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Alltägliches - Mineralwolle



Als Mineralwolle werden Dämmstoffe definiert, die aus Stein- oder Glaswolle bestehen.

Steine und Minerale in Mineralwolle

Glas- und Steinwolle werden bis zu 90 % aus natürlichen Materialien hergestellt, unterscheiden sich dennoch grundlegend in der Zusammensetzung.


Bild 1: Mineralwolle (Quelle: Bernd Sterzl / pixelio.de)

Für die Fertigung der Fasern von Glaswolle werden Altglas, Quarzsand und Kalkstein verwendet. Auch wenn Altglas ein anthropogenes Produkt ist, wird für die Fertigung von Glaswolle überwiegend das Mineral Quarz genutzt. Die durchschnittliche Wiederverwertungsquote von Altglas in Glaswolle variiert zwischen 30 und 60 %.

Die Basis von Steinwollefasern sind Gesteine: neben Dolomit und Basalt werden auch Diabas, Anorthosit sowie Minerale der Feldspat-Gruppe verwendet.

Zusätzlich werden die natürlichen Rohstoffe, sowohl von Glas- als auch Steinwolle, um Zusatzstoffe ergänzt, die den Zusammenhalt der Fasern unterstützen, das Produkt wasserabweisend machen und eine mögliche Staubbildung verhindern.

Herstellung von Mineralwolle

Der Ausgangspunkt der Herstellung von Mineralwolle ist das Einschmelzen der steinernen und mineralischen Rohstoffen im Hochtemperaturofen bei 1.400 bis 1.500 °C. Anschließend wird die Schmelze in Zentrifugen geschleudert; es entstehen Tropfen, die sich durch die Bewegung in der Zentrifuge miteinander verspinnen - vergleichbar mit Zuckerwatte. Um die Stein- und Glaswollefasern stärker miteinander zu verbinden, werden der Mischung Bindemittel wie bspw. Zement, Öle zur Staubprävention und wasserabweisende Zusätze beigemengt.
Im nächsten Schritt erfolgt das Aushärten bei 200 bis 250 °C, so dass abschließend nach vollständiger Erkaltung der Mineralwolle das Material in die gewünschte Form zurecht geschnitten werden kann: im Handel angeboten als Matten, Rollen oder lockere Mineralwolleflocken.

Die Herstellung von Mineralwolle ist energieintensiv. Für die Produktion von einem Kubikmeter Mineralwolle werden 100 bis 150 kWh verbraucht. Kosten, die sich später durch die dämmenden Eigenschaften aufheben können. Zudem sind die Rohstoffe von Mineralwolle sehr ertragreich in der Herstellung: ein Kubikmeter Rohstoff ergibt 150 m3 Dämmmaterial.

Eigenschaften von Mineralwolle

Entsprechend den verwendeten Rohstoffen unterscheiden sich Stein- und Glaswolle in der Dichte.
Während Glaswolle eine Dichte von 20 bis 153 kg/m3 aufweist, sind es bei Steinwolle 22 bis 200 kg/m3.

Aufgrund der geringen Wärmeleitfähigkeit ist Mineralwolle als Dämmstoff geeignet und bietet Schutz sowohl vor Kälte als auch vor Wärme.

Ein weiterer Vorteil von Mineralwolle ist, dass das Material nicht brennbar ist. Mineralwolle unterbindet sich ausbreitende Feuer, setzt im Brandfall keine schädlichen Substanzen frei und bildet keinen Rauch. Der wasserabweisenden Zusatzstoffe und der Zusammensetzung der mineralischen Bestandteile wegen verhindert Mineralwolle die Bildung von Schimmel und die Ausbreitung von Ungeziefer.

Daneben wird Mineralwolle zur akustischen Isolation verwendet, bspw. eingesetzt in Zwischenwänden oder um geräuschstarke Maschinen.

Mineralwolle ist außerdem langlebig und Mineralwolle, die seit dem Jahr 2000 in Deutschland hergestellt und seit 2005 aus dem europäischen Ausland importiert wird, sind gesundheitlich unbedenklich.

Verwendung von Mineralwolle

Die Einsatzgebiete von Mineralwolle sind vielseitig: Wärme- und Kältedämmmaterial in Gebäuden, Geräuschdämmung und Ersatz als Pflanzensubstrat im Gartenbau.

Gesundheitsgefährdung von Mineralwolle

Die heute verwendeten und im Handel erhältlichen Mineralwollefasern werden als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Jedoch nur mit Ausnahme. Mineralwolle, die vor dem 1. Juni 2000 deutschlandweit und vor dem Jahr 2005 in anderen europäischen Ländern hergestellt wurde, erfüllt die heute geltenden Anforderungen an Mineralwolle nicht. Der Grund dafür ist die seit dem 1. Januar 2005 in Gesamteuropa geltende, angepasste Gefahrstoff-Verordnung. Inhalt der betreffenden Regelung zum Thema Mineralwolle zur Wärme- und Geräuschdämmung ist, dass bestimmte Mineralfaserstoffe nicht länger produziert und genutzt werden dürfen.

Ausschlaggebendes Kriterium für die gesundheitliche Unbedenklichkeit ist die Fasergröße von Mineralwollefasern. Experimente mit Ratten und Mineralwollefasern mit einem Fasergröße von 5 µm Länge und weniger als 2 µm Breite aus den frühen 1980er Jahren ergaben, dass Mineralwolle der Fasergröße wegen krebserregend sein kann. Daraufhin wurde geschlussfolgert, dass für Menschen ebenfalls ein Krebsrisiko bestehen könnte.

Um dem Verbraucher die Unbedenklichkeit bei Verwendung von Mineralwolle zu gewährleisten, wird Mineralwolle mit Qualitätskennzeichen ausgezeichnet. Mineralwolle, die das RAL-Gütezeichen trägt, wird nachgewiesenermaßen als gesundheitlich unbedenklich eingestuft, was u.a. die Lungengängigkeit und Größe der Fasern als auch das Krebspotential betrifft. Im Fall von Mineralwolle muss der Kanzerogenitätsindex (KI) mindestens 40 betragen, um nicht als Risiko zu gelten. Mineralwolle mit geringeren KI-Werten darf nicht nach Deutschland eingeführt werden.

Trotz der neuen Gesetzeslage besteht nicht die Pflicht, ältere Mineralwolle gegen neue auszutauschen. Beim Umgang mit Mineralwolle aus den Jahren vor 2000 sind besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.
Hautreizungen wie Juckreiz und Quaddeln, die durch an der Haut oberflächlich anhaftende Fasern verursacht werden, können durch das Tragen von Handschuhen vermieden werden. Zudem sollten lange Arbeitskleidung und Schutzmasken getragen werden, um zu vermeiden, dass eventuell anfallender, feiner Staub eingeatmet wird.


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Siehe auch:
Alltägliches - Pflastersteine
Alltägliches - Glas
Bodenschätze in Deutschland


Quellen:
www.der-daemmstoff.de
www.fmi-mineralwolle.de
www.ral-mineralwolle.de
www.ral-mineralwolle.de - 50 Antworten zur modernen Dämmung
www.baubiologie.de
www.bgbau-medien - Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft: "Umgang mit Mineralwolle-Dämmstoffe (Glaswolle, Steinwolle)

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Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2018




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