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Silber Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Silber - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: silver | französisch: argent


Silber
Silber

Etymologisch hat der Name Silber seinen Ursprung im Althochdeutschen und beruft sich auf die mineraleigene Farbe. Aus Silabar, dem einstigen Namen, entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der Begriff Silber.


Eigenschaften von Silber

Silber (Ag) ist ein Mineral, das in die Klasse der gediegenen Elemente eingeordnet wird. Weitere Vertreter der gediegenen Elemente sind zum Beispiel Gold, Diamanten, Kupfer oder Graphit.
Die Farbe von Silber ist charakteristisch metallisch grau-weiß bis bläulich. Mit der Zeit verändert sich die Farbe und Silber läuft unter der Bildung von Oxiden und Sulfiden schwarzgrau an. Die Strichfarbe von Silber ist jedoch in allen Fällen weiß und glänzt dabei metallisch-silbrig.
Silber kristallisiert im kubischen System. Die Aggregate sind dendritisch, verzerrt, netzartig, klumpig, aber auch körnig. Aufgrund der Tenazität von Silber lässt sich das Metall dehnen und zu hauchdünnen Plättchen schlagen, ohne dass diese zerreißen. Silber ist mit einer Mohshärte von 2,5 bis 3 ein weiches Mineral - ein Merkmal, das die Unterscheidung zum ähnlich aussehenden, aber härteren Mineral Antimonit erleichtert. Silber weist einen metallischen Glanz auf, die Spaltbarkeit liegt nicht vor. Der Bruch ist hakig. Die Transparenz von Silber ist undurchsichtig und die Dichte des Minerals beträgt 10,10 bis 10,50 g/cm³.


Silber
Blattsilber

Entstehung und Verbreitung von Silber

Reines Silber kommt in der Natur nur selten vor, vielmehr findet man Silber in hydrothermal gebildeten Erzlagerstätten. Die Silbervorkommen der Welt sind oft mit silberhaltigen Erzgesteinen oder Sedimentgesteinen vergesellschaftet; Silber kann aber auch Bestandteil von silberhaltigen Mineralen wie Argentit, Galenit und Pyrargyrit sein.

Nennenswerte Vorkommen des Minerals befinden sich Südgrönland; Norwegen; Schweden; Finnland; Irland; Schottland; England; Frankreich; Sauerland, Siegerland, Mansfelder Becken, Bräunsdorf, Oberpfälzer Wald, Moschellandsberg, Bad Ems, Rheinbreitbach/Deutschland; Wallis, Graubünden/Schweiz, Goldberg in den Hohen Tauern, Groß Glockner, Salzburg, Zinkwand, Leoben, Karawanken/Österreich; Tschechien; Slowakei; Spanien; Portugal; Italien; Griechenland; Rumänien; Russland; Kasachstan; Marokko; Kongo; Namibia; Südafrika; Saudi-Arabien; Indien; China; Japan; Australien; Neuseeland; Argentinien; Chile; Mexiko; USA und Kanada.


Verwendung und Bedeutung von Silber

Silber ist seit jeher ein begehrtes Mineral. Im Alltag wird es gebraucht für Schmuck - vor allem in Form von Sterlingsilber*, Besteck, in der Elektronik, Medizin und Fotographie. Als Münzmaterial hat Silber angesichts steigender Rohstoffpreise zugunsten von Kupfer und Nickel an Bedeutung verloren.
Während des Mittelalters gelang es Alchemisten, Silber synthetisch herzustellen bzw. den Anschein zu erwecken, dass es sich bei dem hergestellten Produkt um Silber handelt. Notwendig für die Herstellung waren vier Teile Quecksilber, zwei Teile Zinn, einen Klumpen Kupfer sowie zwei Teile Boden einer griechischen Insel namens Chios. Im Ergebnis erhielten die Alchemisten jedoch kein Silber, sondern lediglich verzinntes Kupfer.
Ebenfalls synthetisch hergestellt ist Bauernsilber. Zahlreiche Gegenstände, die als Bauernsilber verkauft werden, erwecken den Eindruck von massivem Silber. Tatsächlich handelt es sich jedoch um sogenanntes Silberglas. In einem speziellen Glasbläserverfahren, das im 19. Jahrhundert in Böhmen und Mähren entwickelt wurde, wird in doppelwandiges Glas Silbernitratlösung gegeben, die den inneren Hohlraum im Glas verspiegelt und so den Vergleich mit echtem Silber aufkommen lässt.


Nachweis von Silber

Silber schmilzt bei einer Temperatur von 961 °C und siedet bei 2.212 °C. Die Löslichkeit von Silber ist lediglich in oxidierenden Säuren und bei erhitzter Salpeter- und Schwefelsäure gegeben.


* = Sterlingsilber ist eine Legierung, die zu 92,5 % aus Silber und zu 7,5 % aus Kupfer besteht. Eine entsprechende Prägung bzw. bei der Ausweisung von 925er Silber wird sich auf das Verhältnis Silber:Kupfer bezogen.


Siehe auch:
Minerale als Wertanlage
Erz
Katzensilber


Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - silver

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Letzte Aktualisierung: 28. Oktober 2018

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