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Qualitätskriterien zur Bewertung von Diamanten



Zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde für den internationalen Diamantenhandel vom Gemological Institute of America (GIA) ein System zur Beurteilung von Diamanten ins Leben gerufen – bekannt als die 4C.

4C - Maßstab für den Regenten unter den Edelsteinen

Mit der Einführung der 4C, die auch heute noch Gültigkeit besitzen, ist es möglich, die Qualität und den Wert von Diamanten anhand objektiver Maßstäbe einzuschätzen. Bedingt durch Einschlüsse im Kristall, ungleichmäßige Farbverteilung oder Farbblässe, aber auch zu geringe Größen sind nicht alle Diamanten gleich viel wert. Minderqualitäten werden stattdessen anderen Zwecken zugeführt, bspw. als Schleif- und Poliermittel.


Namentlich werden mit den 4C die Merkmale Farbe (colour), Reinheit (clarity), Schliff (cut) sowie Gewicht (carat) zusammengefasst. Aktuell hat sich zudem das Merkmal Konflikt (conflict) als fünftes C etabliert, das Rückschlüsse auf die moralisch und ethisch korrekte Gewinnung von Diamanten erlaubt.

Die Farbe (colour)

Diamanten können verschiedene Farben aufweisen. Am bekanntesten sind farblose Exemplare. Durch Beimengungen von verschiedenen Elementen oder infolge von Störungen im Kristallgitter können Diamanten auch gelb, grün, braun, rosa, pink, blau, orange oder schwarz sein.


Berühmte farbige Diamanten sind z.B. Dresden Grüner Diamant – ein grüner Diamant mit 41 Karat, Hope – ein blauer Diamant mit 45,52 Karat und Tiffany Yellow Diamond – ein gelber Diamant mit 126,54 Karat.


Diamanten, die nicht weiß bzw. farblos sind oder mit leichtem Stich ins Gelbliche gehen, werden als bunte Diamanten unter dem Namen Fancy Diamonds gehandelt. Der Begriff Fancy Diamanten wurde in den 1960er/1970er Jahren vom Gemological Institute of America (GIA) geprägt.


Die verschiedenen Farben von Diamanten werden mit den Buchstaben D bis Z angegeben. Der Grund für die Einteilung ab dem Buchstaben D ist historischen Umständen zu verdanken. Bereits vor der GIA hatten sich Diamantenhändler Gedanken um eine Ordnung nach Farben bzw. genereller Qualität gemacht. Dabei wurde unter anderem auf die ersten drei Buchstaben des Alphabets zurückgegriffen. A-Diamanten wurde dabei das Siegel von ausgezeichneter, hervorragender Qualität aufgesetzt.
Um Überschneidungen mit vergangenen Einteilungen zu verhindern, wurde fortan ab D gezählt. Auf der D bis Z-Skala der Farbgraduierung wird der Weißheitsgrad, beginnend mit dem reinsten Weiß, das ins Bläuliche geht, hin zu gelblichen Weißtönen runtergerechnet.

  • - Farblose Diamanten werden unter D bis F zusammengefasst,
  • - nahezu farblose tragen die Buchstaben G bis J,
  • - blassgelbe Diamanten erscheinen unter K bis M
  • - während sehr hellgelbe mit N bis R
  • - hellgelbe mit S bis Z gekennzeichnet werden.


Teilweise wird die Farbe auch um deutsche Bezeichnungen erweitert oder es wird auf ältere Benennungen zurückgegriffen, die sich anhand der für bestimmte Minen oder Fundorte vorherrschenden Farben orientieren.


⇒ D: Hochfeines Weiß+ (River+)
⇒ E: Hochfeines Weiß (River)
⇒ F: Feines Weiß+ (Top Wesselton+)
⇒ G: Feines Weiß (Top Wesselton)
⇒ H: Weiß (Wesselton)
⇒ I: Leicht getöntes Weiß+ (Top Crystal)
⇒ J: Leicht getöntes Weiß (Top Crystal)
⇒ K: Getöntes Weiß+ (Crystal)
⇒ L: Getöntes Weiß (Crystal)
⇒ M-N: getönt 1 (Top Cape)
⇒ O: getönt 2 (Cape)
⇒ P-Y: getönt 3 (Light yellow)
⇒ Z: getönt 4 (Yellow)

Um die Farben D bis Z genau zu identifizieren, werden spezielle Farbmusterreihen verwendet. Dazu wird der zu begutachtende Diamant neun farblich abgestuften Diamanten (von Weißblau über Weiß bis Hellgelb) gegenübergestellt.


Diamanten der Farbqualität D bis G sind am begehrtesten, aber mit acht Prozent aller Funde sehr seltene Exemplare. Die höchsten Preise erzielen blaue Diamanten, die noch rarer sind.


Fancy bzw. farbige Diamanten werden nach einem extra System bewertet. Hierbei wird genauer der Grad der Farbsättigung betrachtet.


Bezeichnung Sättigungsgrad
⇒ faint: schwach
⇒ very light: sehr hell
⇒ light: hell
⇒ fancy: mittel
⇒ fancy dark: dunkel
⇒ fancy deep: tief
⇒ fancy intense: intensiv
⇒ fancy vivid: lebhaft

Ergänzt werden die Angaben zur Farbsättigung noch um die jeweilige Farbbezeichnung, bspw. beim fancy intense pink diamond – ein intensiv pinkfarbiger Diamant mit einem Gewicht von 24,78 Karat, der für 46 Mio. US-$ im November 2010 in Genf versteigert wurde. Ein weiteres Beispiel ist der Oppenheimer Blue; ein 14,62 Karat schwerer blauer Diamant in fancy vivid blue.

Reinheit (clarity)

Entstehungsbedingt sind Diamanten nicht immer lupenrein, d.h. frei von jeglichen Einschlüssen und Fehlern. Unreinheiten in Diamanten sind nicht nur ein optisches Problem - durch Unreinheiten wird die Reflexion beeinträchtigt, die wiederum das Feuer in Diamanten negativ beeinflussen. Makel hinsichtlich der Reinheit sind auch unerwünscht, weil dies bis zu 60 %-igen Einbußen an der Preisbildung führt.


Neben Gasen und Flüssigkeiten sind es Bruchstellen, Spaltungsrisse, Trübungen, Heilungsrisse oder eingelagerte, andere Mineralien, die als Einschluss die Reinheit beeinflussen. Aber auch Einflüsse und äußerliche Makel, die nicht natürlich entstanden sind wie bspw. Schrammen, Kratzer, unebene Oberflächen oder anthropogene Ausbesserungen können sich wertmindernd auswirken.


Mitunter wird bei Unreinheiten technisch nachgeholfen, um die Qualität zu verbessern. Ein entsprechender Hinweis findet sich dann als Kommentar im Zertifikat beim Kauf von Diamanten.


Angegeben wird die Reinheit mit folgenden Abkürzungen:

Bezeichnung Kriterien der Reinheit
⇒ FL: flawless (lupenrein): unter 10-facher Vergrößerung sind weder innere noch äußere Fehler erkennbar
⇒ IF: internally flawless (intern lupenrein): bei 10-facher Vergrößerung sind keine inneren Makel zu sehen
⇒ VVS 1: very, very slightly inclusions (sehr, sehr geringfügig): Einschlüsse und/oder äußere Fehler sind nur sehr, sehr schwer unter 10-facher Vergrößerung zu erkennen
⇒ VVS 2: very, very slightly inclusions (sehr, sehr geringfügig): Einschlüsse und/oder äußere Fehler sind sehr schwer festzustellen unter 10-facher Vergrößerung
⇒ VS 1: very slightly inclusions (sehr geringfügige Einschlüsse): Einschlüsse und äußerliche Makel sind recht schwer unter 10-facher Vergrößerung wahrzunehmen
⇒ VS 2: very slightly inclusions (sehr geringfügige Einschlüsse): Einschlüsse und äußerliche Makel sind schwer unter 10-facher Vergrößerung zu sehen
⇒ SI 1: slightly inclusions (geringfügige Einschlüsse): Einschlüsse und äußere Defekte sind recht einfach unter 10-facher Vergrößerung zu identifizieren
⇒ SI 2: slightly inclusions (geringfügige Einschlüsse): Einschlüsse und äußere Defekte sind einfach unter 10-facher Vergrößerung, aber noch nicht mit bloßem Auge feststellbar
⇒ P 1: Piqué 1: Einschlüsse und äußerliche Fehler sind sehr einfach unter 10-facher Vergrößerung zu sehen. Der Diamant ist fehlerhaft, die Brillanz wird dennoch nicht gemindert.
⇒ P 2: Piqué 2: Einschlüsse und äußerliche Fehler sind mit bloßem Auge sehr einfach zu orten. Der fehlerhafte Diamant ist in der Brillanz schwach gemindert.
⇒ P 3: Piqué 3: die Einschlüsse sind von deutlich erkennbarer Größe, mit bloßem Auge auch ohne Vergrößerung wahrzunehmen. Die Brillanz ist deutlich gemindert.

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Schliff (cut)

Der Schliff von Diamanten ist das Merkmal bei der Qualitätsbewertung, das mehr als 40 % der Preisbildung von Diamanten ausmachen kann.
Beurteilt werden beim Schliff neben ausgeglichenen, gleichmäßig angeordneten und optimal ausgearbeiteten Facetten auch äußere Merkmale.


Den höchsten Preis erzielen Diamanten, deren Schliff das sogenannte Feuer besonders intensiv erscheinen lässt.
Das Feuer von Diamanten ist eine optische Erscheinung, hervorgerufen durch die Brechungen des Lichts an den Facetten von geschliffenen Diamanten. Das Licht wird in seine Spektralfarben zerlegt, so dass ein Funkeln in den Farben des Regenbogens – rot, rosa, orange, gelb, grün, blau und violett, abhängig vom Betrachtungswinkel – erzeugt wird.


Bei den äußeren Merkmalen wird beim cut zwischen natürlichen und solchen infolge der Verarbeitung sowie sonstigen Beschädigungen unterschieden.
Natürliche Merkmale gehen größtenteils mit der Entstehung des Edelsteins einher. Als Beispiele seien Wachstumslinien, die u.a. bei der Zwillingsbildung von Kristallen vorkommen oder originäre Kristallflächen genannt, die zugunsten höherer Karatzahlen in den Schliff integriert, aber nicht ausgebessert werden. Bei unvorsichtiger, fehlerhafter bzw. nicht gewissenhafter Verarbeitung von Rohdiamanten kann es zu oberflächlichen Streifen oder angerauten Facetten kommen, die das Feuer mindern. Abgebrochene Kanten oder Spitzen, Krater oder Einkerbungen werden unter sonstigen Beschädigungen zusammengefasst.


Zur objektiven Bewertung der Schliffgüte wird seit 1963 die Richtlinie RAL 560 A5E vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL; früher Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen) herangezogen.


Hauptsächlich wird beim Schliff die Brillanz begutachtet, die sich durch intensive Lichtreflexionen an den Facetten bemerkbar macht. Im Vorfeld der Bearbeitung von Rohdiamanten muss der Diamantenschleifer optimal auf den Diamanten zugeschnittene Winkelverhältnisse berechnen, gleichzeitig den Materialverlust geringstmöglich halten. Es muss das Optimum an Brillanz und Farbzerlegung herrschen.
Entscheidend dafür ist die Anzahl und Größe der Facetten, Symmetrie der Facetten sowie das Verhältnis von Ober- und Unterseite (gekennzeichnet durch die Rundiste) des geschliffenen Diamanten. Im Idealfall ist der Schliff so perfekt, dass das einfallende Licht total reflektiert wird. Unausgewogene Verhältnisse von Ober- und Unterseite schränken die Intensität des Feuers ein.


Entsprechend werden Diamanten dem Schliff nach wie folgt eingeteilt:

Bezeichnung Eigenschaften des Schliffs
⇒ very good: sehr gut; herausragende Brillanz beim perfektem Schliff
⇒ good: gut; die Brillanz ist gut, die Proportionen im Schliff weisen geringe Schwächen auf
⇒ medium: mittel; der Schliff ist in den Proportionen unausgewogen bei verminderter Brillanz
⇒ poor: gering; sehr unharmonische Schliffproportionen bei geringer Brillanz

Angaben von bestdiamonds.co.uk wird bisweilen auf den perfekten Schliff zugunsten eines höheren Gewichts verzichtet. Stattdessen wird sich an der ursprünglichen Form und Größe des Rohdiamanten orientiert, um Abstriche beim Materialverlust einzuschränken. Teilweise können beim perfekten Schliff bis zu 50 % des Ausgangsgewichts von Diamanten verloren gehen. So wog der gelbe Tiffany-Diamant in der Rohversion 287,42 Karat, geschliffen beträgt das Gewicht 128,51 Karat. Ähnlich ist es bei den Diamanten Dresden und Hope, die durch den Schliff von 119,5 Karat auf 41 Karat bzw. 112,5 Karat auf 45, 52 Karat verkleinert wurden.

Gewicht (carat)

Das Gewicht von Diamanten wird wie bei anderen Edelsteinen auch in Karat (ct.) angegeben. Umgerechnet in die Einheit Gramm entspricht ein Karat Edelstein 0,2 Gramm.


Mit der Einheit Karat wird schon seit dem Altertum gemessen. Ursprung dieses Wiegemaßes sind die Samen des Johannisbrotbaums, die 197 mg wiegen. Dennoch waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts unterschiedliche Vorstellungen der Menge eines Karats gängig. So kam dem Johannisbrotbaum-Karat das Florenzer Karat mit 0,1972 g sehr nahe, während das Leipziger Karat mit 0,20544 g und das Pariser Karat mit 0,2055 g rechneten. Seit 1907 wird nun auf Beschluss des Comité International des Poids et Mesures (CIPM – Internationales Komitee für Maß und Gewicht) das metrische Karat mit 0,2 g verwendet.


Siehe auch:
Mineralien als Wertanlage
Der Schliff von Edelsteinen
Gefälschte Edelsteine und Mineralien



Quellen:
www.gia.edu
www.deutscher-diamant-club.de
www.bestdiamonds.co.uk/a>
www.allaboutgemstones.com/a>
www.worlddiamondcouncil.com
www.diamanten-diamant.de
www.brillanten-online.de
www.beyars.com

Letzte Aktualisierung: 15. September 2017

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