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Blattgold



Nicht alles, was glänzt, ist Gold – so lautet ein altes Sprichwort. Tatsächlich ist heute oftmals so, dass zahlreiche Gegenstände, Schmuck, architektonische und dekorative Elemente nicht aus massivem Gold bestehen. Vielmehr wird sich aus Kostengründen und um Material zu sparen Blattgold bedient. Aber auch kulinarisch hat sich Blattgold einen Namen gemacht.

Inhaltsverzeichnis


Definition und Eigenschaften von Blattgold

Wie dem Namen Blattgold zu entnehmen ist, handelt es sich bei Blattgold um hauchfeine Blättchen, die aus Gold bestehen.

Gold ist eines der wertvollsten Edelmetalle, das es auf der Erde gibt. In der Mineralogie wird Gold der Mineralklasse der Elemente zugeordnet und im Periodensystem der Elemente unter der Ordnungszahl 79 erfasst.
Die Farbe von purem Gold variiert zwischen gold- und braungelb. Auf der Strichtafel hingegen – einer unglasierten Porzellantafel – zeigt sich ein deutlich metallisch schimmernder, goldener Strich. Ebenso metallisch ist der Glanz des Minerals, das von einer undurchsichtigen Transparenz geprägt ist.
Eine weitere Besonderheit von Gold ist die Härte. Auf der in der Mineralogie gängigen Mohs´schen Härteskala, welche die Mineralien der Härte nach von weich (Stufe 1, Beispiel: Talk) aufsteigend zu sehr hart (Stufe 10, Beispiel: Diamant) einordnet, wird die Mohshärte von Gold mit 2,5 bis 3 angegeben und ist somit vergleichsweise weich. So weich, dass Gold mit einem Fingernagel geritzt werden kann.
Weiterhin charakteristisch für Gold ist die sogenannte duktile Tenazität. Mit der Tenazität von Mineralien wird die Art, wie ein Mineral auf mechanische Belastungen, bspw. Schneiden, Hämmern und Biegen reagiert, beschrieben. Gold zeichnet sich durch eine duktile, geschmeidige Tenazität aus, weshalb sich das goldene Edelmetall vorsichtig zerschneiden, platt hämmern und drahtartig auseinander ziehen lässt, ohne dass es zerreißt.
Diese Eigenschaft ist es, die man sich bei der Fertigung von Blattgold zunutze macht. Je nach Verwendungszweck kann das Gold in verschiedene Dicken gehämmert werden, ohne dass die Blätter bei vorsichtigem Umgang zerreißen.


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Die Farben von Blattgold

Blattgold wird im Handel in verschiedenen Goldtönen angeboten: als strahlendes Goldgelb, Rotgold bzw. Roségold oder Weißgold. Der Grund für die unterschiedlichen Goldfarben: während der Herstellung von Blattgold werden andere Metalle hinzugefügt. Einen Rotstich gewinnt Gold durch Spuren von Kupfer, während man ein silbriges Gold durch den Zusatz von Silber erhält.


Herstellung von Blattgold

In der Natur kommt Gold als filigran verzweigte, dendritsche Aggregate oder in Form von massigen Nuggets daher. Zu klein, um daraus Blattgold herzustellen.

Aus diesem Grund werden kleine Goldaggregate zunächst soweit erhitzt, dass diese schmelzen. Der Schmelzpunkt von Gold liegt bei 1064,18 °C. Es entsteht ein Brei aus flüssigem Gold, dem teilweise noch Silber und Kupfer beigemengt werden, um die Farbe von Gold ins Rötliche oder Silbrige zu ändern.
Das noch heiße Flüssigold wird anschließend in eine Gußform gegossen. Das Ergebnis sind kleine, flache Goldbarren.
Im darauffolgenden Arbeitsschritt wird das Gold mit einer Walze bearbeitet, so dass der Barren eine Dicke von 1/33 mm erreicht. Durch das anschließende Behämmern verliert das Gold zunehmend an Dicke. In Handarbeit kommen nun schwerer werdende Hämmer zum Einsatz, bis das in in feinste Blättchen geschlagene Gold die gewünschte Mächtigkeit erlangt. Entsprechend der Dicke des Blattgolds wird zwischen Einfachgold (Dicke 1/9000 mm), Doppelgold (Dicke 1/4500 mm) und Dreifachgold (Dicke 1/3000) unterschieden. Neben der Stärke des Blattgolds verändern sich auch die Eigenschaften des Blattgolds. Mit geringer werdender Blattdicke wird das Material empfindlicher, was sich in der Eignung zum Vergolden ausdrückt. Einfachgold ist derart hauchfein, dass es nicht geeignet ist, um Gebäudeteile nachhaltig und langfristig zu vergolden. Hier kommt das robustere Dreifachgold zum Einsatz.


Verwendung von Blattgold

Blattgold in der Küche

Dass Blattgold essbar ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Eines der bekanntesten Genussmittel, das Flocken von Gold enthält, ist eine Spirituose aus Polen: Danziger Goldwasser. In dem glasklaren, würzig-kräutrig schmeckenden Likör aus Kümmel, Lavendel, Koriander, Wacholder, Zimt und Sellerie schwimmen feine Blattgoldflakes.

In den vergangenen Jahren etablierte sich Blattgold immer mehr als strahlende, außergewöhnliche Dekoration in der Garnierung von Speisen. Kam Blattgold zunächst nur in exquisiten Restaurants auf den Tisch, hält Gold zunehmend Einzug auf den Tellern. Da der Geschmack von Gold vergleichsweise neutral bis nicht vorhanden ist, werden mit Blattgold sowohl Meeresfrüchte, Hummer und Fisch, Fleisch, Gemüsegerichte, Obst, Desserts als auch Pralinen mit dem Edelmetall verziert. Genauso lässt man Goldflocken effektvoll in Sekt, Champagner, Likören oder Cocktails als Blickfang schwimmen.

Verwendet werden zu diesen Zwecken sowohl Blattgoldblätter genau wie Flöckchen bzw. Flakes. Aus Gründen der einfachen Handhabung wird Blattgold mittlerweile im praktischen Streuer angeboten.

Auch wenn es ungewöhnlich erscheinen mag, Gold ist in Deutschland als Lebensmittelzusatz zugelassen. Lebensmittel, denen Gold zugesetzt wurde, sind anhand der E-Nummer E 175 erkennbar. Da Blattgold als Genussmittel eingesetzt wird, das nicht täglich gegessen wird, ist laut diverser Anbieter von Blattgold nicht mit einer Gesundheitsgefährdung zu rechnen.


Blattgold zum Vergolden

Noch weiter in die Geschichte, als Gold zu essen, geht die Tradition, Gegenstände wie Möbel, Statuen, Bilderrahmen mit Blattgold zu veredeln und verzieren, zurück. Vor allem im religiösen Kontext wurde und wird Blattgold genutzt. So setzt nicht nur die in Osteuropa weit verbreitete Ikonenmalerei auf Gold als Farbe, auch Zeichnungen in kostbaren Kirchenbüchern wurden mit Gold geschmückt.

Ebenso populär ist seit jeher das Vergolden von Schmuck. Ringe, Ketten oder Ohrringe aus purem Gold sind oft teuer, weshalb günstigere Materialien mit einer feinen Schicht Blattgold überzogen werden, so dass der Eindruck entsteht, es würde sich um massives Gold handeln. Daneben wird Blattgold dazu verwendet, um Teile von Gebäuden im Innen- und Außenbereich optisch aufzuwerten.


Blattgold verarbeiten

Die Verarbeitung von Blattgold erfordert ein geschicktes Händchen, Geduld und Präzision. Wird ein Blattgoldblatt versehentlich zerrissen, lässt es sich nicht wieder zusammenfügen, ohne dass man Reparaturspuren erkennt.

Damit ein Gegenstand mit Blattgold überzogen wird, muss dieser zunächst gesäubert werden. Der Gegenstand muss fett- und staubfrei sein, da das Blattgold sonst nicht perfekt haftet bzw. Unebenheiten auf der Oberfläche entstehen.
Danach wird ein spezieller Leim verwendet, der im Handel unter der Bezeichnung Anlegemilch geführt wird. Mit einem Pinsel wird der Gegenstand nach Anleitung bestrichen. Anschließend kommt ein Anhebepinsel mit synthetischen Haaren zum Einsatz. Der Vorteil eine Synthetikhaarpinsels gegenüber einem Echthaarpinsel ist die Fähigkeit der statischen Aufladung. Würde man das Blattgold mit den Fingern aus dem Block entnehmen, wäre die Gefahr groß, dass das Goldpapier zerreißt, Fettabdrücke oder anderweitige Spuren von Verschmutzungen auf dem Gold hinterlassen werden. An einem statisch aufgeladenen Pinsel haftet das Blattgold mühelos. Nun wird das Blattgold vorsichtig auf den Gegenstand aufgebracht und behutsam angedrückt. Nach einer viertelstündigen Trocknungszeit wird der vergoldete Gegenstand abschließend mit Klarlack versiegelt und einen Tag trocknen gelassen.


Blattgold kaufen

Blattgold gibt es inzwischen vielerorts zu kaufen. Je nach Art der Verwendung findet man Blattgold für den privaten Gebrauch im Künstlerbedarf oder in Bastelläden sowie in ausgewählten Lebensmittelgeschäften und online im Internet.

Der Preis von Blattgold beträgt im Durchschnitt 60 Cent bis 1,50 Euro pro Blatt - abhängig von der Größe des Zuschnitts und ob das Blattgold im Block oder einzeln verkauft wird. Farbiges Blattgold, Roségold und Weißgold ist zudem unter Umständen teurer.


Siehe auch:
Essbare Steine
Katzengold
Zirkonia - ein beliebter Schmuckstein




Quellen:
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
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Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2018

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