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Edelsteine und Verlobungsringe



Vermutlich gibt es kein anderes Schmuckstück, das mit einem Eheversprechen mehr verbunden wird als der Verlobungsring. Die Geste, seiner Auserwählten oder seinem Auserwählten einen Ring an den Ringfinger zu stecken, hat seit Jahrhunderten Tradition und steht für alle Welt sichtbar symbolisch für die Absicht, eine Ehe einzugehen.

Der richtige Verlobungsring

Die Frage, welcher Ring richtig, passend und perfekt ist, lässt sich nicht allgemeingültig und einfach beantworten. Bei der Auswahl des Verlobungsringes stehen der persönliche Geschmack hinsichtlich Design, Material der Ringschiene, Farbe, Größe und Schliff eventuell eingefasster Steine sowie nicht zuletzt das Budget im Fokus.
Deshalb ist es oft nicht einfach, den „richtigen“ Verlobungsring zu finden.


Der Klassiker: Der Solitär

Der klassische Verlobungsring ist ein Solitärring – ein Ring mit einem präsenten Stein. Gängig sind aber auch Ringe, die mehrere Steine miteinander kombinieren, ringsum in der Ringschiene gehalten werden oder aber schwebende Diamanten bzw. andere Steine, die in Form eines Spannrings den Ring schmücken.


Verlobungsring-Trend 2017/2018

In der Saison 2017/2018 stehen zwei Schliffe besonders hoch im Kurs: der quadratische Kissenschliff (englisch: cushion cut) und der Ovalschliff. Immer mehr Juweliere bieten Verlobungsringe fernab des klassischen Brillantrings ab.
Die Designs sind schlicht gehalten, sodass der Stein im Kissen- oder Ovalschliff im Fokus steht.
Zudem setzt die Branche auf Verlobungsringe mit drei Steinen, die symbolisch für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Paares stehen. Ein Trend, der nicht zuletzt durch den Verlobungsring von Megan Markle, überreicht von Prinz Harry, etabliert wurde.


Der passende Stein für den Verlobungsring

Der Klassiker unter den Steinen für Verlobungsringe ist zweifelsohne der Diamant. Kein anderer Stein funkelt geschliffen so intensiv wie das härteste aller weltweit bekannten Mineralien.
Wegen der besonderen Härte gelten Diamanten als die Steine für Verlobungsringe. Das Mineral ist kratz- und stoßfest und verliert auch nach Jahren des Tragens nicht an Brillanz und Wert.
Zeitlos und beliebt sind vor allem weiße Diamanten in Verlobungsringen, wobei es hier feine Unterschiede gibt. Experten unterteilen die Farbe von Diamanten auf einer Skala schrittweise in Abstufungen vom begehrten Weißblau über Weiß bis hin zu gelbstichigen weißen Diamanten. Unterschiede, die ein Laie vermutlich ohne Weiteres nicht erkennen wird.

Deutlicher ist der Farbunterschied von Diamanten hingegen bei sogenannten Fancy Diamonds. Mit diesem Begriff werden Diamanten bezeichnet, die nicht weiß sind, sondern in gelben, grünen, braunen, rosafarbenen, pinken, blauen, orangefarbenen oder schwarzen Tönen erscheinen.
Ein prominentes Beispiel für einen Verlobungsring mit einem Fancy Diamanten ist der Ring von Heidi Klum. Das Model kam einst von ihrem damaligen Verlobten, dem Sänger Seal, einen Verlobungsring mit einem 10-karätigen gelben Diamanten. Auch Jennifer Lopez erhielt in der Vergangenheit einen Ring mit einem farbigen Diamanten von Ben Affleck; der Verlobungsring wurde geziert von einem pinken Diamanten mit einem Gewicht von 6,1 Karat, dessen Wert sich auf 1,2 Millionen US-Dollar beläuft.

Der Wert farbiger Diamanten ist oftmals höher als der weißer Diamanten. Der Grund: Fancy Diamanten in entsprechenden Größen sind selten. Doch auch das Gewicht weißer Diamanten ist ausschlaggebend für den Preis der Steine. Je mehr Gewicht ein echter Diamant auf die Feinwaage bringt, desto teurer ist die Kostbarkeit. So soll beispielsweise der Verlobungsring von Beyoncé, den sie von Jay-Z an den Finger gesteckt bekam, 18 Karat wiegen bei einem Wert von 5 Mio. US-Dollar.

Der Preis von Diamantringen wird aber nicht nur durch die Farbe und das Gewicht bestimmt; auch die Qualitätskriterien Schliff und Reinheit tragen zur Preisbildung bei. Zusammengefasst werden diese Eigenschaften unter den weltweiten zur Beurteilung der Qualität von Diamanten gängigen 4C: Color (Farbe), Carat (Gewicht), Claritiy (Reinheit) sowie Cut (Schliff).

Neben Diamanten werden aber auch andere Edelsteine für Verlobungsringe verwendet. Blauer Saphir, roter Rubin und grüner Smaragd sind ebensolche Klassiker wie Diamanten. Das zeigen unter anderem die Verlobungsringe von Grace Kelly und Kate Middleton.
Zur Verlobung mit Fürst Rainier III. im Jahr 1956 bekam Grace Kelly, die zukünftige Gracia Patricia von Monaco, einen 10,47 Karat schweren Smaragdring überreicht.
Ein Verlobungsring mit Geschichte ist der Ring, den Prince William im Oktober 2010 der späteren Herzogin Catherine überreichte. Der mit einem 12 Karat schweren, im Vordergrund stehenden Saphir und 14 kleineren Diamanten ausgestattete Ring schmückte schon 1981 die Hand von Lady Diana, die den Ring wiederum von Prince Charles geschenkt bekam.

Eine günstigere Alternative zu echten Diamanten sind Cubic Zirconia. Zirkoniakristalle sind Gegensatz zu Diamanten nicht natürlich entstanden, sondern werden gezielt im Labor gezüchtet. Dabei sind sowohl Farbe als auch Größe keine Grenzen gesetzt. Den Unterschied zwischen Diamanten und Zirkonia erkennen oftmals nur Fachleute: Der Glanz von Zirkonia ist weniger strahlend, die Härte des künstlichen Kristalls ist geringer (Mohshärte 8 bis 8,5; Diamant 10) und Zirkonia weist eine geringe Dichte auf als der König unter den Edelsteinen.

Vorsicht ist geboten, wenn sich bei der Beschreibung von Verlobungsringen Diamantbezeichnungen wie Böhmischer Diamant, Stolberger Diamant, Herkimer Diamant, Maramoschdiamant wiederfinden, bei denen es sich tatsächlich um Bergkristall oder Topas handelt. Auch Straßsteine sind keine Diamanten, sondern kunstvoll geschliffenes Glas.

Wem nicht zuletzt die im Handel angebotenen Verlobungsringe nicht gefallen, hat zudem die Möglichkeit, bei einem Goldschmied einen Verlobungsring nach dem eigenen Geschmack zu gestalten. Mittlerweile bieten einige Schmuckhändler auch im Internet Verlobungsring-Konfiguratoren an. Bei der online-Gestaltung kann man zwischen verschiedenen Schliffen, Steinen in Lieblingsfarben und diversen Materialien der Ringschiene wählen.


Der Schliff des Steins im Verlobungsring

Wer sich für einen Verlobungsring mit einem Stein entschieden hat, steht mitunter vor der Wahl verschiedener Schliffe. Am häufigsten werden bei Juwelieren Verlobungsringe mit Diamanten im Brillantschliff angeboten. Der zeitlose Schliff ist es, der aus einem Rohdiamanten erst einen Brillanten macht. Charakteristisch für den Brillanten sind die flache Oberseite und eine spitz zulaufende Unterseite, die runde Form in der Aufsicht sowie die mindestens 32 Facetten, die das Feuer des Diamanten, die Brillanz, perfekt zum Vorschein bringen.

Einer der bekanntesten Verlobungsringe im klassischen Brillantschliff stammt aus dem Hause des Edeljuweliers Tiffany & Co.**. Der Ring wird seit mehr als 100 Jahren verkauft und trägt den Namen Tiffany Setting und ist laut Aussagen des Unternehmens der beliebteste Verlobungsring. Entworfen wurde das Schmuckstück vom Gründer des Schmuckimperiums: Charles Lewis Tiffany. Der Tiffany-Ring verfügt über einen weißen Diamanten im Brillantschliff, dessen Größe je nach Wahl zwischen 0,25 und 2,5 Karat schwankt. Der Preis für den Verlobungsring von Tiffany: 10.100 Euro für den kleinen Diamanten bis hin zu 48.900 € für den Hochkaräter.

Daneben werden Diamanten bzw. andere Edelsteine auch zu anderen Formen verarbeitet, zum Beispiel als Tropfen, rechteckig im Smaragdschliff, herzförmig, quadratisch, rund oder oval.


Die Materialien der Ringschiene

Sind der Stein und dessen Schliff ausgesucht, steht die Wahl des Materials, aus dem die Ringschiene besteht.
Gold und Silber sind häufig die erste Wahl. Ferner wird für die Ringschiene Weißgold, Edelstahl, Platin, Titan, Roségold oder Palladium verarbeitet.
Die Entscheidung, welches Material für den Ring verwendet wird, richtet sich ebenso wie der Stein nach den persönlichen Vorlieben.
Der Unterschied zwischen den verschiedenen Materialien liegt vor allem im Preis und der Qualität. Titanringe sind sehr kostenintensiv, aber weniger anfällig gegen Kratzer und Schrammen - ebenso robust sind Platin und Palladium. Im Vergleich dazu sind Silber- und Goldringe sehr empfindlich. In der Mineralogie werden Mineralien auf einer Skala der Härte nach von 1 (sehr weich, z.B. Gips) bis 10 (sehr hart, Diamant) eingeteilt. Silber und Gold sind mit einer Mohshärte von 2,5 bis 3 vergleichsweise weiche Mineralien, die sich mit einem Messer ritzen lassen. Im Vergleich dazu kann kein anderes Mineral der Welt Schrammen auf Diamanten hinterlassen.

Ist der Verlobungsring ausgesucht, stellt sich zum Schluß die Frage: An welche Hand wird der Verlobungsring gesteckt? Linker oder rechter Ringfinger? In Deutschland wird der Verlobungsring traditionell an den Ringfinger der linken Hand gesteckt. Der Grund dafür: nach einem alten Glauben geht man davon aus, dass direkt vom linken Ringfinger die Vena amoris verläuft, welche die Verbindung vom Ringfinger zum Herzen darstellt. In Polen, Österreich, der Schweiz und in zahlreichen Ländern im Süden Europas herrscht hingegen der Brauch, den Ring an den rechten Finger zu stecken. Mitunter wechselt der Verlobungsring nach der Hochzeit die Hand oder wird als Vorsteckring vor dem Ehering getragen.


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Siehe auch:
Die berühmtesten Diamanten der Welt
4C - Qualitätskriterien zur Beurteilung von Diamanten
Diamanten, die keine sind
Der Unterschied zwischen Zirkonia und Brillanten bzw. Diamanten

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Letzte Aktualisierung: 20. Juni 2018

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