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Graphit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Graphit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung


englisch: graphite | französisch: graphite



Der Name Graphit wird von der griechischen Vokabel für schreiben, graphein abgeleitet. Namensgeber war der deutsche Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817), der sich im Jahr 1789 bei der Namensgebung des Mineral auf die Eignung von Graphit als Schreibmaterial bezog.



Eigenschaften von Graphit

Chemisch betrachtet handelt es sich bei Graphit um reinen Kohlenstoff (C), weshalb das Mineral Graphit der Mineralklasse der gediegenen Elemente zugeordnet wird. Der Nachweis, dass Graphit genau wie Diamanten aus purem Kohlenstoff bestehen, gelang 1779 Carl Wilhelm Scheele (1742 bis 1786), seines Zeichens Chemiker und Apotheker aus Schweden.
Die Farbe von Graphit variiert von hellem und dunklem Grau bis Schwarz, die Strichfarbe des Kohlenstoffminerals ist ebenfalls dunkelgrau.
Graphit kristallisiert vornehmlich im hexagonalen Kristallsystem, kann aber auch im trigonalen Kristallsystem kristallisieren. Die Kristalle haben die Form von tafeligen oder flachen Platten mit hexagonalem Umriss. Die entsprechenden Graphitaggregate erscheinen als schuppige, massige und erdige Massen.
Graphit ist von undurchsichtiger Transparenz, der Glanz ist metallisch, teilweise auch matt. Der Bruch ist uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen. Auch wenn Graphit ebenso wie Diamant aus reinem Kohlenstoff besteht, ist das Mineral von sehr geringer Mohshärte. Auf der Skala von Mohs beträgt die Härte 1 bis 2 – im Vergleich dazu weist das härteste Mineral der Welt, der Diamant, eine Mohshärte von 10 auf – bei einem spezifischen Gewicht von 2,1 bis 2,3.



Entstehung und Verbreitung von Graphit

Graphit wird entstehungsbedingt den metamorphen Mineralen zugeordnet; wird gebildet, indem kohlenstoffhaltige Sedimente bei intensiver Metamorphose, insbesondere bei Regionalmetamorphose, umgewandelt werden. Häufig befinden sich Graphitvorkommen linsen- oder nestartig abgetrennt im Umgebungsgestein. Alternativ wird Graphit durch Kontaktmetamorphose gebildet und kann deshalb auch in Pegmatiten sowie in Kalk- und Sandsteinen vorkommen. Weiterhin kann Graphit Bestandteil von Meteoriten sein.
Zu den Begleitmineralen von Graphit zählen unter anderem Wollastonit, Pyrit, Spinell, Calcit und Titanit.
Abbauwürdige Graphitlagerstätten befinden sich beispielsweise in Kitaa/Grönland; Vestfold und Ostfold/Norwegen; Södermanland und Värmland/Schweden; Finnland; Schottland; Irland; im Norden und vor allem in Cornwall/England; Frankreich; Löbau (Oberlausitz), Eifel, Odenwald, Westerwald und Siegerland und Oberwolfach/Deutschland.
Eines der bekanntesten Bergwerke, in dem heute auch noch Graphit abgebaut wird, befindet sich in Kropfmühl bei Passau in Bayern. Dem Graphitstollen in Kropfmühl ist ein Besucherbergwerk angeschlossen, sodass man einen Einblick in die Geschichte und den Abbau von Graphit gewinnen kann.
Weitere Graphitvorkommen befinden sich in Tessin und Wallis/Schweiz; Österreich; Slowakei; Polen; Spanien; Italien; Ukraine; Russland; Äthiopien; Ägypten; Ghana; Tansania; Kongo; Namibia; Südafrika; Saudi-Arabien; Usbekistan; Iran; Afghanistan; Indien; China; Japan; Australien; Argentinien; Paraguay; Mexiko; USA und Kanada.



Verwendung und Bedeutung von Graphit

In Bleistiften wird Graphit in seiner alltäglichsten und bekanntesten Nutzung verwendet. Entgegen dem Namen Bleistift, besteht die Mine aus Graphit (siehe auch: Alltägliches – Bleistifte). Zudem ist Graphit ein wichtiges Industriemineral, das unter anderem für Farben, als Schmiermittel, in der Reaktortechnik, Schmelztiegeln, Batterien und in der Elektroindustrie eingesetzt wird.



Nachweis von Graphit

Reibt man Graphit über ein weißes Blatt Papier, hinterlässt das Mineral mühelos eine grauschwarze Zeichnung, färbt bei Berührung auch Finger schwärzlich ein. Graphit ist nicht in Säuren löslich und nicht schmelzbar.




Siehe auch:
Industrieminerale
Alltägliches - Mineralkosmetik/Kosmetik aus Mineralen
Coltan



Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
- www.mindat.org

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 6. Oktober 2017



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