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Zirkonia-Schmuck



Echtsteinschmuck ist etwas, was vermutlich nie aus der Mode kommen wird. Dank der vielen verschiedenen Farben der Mineralien ist für jeden Geschmack der passende Stein dabei. Dennoch kann es möglich sein, dass es sich bei Schmuck mit Edelsteinen nicht immer um echte Mineralien handelt, sondern um Imitate, allen voran solchen aus Zirkonia.

Inhaltsverzeichnis


Zirkonia – Definition

Zirkonias (englisch: zirconia) sind Kristalle, die im Labor gezüchtet werden und hauptsächlich aus Zirkoniumoxid bestehen. Zusätzlich wird für die Herstellung von Zirkoniakristallen Calcium- und Yttriumoxid sowie färbende Metalloxide verwendet.


Die Herstellung von Zirkonia

Seit nunmehr über 40 Jahren werden Zirkonias gezüchtet. Der erste Zirkonia wurde 1974 von Wissenschaftlern am Lebedew Institut für Physik an der Russischen Akademie für Wissenschaften** in Moskau/Russland präsentiert. Den Forschern war es gelungen, aus Zirkoniumoxid, Calciumoxid und Yttriumoxid als Stabilisatoren sowie bestimmten farbgebenden Metallen Kristalle zu züchten, die mit der Qualität echter Mineralien mithalten können.
Die einzelnen Komponenten werden dazu in einem Hochtemperaturofen bei ca. 2.700 °C miteinander verschmolzen. Aus der glutheißen Kristallschmelze kristallisieren nach abschließender Abkühlung Zirkoniakristalle.


Farbiger Zirkonia

Einer der größten Vorteile von Zirkonias ist, dass der Schmuckstein in allen erdenklichen Farben zu erschwinglichen Preisen produziert werden kann.
Mit Hilfe von farbgebenden Zusätzen können Zirkonias in zahlreichen Farben hergestellt werden, deren Farbe dem Vorbild aus der Natur zum Verwechseln täuschend ähnlich sieht. Die Erfindung von Zirkonias ist ein Meilenstein für die Schmuckwelt, denn seitdem können Kristalle von stets gleicher Farbe gefertigt werden, die zum Beispiel wie ein Diamant, Tansanit, Amethyst, Aquamarin, Rubin, Saphir oder Smaragd aussehen.
Entsprechend der gewünschten Farbe, die der Endkristall erhalten soll, wird der Basismischung für Zirkonias für rosa oder pinke Kristalle Erbium- oder Holmiumoxid hinzugefügt, violetter Zirkonia wird durch Neodym-, Kobalt- oder Manganoxid erzeugt. Grüne Zirkonias sind das Ergebnis von Vanadium- oder Chromoxiden, während brauner Zirkonia durch Titanoxid entsteht. Orangefarbene und rubinrote Zirkoniakristalle sind Resultat von Ceriumoxiden und gelber Zirkonia ist auf Kupferoxide in der Kristallschmelze zurückzuführen.


Der Schliff von Zirkonia

Ein weiterer Vorteil der Zuchtsteine ist die Schleifqualität von Zirkonias.
Viele Mineralien – sind sie auch noch so schön – sind nicht als Schmuckstein geeignet. So ist beispielsweise das Mineral Talk zu weich, Gips und dessen Varietät Marienglas/Selenit sind ebenfalls von sehr geringer Härte. Bei der Bearbeitung würden weiche oder spröde Mineralien sich gar nicht dauerhaft in Form bringen lassen oder würden zum Splittern neigen. Tückisch ist auch das blaue Mineral Disthen (auch bekannt als Kyanit), das in verschiedenen Richtungen zwei unterschiedliche Härtegrade aufweist – je nachdem, von welcher Achse aus man das Mineral betrachtet. Mineralien, und auch Gesteine, zu schleifen ist eine hohe Kunst, die nicht nur viel handwerkliches Geschick und eine gewissen Erfahrungsschatz verlangt, sondern auch viel Wissen um die Eigenschaften des zu bearbeitenden Steins.
Zirkonias sind in diesem Fall ein dankbares Arbeitsmaterial. Die Qualität der Steine ist aufgrund der gezüchteten Produktion gleichbleibend und der Schleifer weiß, wie er Zirkonias am besten in Form bringt.
Insofern verwundert es nicht, dass Zirkonia-Steine in allen bekannten Schliffen zum Kauf angeboten werden; herzförmig, tropfenförmig, eckig, dreieckig, quadratisch, zu Sternen geschliffen, oval oder im klassischen Brillantschliff gehalten – der Vielfalt und Phantasie an Schliffen sind keine Grenzen gesetzt.


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Die Eigenschaften von Zirkonia

Dass Zirkonias beliebte Schmucksteine sind, liegt vor allem in den Eigenschaften der Kristalle begründet.
Die Kristalle gibt es in vielen Farben, die durch ihren glasartigen bis fettigen Glanz durchaus mit dem Glanz, der Brillanz, echter Mineralien mithalten können.
Ferner ist es die Härte der Kristalle, die dem Stein aus dem Labor zu einem würdigen Echtsteinersatz aufsteigen ließ. Mit einer Mohshärte von 8,5 lässt sich die Härte von Zirkonias mit der Härte von Beryll, Topas und Smaragd vergleichen. Ein nicht zu verachtender Vorteil hinsichtlich der Alltagstauglichkeit von Zirkonias. Zirkonias sind hart genug, so dass die Belastungen des Alltags dem Stein keine bzw. nur schwer Kratzer oder Schrammen auf der Steinoberfläche hinterlassen können. Mineralien mit geringerer Härte wie zum Beispiel Lapislazuli, Calcit oder Opal können leicht mit einem Messer und einer Feile zerkratzt werden.


Die Unterschiede zwischen Diamanten und Zirkonias

Diamanten und Zirkonias unterscheiden sich im Wesentlichen hinsichtlich der Entstehung, Härte, Zusammensetzung, dem Glanz und Preis (siehe weiter unten im Text).
Diamanten werden auf natürlichem Weg unter hohen Temperatur- und Druckverhältnissen gebildet (mehr siehe Steckbrief Diamant) und bestehen aus reinem Kohlenstoff (C). Zudem gelten Diamanten als die härtesten Mineralien der Welt. Auf der Mohs´schen Härteskala rangieren Diamanten auf Platz 10, der höchsten Stufe. In der Mineralogie werden alle über 4.500 bekannten Mineralien auf jener Skala der Härte nach von 1 – sehr weich, bis 10 – sehr hart, bewertet. Einzigartig ist auch der Glanz von Diamanten, so einmalig, dass dem Diamantglanz eigens eine Kategorie zugeteilt wurde, welche die Art des Glanzes beschreibt. Nur wenige Mineralien können mit dem Glanz von Diamanten mithalten, darunter Korund, Diaboleit und Annit.


Zirkonia-Schmuck

Der Einzug von Zirkonias gleicht einer Revolution in der Schmucksteinwelt. Die Steine haben sich schnell einen Namen als kostengünstige Alternative zu Diamanten und anderen Farbedelsteinen gemacht.
Dass Zirkonias in Ohrsteckern, Ringen, Armreifen, Anhängern oder Ketten eingefasst wurde,n verrät ein Hinweis auf das Etikett oder die Beschreibung des Schmuckstücks. Neben der gängigen Bezeichnung Zirkonia sind auch die Namen

  • Cubic Zirkonia
  • Cubic Zirconia
  • CZ
  • Phianit
  • Fianit
  • Lab Zirkonia
  • Diamonique**
als Alternativname für Zirkonias geläufig.
Genau wie beim Schmuck mit echten Steinen wird bei Zirkonia-Schmuck mit den Farben der Steine, den Designs und Materialien (Silber, Platin, Weißgold, Gelbgold oder das derzeit angesagte Roségold) gespielt: klassisch, zeitlos, schlicht, filigran, zurückhaltend oder opulent und auffallend.


Der Wert von Zirkonia-Schmuck

Auf den ersten Blick ist es schwer, Zirkoniasteine von echten Steinen auszumachen. Lediglich beim Preis ist der Unterschied zwischen echten Edelsteinen und Zirkonias deutlich zu erkennen.
Juwelier-Schmuck, der mit Chryopras, Blautopas, Morganit, Diopsid, Turmalin, Zultanit, Kunzit oder Diamanten besetzt ist, kostet ein Vielfaches mehr als Zirkonia-Schmuck der gleichen Größe bzw. Anzahl an Karat.
Trotzdem gibt auch innerhalb der Zirkonias Qualitätsunterschiede (bspw. Bei Farbe, Einschlüssen, Schliff), die sich im Preis von Zirkonia-Schmuck niederschlagen.
Nichtzuletzt spielt bei der Preisbildung von Schmuck mit Zirkonias auch das verwendete Material, etwa der Ringschiene oder Fassung der Ohrstecker, eine bedeutende Rolle.


Zirkonia-Schmuck reinigen und aufbewahren

Allgemein wird von Schmuckherstellern empfohlen, Schmuck immer abzulegen, wenn man den Abwasch macht oder mit Reinigungsmitteln zugange ist, sich eincremt oder andere Kosmetika benutzt. Die Inhaltsstoffe solcher Produkte können Zirkonias matt und blind machen oder zu Verschmutzungen auf der Steinoberfäche führen.
Sind Zirkoniasteine einmal verschmutzt, wird zur Reinigung mit einem weichen, leicht angefeuchteten Baumwolltuch geraten, mit dem man vorsichtig den Stein putzt. Sind die Verschmutzungen hartnäckiger, kann man den Stein in klares Wasser geben, einen Tropfen Spülmittel hinzufügen und anschließend wird der Stein mit einem Tuch gereinigt und mit klarem Wasser nachgespült.
Mit den Jahren kann die Farbe von Zirkonias verblassen. Vor allem blaue und violette Zirkonias sind davon betroffen. Ein Nachteil, vor dem echte Mineralien auch nicht gefeiht sind. Insbesondere der violette Amethyst und Quarze, deren Farbe im Nachhinein verändert wurde, verlieren häufig an Farbintensität. Die beste Vorsorge gegen das Verblassen von Schmucksteinen aller Art ist, nicht getragene Steine in einem Schmuckkästchen oder -schrank lichtgeschützt aufzubewahren.


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Siehe auch:
Solitär-Schmuck/Solitaire
4C - Qualitätskriterien zur Bewertung von Diamanten
Quarzfarben - natürliche und künstliche Farben von Quarzen

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Letzte Aktualisierung: 15. März 2019

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