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Mineralien und Edelsteine als Wertanlage



Reich werden mit Edelsteinen?

8000 US-Dollar für einen blauen Tansanitkristall? Fünf Millionen US-Dollar für einen weißen Diamanten im Collier, den einst Elizabeth Taylor trug? Mehr als zwölf Millionen Euro für einen rosafarbenen Diamanten?

Edelsteine sind nicht nur schön, sondern mitunter auch sehr, sehr teuer. Allerdings wird man nicht bei allen Mineralien mit solch exorbitanten Preisen rechnen können. Ein Bergkristall, Amethyst oder Granat wirdvermutlich niemanden hinter dem Ofen hervorlocken, wenn es darum geht, mit Mineralien ein Millionengeschäft machen zu wollen.

Millionenschwere Bergkristalle

Trotzdem gibt es Bergkristalle, deren Wert auf 3,6 Mio. Euro geschätzt wird – eine hochkarätige Ausnahme. Im Gegensatz zu den o.g. Beispielen sind diese Kristalle richtige Schwergewichte. 2005 und 2006 machten die beiden Strahler (= Mineraliensucher) Franz von Arx und Paul von Känel einen Fund im schweizerischen Planggenstock: sie entdeckten 50 Bergkristalle, deren Gesamtgewicht mit zwei Tonnen angegeben wird; bisweilen kommt ein einzelner Kristall auf ein Gewicht von 300 kg. Heute ist der „Schatz vom Planggenstock“ im Naturhistorischen Museum Bern ausgestellt.

Der Wert von Mineralien

Dieses Beispiel zeigt, dass der Preis hier aufgrund der Größe der Kristalle und der Seltenheit des Fundes in jener Dimension zustande kommt. Dass das nicht auf alle Edelsteine zutrifft, erlebt man, wenn man sich die Preise von klassischen Edelsteinen – z.B. Diamant, Saphir, Rubin und Smaragd, anschaut. Neben dem Gewicht kommen vor allem qualitative Kriterien zum Tragen. Am begehrtesten sind die klarsten und farbintensivsten Kristalle, aber auch Mineralien, die gerade en vogue sind und öffentlichkeitswirksam beworben werden – Larimar, Diopsid, Opale, Kunzit und Tansanit sind nur einige Beispiele.
Eine zusätzliche und nicht unerhebliche Wertsteigerung erfahren viele ohnehin schon kostbare Edelsteine außerdem durch den perfekten Schliff, auch wenn die Bearbeitung mit Gewichtsverlusten einhergeht. Doch der Zugewinn – das herausgearbeitete Feuer, d.h. Farbspiel und die Brillanz machen das Manko wett und steigern den Preis.

Rara sunt cara – Seltenes ist teuer

Aber nicht nur schöne Mineralien von herausragender Qualität sind wertvoll und teuer, sondern auch seltene Mineralien, deren Vorkommen trotzdem reichhaltig sind, so dass sich ein kommerzieller Abbau lohnt.
Ein Beispiel, das in letzter Zeit einen wahrhaften Höhenflug erfahren und an Popularität gewonnen hat, ist Tansanit. Ein saphirblaues Mineral, das je nach Lichteinfall seine Farbe ins Violette ändert und von dem bislang nur ein einziger Fundort bekannt ist – die Merelani Hills in Tansania. Tansanit hat sich in den vergangenen zwei Jahren zu einem begehrten Mineral für exklusiven Schmuck etabliert, astronomische Preise sind keine Seltenheit.
Ein Blick auf die Geschäftszahlen des Unternehmens, das den Blauen aus Tansania gewinnt, zeigt, dass seit 2005 die Abbaumenge von 1.460.075 Karat bis 2010 auf 2.203.818 Karat kontinuierlich gesteigert wurde. Zeitgleich stieg der Preis pro Karat von 1,41 US-$ (2005) innerhalb von fünf Jahren auf mehr als das Doppelte: 3,69 US-$/ct. Über die Gründe darf spekuliert werden. Gewiss ist, dass seit 2004 die Tansanit-Minen in den Händen der in den USA ansässigen TanzaniteOne Ltd. sind. Das Unternehmen beherrscht den weltweiten Markt mit dem blauen Edelstein und ist trotzdem nicht vor Geschehnissen der Weltwirtschaft gefeit. Zeitgleich mit der Lehman-Krise brach der Karatpreis ein. Waren es 2007 noch 3,72 US-$, die man für ein Karat Tansanit bezahlen musste, belief sich der Preis 2008 auf 3,60 US-$/ct. 2009 kostete ein Tansanitkarat 3,63 US-$.

Farbige Diamanten - Fancy Diamonds

Ein ebenfalls lohnenswertes Investment ist es, farbige Diamanten zu kaufen. Bei Auktionen erzielen farbige Diamanten regelmäßig astronomische Rekordsummen im Millionenbereich.
In Fachkreisen werden farbige Diamanten als Fancy Diamanten oder Fancy Diamonds bezeichnet. Anders als bei weißen Diamanten, bei denen der Experte einen Stich ins Zartblaue oder Hellgelbe erkennen kann, brillieren farbige Diamanten durch kräftige Farben.
Der Wert farbiger Diamanten wird - genau wie bei weißen Diamanten - durch die Kriterien der 4C bestimmt. Neben der Farbe (Color) werden auch der Schliff (Cut), das Gewicht (Carat) und die Reinheit (Clarity) herangezogen, um einen objektiven Preis zu ermitteln. Allerdings ist bei Farbdiamanten das vermutlich wichtigste Kriterium für den Wert die Farbe. Farbige Diamanten können von blauer, roter, rosafarbener, gelber, brauner, schwarzer und gelber Farbe sein. Fancy Diamanten sind in der Farbsättigung jedoch nicht immer gleich. Es gibt Fancy Diamanten, die blasser sind und farbige Diamanten, die kräftig getönt sind. Begehrt sind vor allem die ausdruckstarken, intensiven Farben. Entsprechend hoch ist der Preis solcher Diamanten. Zur Bewertung der Farbsättigung farbiger Diamanten wird genau wie bei weißen Diamanten eine Skala angewendet, siehe hier: Untertitel "Farbige Diamanten".
Nicht nur der Grad der Farbsättigung ist ausschlaggebend für den Preis von Fancy Diamanten. Rote, gelbe und blaue Diamanten sind seltener als grüne Diamanten. Das verdeutlichen auch die Ergebnisse bei Versteigerungen von farbigen Diamanten in der jüngsten Vergangenheit. So erzielte der blaue Diamant "Blue Moon of Josephine" mit einem Gewicht von 12,03 Karat (2,406 g) einen Wert von 48,4 Mio. US-Dollar. Der 5,03 Karat (1,006 g) schwere grüne Diamant Aurora Green Diamond kam für einen Preis von 16,8 Mio. US-Dollar unter den Hammer. Shlomo Moussaieff zahlte für einen roten Diamanten, Moussaieff Red Diamond (5,11 Karat/1,022 g) seinerzeit 8 Mio. US-Dollar und der Oppenheimer Blue Diamond, ein blauer Diamant mit einem Gewicht von 14,62 Karat/2,924 g, gilt aktuell als der teuerste Diamant der Welt, der jemals bei einer Auktion versteigert wurde. Der Wert des fast 3 g schweren, blauen Diamanten: 58 Mio. US-Dollar.

Gold und Geld

Einen ebenfalls hohen monetären Wert weist das Mineral Gold auf. Seit Jahrtausenden beliebt, wird das Edelmetall vermutlich nie aus der Mode kommen. Analysen der Preisentwicklung von Gold an der Börse zeigen, dass Gold seit 2008 einen aufsteigenden Trend verzeichnet. 2008 kostete eine Feinunze (= 31,10 g) Gold etwa 500 Euro. Seitdem ging es mit dem Preis stetig aufwärts, kleinere Schwankungen inklusive. Mit dem Ende des Jahres 2011 stagnierte der Preis und pendelt seitdem zwischen 1200 und 1400 Euro.

Zusammenfassend und aus Beobachtung lässt sich sagen, dass Mineralien als kurzfristige, finanzielle Wertanlage nicht zwingend lohnend sind. Auch wenn auf den ersten Blick sehr hohe Summen für bestimmte Kristalle verlangt werden, nur selten kann man diese im Fall eines Verkaufs gewinnbringend veräußern. Es sei denn, man wartet einige Jahrzehnte – einhergehend mit der natürlichen Verknappung und sich einstellendem/eingestelltem Abbau von Mineralien bestimmter Gruben – und verkauft dann. Sicherlich spielt in diesem Zusammenhang auch der Interessentenkreis für Mineralien eine Rolle. Für unbearbeitete, naturbelassene und ungeschliffene Kristalle gibt es wahrscheinlich weniger Interessenten als für eine Investition in einen Van Gogh, Rembrandt oder Monet. Sammler erfreuen sich zuletzt nicht vielmehr an den ideellen Werten der eigenen Schätze und deren Einzigartigkeit.

Reich werden mit Edelsteinen ist durchaus möglich. Vor allem Gold und seltene Mineralien, bei denen in Zukunft mit einer Verknappung zu rechnen ist oder von denen nur einige, wenige Fundorte bekannt sind, sind eine lohnenswerte Anlage. Auch farbigen Diamanten sollte man Aufmerksamkeit schenken, die aufgrund der Seltenheit mit den Jahren an Wert gewinnen.

Mineralien kaufen und tauschen
Die berühmtesten Diamanten der Welt
Qualitätskriterien zur Bewertung von Diamanten

Links:
 www.tanzaniteone.com - Abbauzahlen
 www.finanzen.net - akuteller Goldpreis
 www.finanzen.net - Entwicklung Goldpreis von 01/2008 bis heute
 www.ebay.com - Tansanit: 240 ct. für 8000 €
 www.steine-und-minerale.de - Die Riesenkristalle vom Planggenstock




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