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Die Farben von Blautopas



Blaue Mineralien gibt es viele: Saphir, Tansanit, Sodalith, Iolith, Kyanit, Aquamarin, Larimar, Lapislazuli oder Blautopas. Doch während die Farbe der meisten blauen Mineralien natürlichen Ursprungs ist, wird dem Mineral Blautopas künstlich nachgeholfen, um die namensgebende blaue Farbe zu erzeugen oder intensivieren.

Blauer Topas

Topas ist ein Mineral, das es in vielen verschiedenen Farben gibt. Neben farblosen Exemplaren können Topase auch von gelber, grüner, brauner, roter oder blauer Farbe sein.
Unter den farbigen Topasen gilt der blaue, naturbelassene Topas als eine Seltenheit. Typisch für natürlich gefärbten Blautopas ist ein sehr helles, zartes Blau.
Blautopas in kräftigen, ausdruckstarken Farben ist hingegen das Ergebnis einer nachträglichen Farbbehandlung.

Unterschieden werden bei Blautopas drei Farbtöne:
1. Sky Blue Topaz/Topas – Himmelblauer Topas: ein zartes Hellblau, vergleichbar mit mit der Farbe des Himmels an Schönwettertagen.
2. Swiss Blue Topaz/Topas – Schweizer Blau: ein helles Blau, dessen Farbe der Verpackung einer quadratischen Schokoladenmarke in der Sorte Alpenmilch gleicht.
3. London Blue Topaz/Topas – London Blau: ein dunkles, leicht grünstichiges bzw. ins Petrol gehendes Blau.


Vergleich Blautopas und Aquamarin – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Bedingt durch die verschiedenen Blautöne liegt die Verwechslung mit anderen blauen Mineralien nahe.
Am ehestesten ist das Blau von Blautopasen mit Cyanotrichit, Covellin, Aurichalcit, Coelestin, blauen Diamanten, Zirkon, Zirkonia und Aquamarin vergleichbar. Da insbesondere Aquamarin von den aufgezählten Mineralien genau wie Blautopas zu Schmucksteinen verarbeitet wird, ist die Gefahr, beide Mineralien miteinander zu verwechseln, hoch.

Betrachtet man einzig die Farbe und die Kristalle, sind Aquamarin und Blautopas nur schwer auseinanderzuhalten. Das Blau ist ähnlich, die Aggregate beider Mineralien können massig sein; auch wenn Aquamarin sehr häufig in Form von säuligen Kristallen zu finden ist. Ist der Stein aber erst einmal geschliffen, ist der Vergleich und die Bestimmung anhand der Kristalle ohnehin hinfällig.

Zudem weisen beide Mineralien den gleichen glasartigen Glanz und eine ähnliche Transparenz auf (Blauopas: durchsichtig bis durchscheinend; Aquamarin: durchsichtig bis undurchsichtig).

Zusätzlich liegen Aquamarin und Blautopas gleichauf bezüglich der Mohshärte. In der Mineralogie werden Mineralien der Härte nach von 1 (sehr weich, Beispiel: Talk) bis 10 (sehr hart, Beispiel: Diamant) eingeordnet. Sowohl Blautopas als auch Aquamarin rangieren auf der Mohs´schen Härteskala auf Platz 8.

Neben vielen Gemeinsamkeiten weisen die genannten blauen Mineralien auch einen wesentlichen Unterschied auf: die Zusammensetzung. Blautopas: Al2(F,OH)2SiO4 und Aquamarin: Al2Be3(Si6O18).

Ferner unterscheiden sich Aquamarin und Blautopas im Kristallsystem. Blautopas kristallisiert dem orthorhombischen Kristallsystem folgend, Aquamarin nach dem hexagonalen Kristallsystem.


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Ursprung der Topasfarbe

Blautopase sind innerhalb der Topasfamilie diejenigen Vertreter mit der seltensten Farbe. Kein Wunder, dass naturbelassener Blautopas zu den teuersten Edelsteinen der Welt zählt. Doch gleichzeitig wird der Schmuck- und Edelsteinmarkt aktuell mit dem blauen Edelstein überschwemmt.

Allerdings wurde in der jüngsten Vergangenheit keine neue, ertragreiche Blautopasmine entdeckt, vielmehr werden andersfarbige Topase nachträglich veredelt.
In der Vergangenheit haben sich zwei Methoden bewährt, um farblose, gelbe oder blaustichige Topase in die begehrten Blautöne Sky Blue, Swiss Blue oder London Blue umzuwandeln: Erhitzen und ionisierende Bestrahlung.
Im Zuge der Bestrahlung von Topas kommen Gamma- oder Elektronenstrahlung zum Einsatz. Für den Träger von Echtsteinschmuck, bei dem bestrahlter Blautopas eingefasst ist, besteht dennoch keine gesundheitliche Gefahr. Lediglich, wenn der blaue Schmuckstein mit Neutronen bestrahlt wird, hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)** zum Schutz des Verbrauchers festgelegt, dass nach Anwendung des Verfahrens der Neutronenbestrahlung entsprechend farblich veränderte Mineralien erst nach einer Abklingzeit in den Handel gebracht werden dürfen.

Nach der Farbveränderung können Blautopase wie andere Schmucksteine auch behandelt werden. Die Farbe ist von Dauer.


Trendmineral Blautopas

Dass sich Blautopas zu einem beliebten Edelstein etabliert hat, liegt vermutlich auch am Zeitgeschmack. Das Farbinstitut Pantone** kürt jährlich die Farbe des Jahres. Im Jahr 2016 wurden die Farben Rose Quartz und Serenity – ein Blauton, vergleichbar mit dem Blau von Blautopas, zu den Farben des Jahres gewählt.

Aufgrund seiner Eigenschaften ist Blautopas geradezu geeignet, als Schmuckstein verarbeitet zu werden. Da blaue Mineral ist hart genug, um im Alltag nicht leicht zerkratzt zu werden und lässt sich einfach schleifen. Von Bedeutung sind vor allem Facettenschliffe, welche die Wirkung der faszinierenden Farbe des blauen Topas´ optimal betonen.


Als in den 1970er Jahren erstmals farbbehandelter Blautopas zum Kauf angeboten wurde, war der edle Stein zunächst sehr teuer. Den Angaben des Gemological Institute of America (GIA)** zufolge lag der Preis in den Anfangsjahren bei 20 bis 40 US-Dollar pro Karat. Kein Vergleich zum erschwinglichen Preis heutzutage.



Siehe auch:
- Quarzfarben - natürliche und künstliche Farben von Quarzen
- Mineralien als Trendfarben - Pantone Trendfarben 2017
- Zirkoniaschmuck


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- Newman GG, Renée (2016): Gemstone Buying Guide. International Jewelry Publications,U.S.; Auflage: Revised*
- www.bfs.de - Sind Schmucksteine radioaktiv?
- www.gia.edu - topaz quality factors
- www.gemselect.com - london blue topaz

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Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2018

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