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Anhydrit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Anhydrit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

AnhydritAnhydrit wird aus dem Griechischen übersetzt mit Stein ohne Wasser - bezugnehmend darauf, dass das Mineral kein Wasser enthält und sich damit vom chemischen verwandten und wasserhaltigen Gips unterscheidet.

Eigenschaften
Anhydrit ist ein Sulfat bestehend aus CaSO4.
Die Farbe des wasserfreien Sulfats ist weiß oder farblos, kann abhängig von Beimengungen verschiedener Elemente und Verbindungen aber auch gräulich, rosa, violett, bläulich oder hellbraun sein. Die Strichfarbe ist weiß.
Anhydrit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Die Kristalle sind prismatisch oder tafelig, gelegentlich ist die Kristalloberfläche gerieft. Die Aggregate von Anhydrit können faserig, spätig, traubig, körnig oder massig-derb sein.
Anhydrit Anhydrit weist einen fettigen, perlmutt- oder glasartigen Glanz auf, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch des Minerals ist splittrig-uneben, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen. Die Mohshärte beträgt 3 bis 3,5 bei einer Dichte von 2,9 bis 2,99 g/cm³.

Entstehung und Verbreitung
Anhydrit ist ein Mineral sedimentären Ursprungs, Anhyrit ist ein sog. Ablagerungsmineral.
Anhydrit kann sowohl primar, originär und sekundär aus anderen Mineralen entstehen.
Primär gebildeter Anhydrit entsteht durch die Verdunstung von Wasser, in dem sich natürlicherweise gelöste Salze befinden. Optimale Entstehungsbedingungen finden sich in vielen vom Meerwasser bzw. von der Frischwasserzufuhr abgeschiedenen Lagunen oder Seen. Für die Evaporation (= Verdunstung) des Wassers sind neben einer geringen Luftfeuchtigkeit auch Temperaturen jenseits der 30°C-Marke erforderlich, damit die Verdunstung von Flüssigkeiten in der trockenen Luft optimal vonstatten geht. Solche Bedingungen herrschen ebenfalls in hydrothermalen Gängen oder in der Umgebung von Vulkanen, wo Anhydrit das Produkt der sogenannten Resublimation (austretende Gase gehen sofort in den festen Aggregatzustand über; kristallisieren aus, ohne dass die gasförmigen Stoffe vorher flüssig sind) ist.
Anhydrit Sekundär gebildeter Anhydrit entsteht, wenn das wasserhaltige Pendant Gips (Formel: CaSO4·2H2O) durch den Druck aufliegender Sedimente nach und nach entwässert wird. Der Vorgang der Dehydrierung kann durch die Zugabe von Wasser rückgängig gemacht werden - einhergehend mit einer Volumenzunahme des einstigen wasserfreien Anhydrits um bis zu 60 %. Durch dieses Größenwachstum ist Gips in der Lage, einst anhydrithaltige Gesteine förmlich zu zersprengen.
Die Vorkommen von Anhydrit werden unter anderem von Calcit, Quarz, Baryt, Kryolith, Gips, Schwefel, Coelestin, Dolomit, Halit und Magnesit begleitet.
Zu den bekannten Fundorte von Anhydrit zählen neben Celle und Hannover auch bspw. Staßfurt (Mansfelder Land), das Kyffhäusergebirge (Harz)/Deutschland; Salzburg, Steiermark, Oberösterreich (Salzkammergut), Tirol/Österreich; Wallis/Schweiz; Krakau/Polen; Toskana, Sardinien, Kampanien (Vesuv); Slowenien; Marokko; Tunesien; Ägypten; Namibia; Indien; Chihuahua/Mexiko; Pinatubo/Peru; New Jersey, Idaho, Virginia, Pennsylvania/USA.

Verwendung
Neben der Nutzung als Zuschlagstoff in Zement und anderen Baustoffen, wird Anhydrit pulverisiert auch für die Herstellung von Keramik genutzt. Ferner wird aus Anhydrit aufgrund der Schwefelgehalte Schwefelsäure gewonnen. Teilweise dient das Mineral auch der Innenraumgestaltung.

Nachweis
Anhydrit schmilzt, wenn es erhitzt wird; zugleich verfärbt sich die Flamme rot. In Wasser löst sich Anhydrit nur schwer auf, vielmehr ist eine Kristallvergrößerung (Gipsentstehung!) zu beobachten. Teilweise zeigt sich bei Anhydrit ein hellgelber bis rosa oder farbloser Pleochroismus.

Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
www.mindat.org - anhydrite

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