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Zirkonia – ein beliebter Schmuckstein



Echte Diamanten zählen zu den teuersten Edelsteinen der Welt. Selbst Diamanten, die nur wenige Karat auf die Feinwaage bringen, sind oft unerschwinglich. Eine Alternative, die hinsichtlich der Optik einem Diamanten ähnlich ist, ist der Zirkonia.

Zirkonia – ein Stein aus dem Labor

Zirkoniasteine sind besondere Steine, denn im Gegensatz zu Mineralien und Edelsteinen, die natürlich entstanden sind, handelt es sich bei Zirkonias um künstlich geschaffene Steine.

Die Entstehung von Zirkonia fußt auf einem Zufall. Bereits in den frühen 1930er Jahren waren Wissenschaftler auf der Suche nach einem künstlichen Kristall, der aufgrund spezieller Eigenschaften in der Lasertechnologie eingesetzt werden konnte. Der Meilenstein in der Synthese des gesuchten Kristalls geht auf das Jahr 1973 zurück. Am Lebedew Institut für Physik an der Russischen Akademie für Wissenschaften in der russischen Hauptstadt Moskau wurde der erste Zirkonia kreiert.

Das „Rezept“ der Zusammensetzung des Kristalls aus dem Labor ist vergleichsweise simpel und lässt sich anhand des Namens Zirkonia ableiten: um Zirkonia herzustellen wird neben Zirkoniumoxid als Hauptbestandteil auch Calcium- oder Yttriumoxid verwendet. Der Anteil von Calciumoxid an der Zusammensetzung von Zirkonia beträgt fünf bis acht Prozent, wohingegen Yttriumoxid mit einem Wert von 15 bis 18 % als Bestandteil von Zirkonia vorhanden ist; beide Oxide dienen der Stabilisierung der Kristalle. Zusätzlich werden der Mischung diverse Metalloxide hinzugefügt, mit denen Zirkoniakristalle in allen Farben des Regenbogens erzeugt werden können.

Anschließend wird die Mischung aus Farbpigmenten, Zirkoniumdioxid, Calcium- oder Yttriumoxid in einem Hochtemperaturofen bei Temperaturen von etwa 2.700 °C zusammengeschmolzen und später abgekühlt. Im Ergebnis entstehen kubische Zirkoniakristalle.

Das Verfahren der Zirkoniaherstellung wurde in den nachfolgenden Jahren in gemmologischen Laboren weiter ausgearbeitet, so dass Zirkonia seit dem Ende der 1970er Jahre auch von kommerzieller Bedeutung ist. Vor allem die Schmuckbranche profitiert seitdem von Zirkonia als nahezu originalgetreue Imitation von echten Diamanten.

Die Farben von Zirkonia

Den Farben von Zirkonia sind fast keine Grenzen gesetzt. Durch die unterschiedlichsten Metalloxide kann Zirkonia in vielen Farben hergestellt werden.

Die Farbgebung orientiert sich dabei sowohl an aktuellen Farbtrends als auch an den Farben natürlich gewachsener Mineralien. War Zirkonia in der klaren, farblosen bzw. weißen Variante zunächst als Diamantimitation gedacht, gilt Zirkonia heute auch als Alternative zu anderen farbigen Edelsteinen wie Rubin, Saphir, Smaragd, Granat, Peridot/Olivin, Citrin, Rhodonit, Aquamarin, Topas, Morganit, Tansanit, Rauchquarz, Kunzit, Spinell, Amethyst oder Turmalin. Um Verwechslungen mit dem Originalstein aus der Natur zu vermeiden, wird bei einigen Händlern, welche die Farbe anhand des mineralischen Pendants bezeichnen, das Attribut -Zirkonia an den Namen angehängt, z.B. Amethystzirkonia.

Die Farbe, in der Zirkonia am häufigsten verkauft und für die Fertigung von Zirkoniaschmuck verwendet wird, ist weiß. Ferner werden Kristalle in orange, rot, rosa, violett, blau, grün, schwarz, goldbraun und türkis produziert – in verschiedenen Farbstufen, weshalb die Ähnlichkeit mit zahlreichen Mineralien nahe liegt (z.B. hellblau = Aquamarin, dunkelblau = Tansanit). Auch möglich sind Zirkonias, die ein besonderes Farbspiel aufweisen und je nach Lichteinfall zwei Farben in einem Stein aufweisen: Vorbild ist hier das Vorbild Alexandrit, dessen Farbe zwischen rot und grün wechselt.
Die technischen Möglichkeiten seit der Erschaffung des ersten Zirkonias sind seit den 1970er Jahren soweit fortgeschritten, dass sogar absichtlich kleinere Fehler wie Gasbläschen oder Risse eingearbeitet werden, um die Effekte einiger Mineralien nachzuahmen. Ein Beispiel hierfür sind Zirkonias mit einem Asterismus, d.h. Ein Effekt, der sternenförmige Reflexionen im Kristall erzeugt.

So vielfältig die Farbvarianten der Zirkonias auch sind, so gibt es Unterschiede in der Beständigkeit der Farben. Genau wie einige Mineralien reagieren Zirkonias in bestimmten Farben empfindlich auf Umwelteinflüsse, speziell Licht, und verblassen mit der Zeit. Allen voran violette und blaue Zirkonias sind vom Farbverlust betroffen.

Wie bereits weiter oben im Text erwähnt, sind die Farben der Zirkonias auf ausgewählte Metalloxide zurückzuführen. In der Reinform ist Zirkonia klar und weiß. Gibt man der Mischung Erbium- oder Holmiumoxid hinzu, wird der Kristall rosa bis intensiv pink. Violetter Zirkonia wird durch Neodym-, Kobalt- oder Manganoxid gefärbt. Grün wird Zirkonia durch den Einsatz von Vanadium- oder Chromoxid. Titanoxid wird Mischungen für goldbraunen Zirkonia beigegeben und Ceriumoxid tönt die Kristalle aus dem Labor rot, orange oder gelb. Letztere Farbe wird auch durch Kupferoxide erreicht.

Die Unterschiede in der Farbe schlagen sich mitunter im Preis von Zirkonia nieder. Da der Farberhalt blauer und violetter Zirkonia aufwändiger ist, kosten Kristalle in diesen Farben cirka das Dreifache gegenüber weißen oder andersfarbigen Zirkoniasteinen.

Die Eigenschaften von Zirkonia

Zirkonia im Vergleich

Zirkon und Zirkonia

Ein ähnlicher Name und doch verschieden.
Während Zirkon ein Mineral ist, das unter natürlichen Bedingungen entsteht, wird Zirkonia gezielt im Labor gezüchtet.
Unterschiedlich ist auch die chemische Zusammensetzung: Zirkon ist ein Silikatmineral (Zirkoniumsilikat), Zirkonia hingegen ist ein Oxid (Zirkoniumoxid).
Eine weitere Eigenschaft, anhand der sich Zirkonia und Zirkon voneinander unterscheiden lassen, ist die Härte. Zirkon ist mit einer Mohshärte von 7 bis 7.5 weicher als der Kunstkristall Zirkonia, dessen Härte 8,5 beträgt. Zudem ist Zirkonia schwerer: die Dichte wird mit 5,6 bis 6,0 g/cm³ angegeben. Zirkon bringt es auf 3,9 bis 4,8 g/cm³.
Auch die Dispersion (= die Intensität des Farbspiels geschliffener Kristalle) ist beim Zirkonia mit einem Wert von 0,065 höher als beim Zirkon mit 0,039.
Nicht zuletzt unterscheidet sich die Kristallform beider, da Zirkonia und Zirkon in verschiedenen Kristallsystemen kristallisieren. Zirkon folgt dem tetragonalen Kristallsystem und Zirkonia dem kubischen.
Die Gemeinsamkeiten von Zirkon und Zirkonia beziehen sich auf die Farbe, den glasartigen bis fettigen Glanz sowie die durchsichtige, durchscheinende Transparenz, die weder bei Zirkonia noch bei Zirkon als Alleinstellungsmerkmal herangezogen werden können.

Zirkonia und Diamant

Zirkoniasteine werden als die Alternative zu Diamanten gehandelt. Im direkten Vergleich kommen Zirkoniakristalle dennoch nicht an die Eigenschaften und die Beschaffenheit von Diamanten heran.
Diamanten bestehen aus reinem Kohlenstoff, Zirkonia hingegen wird aus Zirkoniumoxid aufgebaut. Genau wie Zirkonia in den unterschiedlichsten Farben gezüchtet werden kann, sind Diamanten neben der weißen Variante auch in farbenfrohen Tönen üblich. Die Ursache für farbige, sogenannte Fancy Diamanten sind im Kristallgitter des Diamanten eingelagerte, farbverändernde Elemente sowie Störungen mit Kristallgitterbau.
Wesentlich von Bedeutung bei der Unterscheidung von Zirkonia und Diamanten ist die Härte. Diamanten sind mit einer Mohshärte von 10 härtesten Mineralien, die es auf der Welt gibt. Zirkonia ist mit einer Härte von 8,5 weicher und kann problemlos von einem Diamanten zerkratzt werden. Andersherum ist ein Zirkonia nicht in der Lage, Schrammen auf dem härteren Diamanten zu hinterlassen.
Unterschiede gibt es auch beim Glanz. Der Glanz von Diamanten ist brillanter und strahlender, wobei der Glanz in Perfektion geschliffener Zirkonias diesem sehr nahe kommt. Der größte Unterschied ist mit Sicherheit der Preis. Ein Karat Zirkonia ist zu einem weitaus geringerem Preis zu bekommen als ein gleichgewichtiger Diamant.

Brillant und Zirkonia

Als Brillanten werden Diamanten im Brillantschliff definiert. Der Brillantschliff zeichnet sich durch eine genau Form und eine festgelegte Anzahl von Facetten aus, an denen sich das einfallende Licht bricht und auf diese Weise das Feuer, die Brillanz, im Stein erzeugt. Ursprünglich wurde der Brillantschliff für Diamanten ausgearbeitet, weshalb der Name Brillant nur für Diamanten verwendet wird. Da der Schliff auch bei anderen Edelsteinen Anwendung findet, tragen diese im Namen den Zusatz des Minerals, z.B. Amethystbrillant oder Zirkoniabrillant.

Zirkonia und Strass

Zirkonia und Strass sind leichter voneinander zu unterscheiden als Diamanten oder Zirkone. Das Material, aus dem Strass besteht, ist Glas. Der Glanz von Strass ist weniger intensiv, gleicht dem von Fensterglas. Zudem weist Strass eine geringere Härte (ca. 6,5) auf. Hinsichtlich der Farbe sind Strasssteine ebenfalls vielfältig wie Zirkonia. Ebenso ist der Preis in etwa gleich.

Cubic Zirconia, Phianit, Fianit und CZ

Zirkonia ist im Handel unter vielen Namen bekannt. Am häufigsten und bekanntesten ist jedoch die Bezeichnung Zirkonia.

In den Anfangszeiten der Zirkoniaproduktion war der Name Fianit oder auch Phianit geläufig. Angelehnt wurde der Name an den Ort der Erschaffung des Kunstkristalls: das Lebedew Institut an der Russischen Akademie für Wissenschaften; engl. Physical Institute of the Academy of Sciences, das mit Phian oder Fian abgekürzt wird.

Im Schmuckbereich hat sich in der Vergangenheit zunehmend der Name Cubic Zirkonia oder Cubic Zirconia etabliert, teilweise wird lediglich die Abkürzung CZ gebruacht. Die Bedeutung des Namens Cubic Zirkonia geht auf die Form der rohen, ungeschliffenen Kristalle zurück. Zirkonia kristallisiert im kubischen Kristallsystem; typisch dafür sind würfelförmige Kristalle und Kristalle, deren Form Doppelpyramiden gleicht. Noch konkreter ist der Name KSZ: kubisch stabilisiertes Zirkoniumoxid. Diese Bezeichnung ermöglicht sowohl Rückschlüsse auf die Zusammensetzung als auch entfernt auf das Verfahren der Herstellung. Zirkoniumoxid ist unter normalen Umweltbedingungen nicht stabil und würde zerfallen. Durch entsprechende Zugaben von den bereits erwähnten Substanzen Ytttrium- oder Calciumoxid wird dem entgegen gewirkt und beständiger Zirkonia produziert.

Weit weniger bekannt ist Zirkonia unter dem Namen Djevalit. Namenspate ist der Armenier Hrand Djevahirdjian (1880 bis 1947), der sich neben dem Schleifen von Edelsteinen auch mit der Synthese von Kristallen befasste. Um seine Verdienste in der Gemmologie zu ehren, erhielt Zirkonia das Synonym Djevalit.

Ebenfalls ein anderer Name, unter dem Zirkonia insbesondere im Homeshopping gehandelt wird, ist Diamonique.

Der Wert von Zirkonia – Zirkonia kaufen

Zirkonia ist eine günstige Alternative zu echten Diamanten, was nicht heißt, dass die Steine immer günstig sind. Um einen objektiven Maßstab für den Preis zu haben, wird sich auf die 4C berufen. Das System der 4C wurde einst ins Leben gerufen, um die Qualität von Diamanten auf der ganzen Welt nach denselben Richtlinien beurteilen zu können.

Aufgeplittet werden bei der Bewertung nach den 4C die Farbe (Color), der Schliff (Cut), das Gewicht (Carat) sowie die Reinheit der Steine (Clarity). Ähnlich verhält es sich bei der Preisbildung von Zirkonias. Auch hier gibt es feine Abstriche, denn nicht alle im Labor gezüchteten Zirkoniakristalle sind von höchster Güteklasse. Oftmals werden mit Absicht kleine Fehler eingebaut (Risse, Gasbläschen), um den Kristall authentischer und näher an der Natur wirken zu lassen. Aus diesem Grund gibt es bei der Beurteilung der Qualität von Zirkonia das System A-AAA-AAAAA. Lupenreine, Steine mit der höchsten Farbbrillanz und dem perfekten Brillantschliff sind die teuersten.
Zirkonia mit dem Beisatz A sind niedrigqualitativ und werden in der Regel nicht für Schmucksteine verwendet. Am häiufigsten sind AAA-Zirkonia, die sich durch einen hohen Grad an Glanz und Reinheit auszeichnen. Die höchste Qualität garantieren Zirkonia AAAAA, die den reinsten Diamanten täuschend ähnlich sind.

Zirkoniaschmuck

Neben den genannten Kriterien wird der Preis von Zirkoniaschmuck auch durch die Materialien bestimmt, in die der Stein eingefasst (z.B. Krappen, Ringschienen, Ketten), Weißgold, Rosegold, Gold, Silber, Platin, Titan, Edelstahl sind nur einige Beispiele, mit denen Zirkonia als Basis für Ringe, Ohrringe, Armschmuck oder Kettenanhänger kombiniert wird, die abhängig vom Wert des Trägermaterials unterschiedlich im Preis ausfallen.

Zirkonia reinigen und pflegen

Ebenso wie echter Edelsteinschmuck sollte Zirkonia mit Vorsicht behandelt werden. Kosmetikprodukte wie Seife, Creme oder Haarspray können Zirkonia verschmutzen und zu oberflächlichen Trübungen führen. Deshalb wird empfohlen, Zirkoniaschmuck wie Diamantschmuck zu behandeln und nicht zwingend mit den genannten Kosmetika in Kontakt zu bringen. Auch sollte Zirkonia sorgfältig aufbewahrt werden, um ein Verblassen empfindlicher Farben oder Beschädigungen zu vermeiden.
Für die Reinigung von Zirkonia eignen sich weiche Baumwolltücher, die nur leicht angefeuchtet werden. Sind die Verschmutzungen des Steins hartnäckiger, kann zusätzlich etwas Spülmittel zum Reinigen verwendet werden. Anschließend sollte der Stein jedoch mit klarem Wasser abgespült werden.


Siehe auch:
4C - Qualitätskriterien zur Bewertung von Diamanten
Edelsteine und Verlobungsringe
Zirkonia und Diamant




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