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Rote Diamanten



Fernab von kristallklaren, weißen Diamanten gibt es in der Welt der Diamanten auch Diamanten, die in prächtigen Farben erstrahlen und weißen Diamanten angesichts der Brillanz in nichts nach stehen. Eine Farbe, die zusehends Aufmerksamkeit bekommt, ist rot. Rote Diamanten gelten als die seltenste Farbe unter Fancy Diamanten und werden zu entsprechend hohen Preisen gehandelt.

Farbige Diamanten

Diamanten werden der Farbe nach in weiße und farbige Diamanten unterschieden.

Auch wenn es bei weißen Diamanten Exemplare gibt, die einen Stich ins Gelbe oder Blaue aufweisen, ist der Unterschied zu farbigen Diamanten im direkten Vergleich deutlich: Farbige Diamanten sind in der Farbe wesentlich kräftiger und gesättigter, als dass nur eine feine Nuancen erkennbar wären.
Farbige Diamanten werden in Fachkreisen als Fancy Diamanten oder Fancy Diamonds bezeichnet. Die Farbe von Fancy Diamanten ist sehr variabel, sodass gelbe, orangefarbene, rote, rosafarbene und pinke, grüne, braune und blaue, aber auch violette, graue und schwarze Farbtöne möglich sind.
Mitunter wird die Farbe genauer aufgeschlüsselt, weshalb ein brauner Diamant nicht nur einfach braun ist, sondern champagner- oder cognacfarben (Champagner-Diamant, Cognacdiamant). In der weiteren Beurteilung der Diamantenfarbe wird der Grad der Farbsättigung eingehend betrachtet und anhand einer Skala bewertet. Besonders leuchtende, farbstarke Farben erhalten das höchste Prädikat Fancy Vivid, während blasse Farbdiamanten dem dem Titel Faint versehen werden (genauere Informationen dazu: Die Kriterien zur Bewertung der Qualität von Diamanten).


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Die Farbe von roten Diamanten

Das Rot von roten Diamanten weist feine Nuancen auf; die Bezeichnung rot bezieht sich bei der Angabe der Farbe eines Diamanten auf die Haupt- bzw. Primärfarbe des Steins. Der Oberton eines Farbdiamanten wird bei der Evaluierung der Qualität der Farbe genauer analysiert und definiert. Demnach ist es möglich, dass rote Diamanten einen Hauch von Braun, Violett oder Orange aufweisen.

Da es sich bei roten Diamanten aufgrund der Seltenheit und mangelnder Vergleichbarkeit der Rotsättigung eingebürgert hat, die Farbe – unabhängig von der Farbsättigung – der Einfachheit halber als Fancy Red zu bezeichnen, werden je nach Oberton verschiedene Zusätze in der Beschreibung der Farbe hinzugefügt, bspw. Fancy brownish Red (ein roter Diamant mit braunem Oberton).


Die Ursache der Farbe von roten Diamanten

Der Ursprung für die unterschiedlichen Farben von Fancy Diamanten ist von Farbe zu Farbe unterschiedlich. Neben Beimengungen von bestimmten Elementen kann die Farbe von Fancy Diamanten ebenso auf radioaktive Strahlung zurückzuführen sein oder eine Folge von Störungen im Kristallgitter sein.
Im Fall von roten Diamanten sind es Deformationen des Kristallgitters, welche die rote Farbe des härtesten Minerals der Erde erzeugen. Um so intensiver und gesättigter das Rot erscheint, desto ausgeprägter ist die Störung im Kristallgitter eines Diamanten.

Das Wissen um den Ursprung bzw. die Entstehung der Farbe von roten Diamanten macht man sich zunutze, um andersfarbige Diamanten in das begehrte Rot „umzufärben“. Das Verfahren, das dabei Anwendung findet, heißt High Pressure High Temperature, kurz HPHT (zu deutsch: Hochdruck und hohe Temperaturen). Vor allem gelbe Diamanten kommen bei diesem Verfahren zum Einsatz. Unter hohen Temperatur- und Druckverhältnissen wird künstlich die Situation nachgestellt, die bei der Entstehung von roten Diamanten von Natur aus vorhanden ist. Durch die Einwirkung von Druck und Temperaturen werden Störungen und Deformationen im Kristallgitter hervorgerufen, sodass in der Folge aus einem gelben Diamanten ein roter Diamant wird. Alternativ können rote wie auch alle anderen Farben von Fancy Diamanten durch Bestrahlung erzeugt werden. Derartige Behandlungen zur Farbveränderung oder Veredelung der Farbe müssen beim Verkauf deklariert werden.


Natürliche Vorkommen von roten Diamanten

Der erste Fund eines roten Diamanten ist noch gar nicht so lange her. Im Jahr 1983 wurde in Argyle (Australien) ein Diamantentagebau eröffnet, der sich im Laufe der Zeit einen Namen als vergleichsweise einträchtige Quelle für rote Diamanten gemacht hat.
Die Funde sind heute wie auch vor über 30 Jahren noch eine Sensation. Weltweit gibt es nur wenige Vorkommen, an denen roten Diamanten zu Tage gefördert werden. Selbst kleinste Diamanten, die nur wenige Karat Gewicht auf die Waage bringen, sind begehrt. Anders als bei weißen Diamanten, die schon einmal so groß wie ein Tennisball sein können (z.B. Lesedi la Rona) oder mehr als 600 g wiegen wie der Cullinan-Diamant, sind bei roten Diamanten kleine Kristalle mit durchschnittlich 0,5 Karat die Regel.
Abgesehen von der Typlokalität in Australien (dem Ort der Erstentdeckung eines Minerals) existieren weitere Vorkommen des seltenen Diamanten in Russland, Südafrika und Brasilien, wobei über 90 % aller roten Diamanten auf dem Edelsteinmarkt aus der Aryle-Diamantenmine in Australien stammen.


Berühmte rote Diamanten

Moussaieff Red Diamond

Der Moussaieff Red Diamond ist ein Rekord-Diamant, denn der rote Edelstein trägt den Titel größter roter Diamant der Welt.
Als der rote Diamant seinerzeit in Brasilien entdeckt wurde, betrug das Gewicht des Rohdiamanten 13,90 Karat (2,78 Gramm). Mit dem Schliff ging mehr als die Hälfte des Ausgangsgewichts des Diamanten verloren, sodass der Moussaieff Red Diamant heute 5,11 Karat (1,022 Gramm) auf die Waage bringt. Der lupenreine, rote Diamant ist im Triangelschliff gehalten – ein abgewandelter Brillantschliff mit dreieckiger Grundform.
Bevor der Diamant im Jahr 2001 von Shlomo Moussaieff, zugehörig zum Londoner Luxusjuwelier Moussaieff Jewellery Ltd.**, erworben und umbenannt wurde, war der rote Diamant unter dem Namen Red Shield Diamond bekannt.


Kazanjian Red Diamond

Ebenfalls zu den größten roten Diamanten zählt der Kazanjian-Diamant. Der Diamant ist mit einem Gewicht von 5,05 Karat (1,010 Gramm) ist der zweitgrößte rote Diamant der Erde.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der rote Diamant in Südafrika gefunden und mit einem Smaragdschliff versehen. 2007 gelangte der rote Diamant in die Hände der Kazanjian-Brüder**; ein Unternehmen, das sich auf den Handel mit hochpreisigen Juwelen spezialisiert hat. In den Jahren davor trug der Diamant schlicht den Namen Red Diamond.


DeYoung Red Diamond

Platz drei der größten roten Diamanten der Welt belegt der Diamant DeYoung Red – ein Diamant, dessen Name auf den Juwelier Sydney DeYoung** zurückgeht.
Der Fund des roten Diamanten war ein Glückstreffer, wurde DeYoung der Diamant einst auf einem Flohmarkt als Granat verkauft. Später sollte sich herausstellen, dass der 5,03 Karat (1,006 Gramm) schwere Stein mit rotbrauner Farbe, kleineren Einschlüssen und einem angewandelten Brillantschliff ein Diamant ist, dessen Wert auf etwa 5 Mio. US-Dollar geschätzt wird. Ein Preis, der für einen Granat unwahrscheinlich ist.


Hancock Red Diamond

Ein weiterer großer roter Diamant, dessen Namenspate Warren Hancock ist; ein Liebhaber und Sammler von Diamanten. Nach seinem Tod 1981 wurde der edle Stein aus Brasilien bei einer Versteigerung angeboten und übertraf alle Erwartungen. Für den 0,95 Karat (0,19 Gramm) schweren roten Diamanten im Brillantschliff, der sich durch ein violettstichiges Rot auszeichnet, wurde die jemals höchste Summe pro Karat bezahlt. Kein anderer Diamant konnte lange Zeit mit einem höheren Wert pro Karat aufwarten.


Rote Diamanten und ähnlich aussehende Mineralien

Auf den ersten Blick sehen rote Diamanten einer Vielzahl anderer roter Mineralien zum Verwechseln ähnlich. Das Rot mit einem Hauch von Violett, Braun oder Orange taucht auch beim Almandin, Tugtupit, Pyrop, FluoritSpinellHyazinthTurmalin, TopasAlexandritErythrinFeueropalKunzitRubellit und Rubin oder der Edelsteinsynthese Zirkonia auf.
Im direkten Vergleich können die genannten Steine mit roten Diamanten nicht mithalten: weder hinsichtlich der Brillanz geschliffener Exemplare noch beim diamantenen Glanz oder der überragenden Härte von Diamanten.


Der Wert von roten Diamanten

Rote Diamanten zählen den wertvollsten unter allen farbigen Diamanten. Schon kleine Kristalle erzielen oft einen höheren Verkaufspreis als weiße Diamanten gleichen Gewichts.
Um den Wert von roten Diamanten nach objektiven Maßstäben einschätzen zu können, werden wie bei weißen Diamanten auch die 4C herangezogen. Kriterien, die detailliert aufgeschlüsselt wurden und eine genaue Analyse eines Diamanten möglich machen.
Namentlich handelt es sich bei den 4C um die Farbe (Colour), die Reinheit (Clarity), den Schliff (Cut) sowie das Gewicht (Carat/Karat). Zusätzlich spielt bei Fancy Diamanten die Seltenheit eine gewichtige Rolle in der Preisbildung.


Am begehrtesten sind strahlend rote Diamanten mit gleichmäßiger Farbverteilung ohne einen signifikanten Unterton in der Farbe, der es schwer macht, zu entscheiden, ob zum Beispiel ein rotbrauner Diamant vielmehr den braunen als den roten Diamanten zugeordnet wird.
Bezüglich der Reinheit werden rote Diamanten bzw. Diamanten generell geschätzt, bei denen keine Unreinheinheiten oder Einschlüsse zu erkennen sind. Einschlüsse sind weniger ein optischer als ein qualitativer Makel. Der Grund: Einschlüsse und Störungen in Diamantkristallen mindern die Brillanz, das Feuer, von Diamanten, wobei die Herausarbeitung der Brillanz nicht zuletzt das Ergebnis eines guten Schliffs ist. Ein hochwertiger Schliff zeichnet sich durch harmonische Proportionen und optimal gearbeitete Facetten, die einander nicht überlagern, aus. Mit dem Schliff ist unweigerlich ein hoher Materialverlust des Rohdiamanten verbunden, wie man am Beispiel des Moussaieff Red Diamond erkennt. Zwischen 40 und 60 % des ursprünglichen Gewichts eines Rohsteins können infolge des Schleifens verloren gehen. Diese Einbußen in der Karatzahl werden dennoch billigend in Kauf genommen, denn ein herausragender Schliff bester Güte ist mit einem Anteil von bis zu 60 % am Preis eines Diamanten beteiligt.


Hinzu kommt beim Wert von roten Diamanten die Rarität. Weiße Diamanten werden vielerorts auf der Erde gefunden. Große Kristalle gibt es immer wieder. Anders gestaltet es sich bei roten Diamanten. Erst seit drei Jahrzehnten gibt es rote Diamanten zu kaufen. Und die Kristalle sind klein.


Die Nachfrage nach roten Diamanten reißt trotzdem nicht ab. Aufgrund der Tatsache, dass das Angebot an natürlichen roten Diamanten gering ist, wird die Qualität von roten Diamanten hoch geschätzt, was sich im Preis von roten Diamanten wiederspiegelt. Zudem gibt es auf dem Markt nur wenige Diamantenhändler, bei denen man rote Diamanten kaufen kann. Im Schnitt bewegt sich der Preis von roten Diamanten pro 0,10 Karat zwischen 30.000 und 40.000 € - abhängig von der Qualität gemessen an den 4C.
Angesichts der Wertsteigerung in den vergangengen Jahren können rote Diamanten ein interessantes und lukratives Investment sein. Weitere Vorkommen von Diamanten in der begehrten roten Farbe sind unbekannt und die aktuellen Quellen sind nahezu erschöpft, weshalb in Zukunft mit einer Verknappung des Angebots von roten Diamanten zu rechnen ist.


Siehe auch:
Farbedelsteine
Pigeon Blood Ruby - Taubenblutrubin
Diamanten und Zirkonia


Quellen:
Bank, H. (1992): Diamanten. Pinguin-Verlag Innsbruck*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - diamond
- http://4cs.gia.edu - Red Diamonds - The rarest of them all

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Letzte Aktualisierung: 27. November 2018

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