Logo

Atacamit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 




Atacamit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

AtacamitDer Name Atacamit wurde in Anlehnung an die ersten Funde in der südamerikanischen Atacamawüste gewählt.

Eigenschaften
Atacamit ist ein Halid bestehend aus CuCl(OH)3. Aufgrund der Zusammensetzung wird das Mineral alternativ auch Salzkupfererz genannt.
Bedingt durch die Gehalte an Kupfer ist die Farbe von Atacamit mittel- bis dunkelgrün. Die Strichfarbe ist ebenfalls grün.
Atacamit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Die Kristalle sind prismatisch, säulig, dicktafelig oder nadelig. Die Aggregate können körnig, dicht oder erdig sein.
Der Glanz von Atacamit variiert zwischen glasartig bis diamanten bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Das Kupfermineral weist einen muscheligen Bruch auf, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen. Mit einer Härte von 3 bis 3,5 zählt Atacamit zu den weichen Mineralen, das spezifische Gewicht beträgt 3,7. Atacamit

Entstehung und Verbreitung
Atacamit ist ein Sekundärmineral, das infolge der Oxidation von kupferhaltigen Gesteinen oder Mineralen gebildet wird, v.a. in trockenen, salzigen Wüstengebieten. In einigen Fällen ist Atacamit ein vulkanisches Begleitprodukt – zu finden an Vulkanhängen oder an Black Smokern. Sogenannte Schwarze Raucher sind schlotförmige Thermalquellen am Meeresgrund, aus denen bis zu 400°C heißes Mineralwasser aus dem Erdinneren auf Meerwasser trifft. Infolge des Temperaturgefälles von Ozean- und Quellwasser kühlt letzteres schnell ab und kristallisiert vor Ort am Schlot aus.
Mit Atacamit sind zudem weitere Minerale wie Brochantit, Malachit, Azurit, Dioptas, Quarz, Limonit, Hämatit und Linarit vergesellschaftet.
Neben den genannten Fundorten in der Atacamawüste bzw. den anteiligen Ländern Chile, Argentinien, Bolivien und Peru ist das Mineral auch in weiteren Teilen der Erde zu finden, z.B. in Bonmahon/Irland; Cumbria, Cornwall/England; Schottland; Le Pradet/Frankreich; Oberwolfach (Baden-Württemberg)/Deutschland; Sardinien, Vesuv (Kampanien)/Italien; Ural, Kamtschatka/Russland; Kasachstan; Indien; China; Japan; Namibia; Zaire; Yorke Halbinsel, Burra (Südaustralien)/Australien; Quebec/Kanada; Alaska, Kalifornien, Nevada, New York, New Jersey, Michigan/USA und Antarktis. Untermeerisch sind Vorkommen entlang des Mittelozeanischen Rückens im Atlantik dokumentiert.

Verwendung
Mitunter ist Atacamit von wirtschaftlicher Bedeutung für Gewinnung von Kupfer. Voraussetzung dafür sind entsprechend abbauwürdige Mengen des Minerals wie bspw. in Chile. Daneben ist Atacamit für Sammlungen von Mineralien interessant.

Nachweis
Verwechslungen mit Malachit können ausgeschlossen werden, indem das Mineral dem Salzsäuretest unterzogen wird. Während das ebenfalls grüne Mineral sich schäumend in der Säure auflöst, erfolgt die Auflösung von Atacamit in Salzsäure ohne weitere wahrnehmbare Reaktionen. Zudem färbt Atacamit in die Flamme gehalten selbige blau und schmilzt leicht.

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- www.mindat.org - atacamite

Börsenkalender

Mineralienboersen Kalender
Hier gelangen Sie direkt zum Börsenkalender

Unsere Geschenkempfehlung

Hochwertiger Monatskalender mit professionellen Fotos von 12 Mineralien

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien-Steckbriefe