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Alltägliches - Scheuermilch und Scheuersand



Scheuermittel in Form von Pulvers oder in der flüssigen Variante sind seit vielen Jahrzehnten im Haushalt präsent. Anders als bei Spülmitteln wird nicht auf die reinigende Kraft der Tenside vertraut, sondern auf die Polierwirkung der enthaltenen Scheuerpartikel.

Reinigen mit Mineralien und Gesteinen

Scheuermittel gibt es in Drogerien und Supermärkten sowohl als loses Scheuerpulver als auch als cremig-flüssige Scheuermilch zu kaufen.
Der Unterschied zwischen beiden Produkten liegt in der Zusammensetzung: Während Scheuerpulver zumeist nur aus den Scheuerpartikeln und eventuell noch Duftstoffen bestehen, ist die Liste der Inhaltsstoffe von Scheuermilch länger. Neben Wasser sind Tenside – die die Löslichkeit von fetthaltigen Flecken unterstützen, Säuren – welche die Beseitigung von Kalkablagerungen zusätzlich unterstützen, duftgebende Substanzen (Parfüm, ätherische Öle oder Duftstoffe), Konservierungsmittel und teilweise auch bleichende Inhaltsstoffe enthalten.

Die scheuernden Partikel bestehen aus feinst zermahlenen Gesteinen und/oder Mineralien. Am häufigsten kommen Marmor, Dolomit, Quarz, Kaolinit und Kreide zum Einsatz. Eindeutig zu erkennen sind die genannten Steine und Mineralien auf der Verpackung nicht. Vielmehr sind sie unter der Bezeichnung Calcium Carbonate (= kalkhaltige Steine und Mineralien wie Marmor, Dolomit und Kreide) zusammengefasst oder als Silicate (Quarz) auf dem Etikett aufgeführt.

Die natürlichen Scheuerpartikel sind aufgrund der Körnigkeit in der Lage, Ablagerungen, Schmutz und Seifenreste auf Kunststoff, Keramik (z.B. Waschbecken, Fliesen), Metallen (z.B. Töpfe, Pfannen) und Steinfliesen zu entfernen, ohne dass Kratzen oder Schrammen auf den Oberflächen zurückbleiben.
Der Grund dafür: die Härte der verwendeten Inhaltsstoffe. Mineralien werden in der Mineralogie der Härte nach auf einer Skala in zehn verschiedene Härtegrade unterteilt. Nach ihrem Erfinder - Carl Friedrich Christian Mohs - trägt die Skala den Namen Mohshärte. Aufsteigend von 1 bis 10 nimmt die Härte zu, wobei bspw. Talk mit einer Mohshärte von 1 das Mineral mit der geringsten Härte ist und Diamanten mit einem Härtegrad von 10 die härtesten aller weltweit bekannten Mineralien sind. Deshalb können Mineralien mit einer höheren Härte weichere Mineralien ritzen, anders herum kann ein weiches Mineral keine Spuren auf einem härteren Mineral hinterlassen.

Für Scheuermittel werden vorrangig calciumcarbonathaltige Mineralien und Gesteine verwendet, deren Mohshärte 2 bis 3 beträgt. Quarz ist in gängigen Scheuermitteln nicht von Bedeutung, bzw. wird nur in geringer Konzentration eingesetzt, weil Quarz mit einer Mohshärte von 6,5 wesentlich härter ist und ungewollte Schrammen verursachen könnte. Zum Vergleich: Fensterglas weist eine Mohshärte von 6 bis 6,5 auf und die Mohshärte von Porzellan beträgt etwa 8.

Aufgrund der geringen Härte und der damit einhergehenden niedrigen abrasiven Wirkung, können Scheuermittel auf vielen Oberflächen und Materialien angewendet werden. Ausgenommen sind empfindliche oder lackierte Material wie Laminat, die durch Scheuermittel stumpf werden. Entsprechende Hinweise zur Eignung finden sich zusätzlich auf Reinigungsmitteln.


Wiener Kalk und Ata

Wiener Kalk (Name wird abgeleitet von wienern, polieren) und Ata sind Scheuermittel in pulverisierter Form, die aus einem fein zermahlenen Gesteinsmehl bestehen. Der Inhaltsstoff von des original Wiener Kalks ist Kaolinit und Quarz. Andere Anbieter, deren Produkte ebenfalls die Bezeichnung Wiener Kalk tragen, verwenden Dolomit – Alternativen werden auch unter dem Namen Dolomitmehl verkauft.

Das Gegenstück, das in der DDR hergestellt wurde, heißt Ata. Ata ist ein Scheuersand, der bei den Inhaltsstoffen ursprünglich auf Soda und Sand setzte. Sand besteht chemisch betrachtet aus Siliciumdioxid – Quarz, der ein höheres abschmirgelndes Potential ausweist als der vergleichsweise sanft polierende Kalk.


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Siehe auch:
Alltägliches - Zahnpasta
Alltägliches - Lavaerde, Ghassoul und Wascherde
Alltägliches - Mineralkosmetik/Kosmetik aus Mineralien


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