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Apophyllit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Apophyllit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: apophyllite | französisch: apophyllite


Apophyllit
Apophyllit

Der Name Apophyllit ist dem französischen Mineralogen René-Just Haüy (1743 bis 1822) zu verdanken. Im Rahmen seiner Untersuchungen zu dem erstmals im Jahr 1784 in Schweden entdeckten und als Brausestein beschriebenen Mineral kam er 1805 zu der Feststellung, dass Apophyllit in die Flamme gehalten, blättchenweise zerspringt/abblättert (griech. apophylliso - abblättern). Davor war das Mineral unter dem Begriff Fischaugenstein bekannt; zurückzuführen auf den deutschen Geologen Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817), den der Glanz von Apophyllit an gekochte Fischaugen erinnerte.


Eigenschaften von Apophyllit

Apophyllit ist ein Silikatmineral mit der Zusammensetzung
(K,Na)Ca4[Si8O20](OH,F) · 8H2O. Genau betrachtet handelt es sich bei Apophyllit um kein eigenständiges Mineral, sondern um eine Gruppe von Mineralien (Apophyllit-Gruppe); namentlich repräsentiert durch Fluorapophyllit-(Na), Hydroxyapophyllit-(K), Fluroapophyllit-(K) sowie Carletonit.
Die Farbe des Minerals kann sowohl farblos als auch grünlich, rötlich, bläulich oder gelblich sein. Die Strichfarbe ist weiß.
Apophyllit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit aufgewachsenen, längsgestreiften Kristallen, die würfelartig (pseudokubisch), tafelig oder dipyramidal sein können. Die Aggregate sind massig, derb und körnig, selten auch blättrig.
Apophyllit weist Glas- oder Perlmuttglanz auf, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch ist uneben, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen. Die Mohshärte beträgt 4,5 bis 5, das spezifische Gewicht liegt zwischen 2,3 bis 2,5.


Apophyllit
Fischaugenstein alias Apophyllit

Entstehung und Verbreitung von Apophyllit

Apophyllit ist ein Mineral magmatischer Herkunft und entsteht im hydrothermalen Stadium, wenn bei Temperaturen unterhalb von 400 °C fluidreiche, besonders natrium-, fluor- und calciumreiche Lösungen auskristallisieren.
Vorwiegender Bildungsort von Apophyllit sind Hohlräume gasreicher Laven, mitunter bildet sich das Mineral auch in Gängen und auf Klüften von Sulfidlagerstätten.
Bedeutende Vorkommen von Apophyllit befinden sich bspw. in Südgrönland; Färöer; Norwegen; Schweden; Island; Schottland; England; Belgien; Frankreich; Sauerland, Ehrenfriedersdorf, Dillenburg, Odenwald, Kaiserstuhl, Haslach, St. Andreasberg/Deutschland; Ústi nad Labem/Tschechien; Fassatal, Seiser Tal/Italien; Siebenbürgen/Rumänien; Namibia; Südafrika; Indien; China; Japan; Australien; Neuseeland; Mexiko; Brasilien; USA und Kanada.


Bedeutung und Verwendung von Apophyllit

Für Schmuck wird Apophyllit aufgrund des Splitterns selten verwendet, vielmehr ist das Mineral für Sammlungen von Interesse.


Nachweis von Apophyllit

In die Flamme gehalten, verfärbt sich das Mineral violett. Beim Erhitzen im Reagenzglas setzt Apophyllit Kristallwasser frei. Das Verhalten von Apophyllit in Säure ist unterschiedlich. Während Salzsäure und Salpetersäure in der Lage sind, Apophyllit leicht aufzulösen, löst sich das Mineral in Schwefelsäure nur schwer auf und bildet eine gelartige Masse.


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Siehe auch:
Seltene Mineralien
René-Just Haüy
Kristallwasser


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
- www.mindat.org - apophyllite

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Letzte Aktualisierung: 27. Juni 2018

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