikate eine eigenständige Gruppe von Mineralien bildet: die Beryll-Gruppe, repräsentiert durch Goldberyll/Heliodor, Smaragd, Aquamarin, Morganit, Goshenit und Bixbit/Roter Beryll.
Die verschiedenen Beryll-Varietäten weisen unterschiedliche Farben auf – grün, hellblau, rosa, farblos, gelbgrün, goldgelb und rot. Die Strichfarbe, d.h. die Farbe, die entsteht, wenn ein Mineral über eine unglasierte Porzellantafel gerieben wird, ist in allen Fällen weiß.
Berylle kristallisieren im hexagonalen Kristallsystem; die Kristalle sind prismatisch, tafelig und langsäulig und zeigen häufig parallel verlaufende, hellere Längsstreifen. Beryll-Kristalle sind häufig sehr lang; so misst der längste Beryll 18 m in der Länge. Die Aggregate des Minerals sind massig, körnig, und stängelig. Verzwillingte Kristalle sind selten.
Das Mineral bricht muschelig, die Spaltbarkeit ist unvollkommen. Der Glanz von Beryll ist glasartig, die Transparenz ist durchsichtig bis undurchsichtig. Die Mohshärte von Beryll beträgt 7,5 bis 8, die Dichte schwankt zwischen 2,6 und 2,9 g/cm3.



Beryll
Beryll

Entstehung und Verbreitung von Beryll

Beryll wird sowohl in magmatischen, sauren Gesteinen als auch in hydrothermalen Gängen gebildet. Die Kristalle sind mitunter von beachtlicher Größe, da das Mineral aufgrund der geringen Größe des Beryllium-Atoms im Zuge vorhergehender Kristallisationsvorgänge der silikatischen Ausgangsschmelze nicht in andere Silikate eingebaut werden konnte und erst in der Restschmelze Zeit fand, auszukristallisieren.
Zudem existieren Vorkommen in feinkörnigen Sedimenten und in metamorphen Gesteinen.
Die Funde von Beryll werden von zahlreichen Mineralien begleitet, darunter Quarz, Topas, Turmalin und Chrysoberyll auch Rutil, Kassiterit, Feldspat und Phenakit.
Nennenswerte Beryll-Vorkommen befinden sich u.a. in Norwegen; Schweden; Finnland; Russland; Schottland; England; Frankreich; Löbau, Altenberg, Ehrenfriedersdorf, Johanngeorgenstadt, Wunsiedel, Tröstau, Hagendorf, Wendelberg, Odenwald und Haslach/Deutschland; Tavetsch, Wallis und Tessin/Schweiz; Zamser Grund, Hohe Tauern, Moschkogel, Wachau, Mühlviertel und Waldviertel/Österreich; Spanien; Portugal; Italien; Tschechien; Slowakei; Serbien; Ukraine; Nigeria; Niger; Elfenbeinküste; Kongo; Ruanda; Kenia; Namibia; Madagaskar; Südafrika; Afghanistan; Pakistan; Kasachstan; Mongolei; China; Myanmar; Australien; Neuseeland; Argentinien; Brasilien; USA und Kanada.



Beryll
Aquamarin

Verwendung und Bedeutung von Beryll

Beryll wird neben der Gewinnung von Beryllium vor allem als Schmuckstein verwendet. Um die Reinheit und Farbe der Beryll-Varietäten zu betonen, finden insbesondere Facettenschliffe Anwendung.



Nachweis von Beryll

Nicht alle Beryll-Vertreter fluoreszieren oder sind pleochroitisch. Lediglich Morganit zeigt eine violette Fluoreszenz, Goldberyll fluoresziert leuchtend hellgelb, Heliodor zeigt gelb-grüne Effekte.
Beryll ist schwer schmelzbar und wird lediglich in Fluss- und Oxalsäure angelöst.


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Siehe auch:
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von Farbedelsteinen
Die deutsche Edelsteinstraße
Berühmte Edelsteine - Dom Pedro Aquamarin



Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag*
- www.mindat.org - beryl

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Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2018

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