Logo

Johann Wolfgang von Goethe



Johann Wolfgang von Goethe: Jurist, Philosoph, Mineraloge und Geologe.

Ein Jurist auf geowissenschaftlichen Wegen

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 im hessischen Frankfurt geboren.

Auch wenn Goethe vielmehr als Dichter Bekanntheit erlangte, befasste sich der studierte Jurist schon früh mit Steinen und Mineralen.

Bild 1: "Über den Granit"

Eine der ersten geologischen Stationen in Goethes Leben war Straßburg. Studienbedingt verbrachte Goethe die Jahre 1770 und 1771 in der französischen Stadt. Aus dieser Zeit stammen erste Beschreibungen Goethes über eigene Funde von Fossilien.

Goethe der Bergrat

Nach Beendigung des Studiums der Rechtswissenschaften ging Goethe 1775 nach Weimar. Ein Jahr später wurde er Mitarbeiter in der Regierungsbehörde des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, die 1777 die Bergwerkskommission gründete. Der Vorsitz wurde von Goethe übernommen. Zu den Aufgaben von Goethe zählte es unter anderem, den erneut versuchsweise in Betrieb genommenen Silber- und Kupferbergbau zu überwachen und koordinieren.

Mit der Arbeit als Bergrat wuchs das Interesse an geologischen Themen, so dass sich Goethe ab 1780 intensiv mit dem Aufbau von thematischen Sammlungen von Gesteinen und Mineralen befasste. Bis zu seinem Tod bestand die Steinsammlung aus 17.800 Fundstücken, die er selber zusammengetragen hatte, aber auch Geschenke waren.

Goethe und der Granit

Ein Schwerpunkt von Goethes geologischen Studien waren Granite, über die er zum Beispiel bei Besichtigungen vom Brocken oder Felsenlabyrinth Luisenburg berichtete. Als überzeugter Neptunist war Goethe der Ansicht, dass alle Steine Kristallisationsprodukte aus dem Urmeer sind, welches wiederum Zeugnis des Sechstagewerks der Schöpfung sei. Deshalb sah Goethe im Gestein Granit auch die steinerne Symbolik der Heiligen Dreifaltigkeit – dargestellt in Form der aufbauenden Minerale Feldspat, Quarz und Glimmer.

Das Wissen um Steine und Minerale brachte sich Goethe zum Teil autodidaktisch durch Literaturstudien, Beobachtungen vor Ort oder im Austausch mit anderen Wissenschaftlern seiner Zeit bei. Seine Lehrmeister waren u.a. Naturforscher Alexander von Humboldt (1769 bis 1859), der Geologe Horace-Bénédict de Saussure (1740 bis 1799) und der Steinmetz Joseph Müller (1727 bis 1817).

Die Ziele der Exkursionen von Goethe waren zahlreich und verschieden. Viel Zeit verbrachte er im Harz, Böhmen, Süditalien und in den deutschen, schweizerischen, österreichischen und italienischen Alpen. Heute noch sind viele Notizen und Zeichnungen seiner Reisen existent, in denen sich Goethe mit Gesteinen, deren Vorkommen und Anordnung im Gebirge sowie Überlegungen zur Entstehung der Erde auseinandersetzte.

Die Sammlungen von Goethe sind heute noch erhalten und zum Beispiel im Museum des Prämonstratenser-Stifts in Teplá (Tschechien) und im Goethe Nationalmuseum Weimar zu sehen.

Kennzeichen der Sammlung von Goethe ist die Einteilung nach so genannten Suiten. Hierbei handelt es sich um Kollektionen von Steinen und Mineralen aus einer bestimmten Region oder Fundstelle, die der Vielfalt nach vor Ort ausgewählt wurden, um einen umfassenden Überblick über die hiesigen Varietäten zu geben – bspw. Suite Tirol, Böhmen, Zillertal, Gastein oder Italien.

Um zu zeigen, dass Goethe nicht nur ein Poet, sondern auch Geologe war, wurde im Sommer 2008 die erste Station der Via Goethe im italienischen Etschtal eingeweiht. Die Route der Goethe-Straße folgt dem Verlauf von Goethes geologischen Exkursionen von Böhmen aus beginnend, über die Alpen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz bis nach Italien verlaufend. An verschiedenen Standorten wurden dazu Schautafeln mit Erklärungen errichtet, die Goethes Ansichten abbilden, auch im Vergleich zum heutigen Kenntnisstand der Geowissenschaften.

Wie bei vielen anderen Geologen oder Mineralogen auch, wurde Goethe zu Ehren ein gelb-braunes Mineral Goethit benannt.

Im Alter von 82 Jahren verstarb Goethe am 22. März 1832 in Weimar.

Auswahl von Schriften zum Thema Geologie, verfasst von Goethe:


Jahr Titel
1784 Über den Granit
1807Die Metamorphose der Erde
1807 Sammlung zur Kenntnis der Geologie von und um Karlsbad
1807 Beschreibung der Karlsbader Müllerischen Steinsammlung. Zur Kenntnis der böhmischen Gebirge
1820Darstellung meines geologischen Ganges
1822 Erlauchter Gegner aller Vulkanität
1823Vergleichsvorschläge, die Vulkanier und Neptunier über die Entstehung des Basalts zu vereinigen

Siehe auch:
Neptunismus
Friedrich Simony
Gustav Rose



Quellen:
www.goethe.de
www.goethezeitportal.de
www.deutsches-museum.de
www.weimar-tourist.de - Goethe Nationalmuseum
www.klastertepla.cz/de - Prämonstratenserkloster Teplá
www.geotourist-freiburg.de
www.geologie.ac.at - M.Geyer, G.Bissig, G.Maul, M.Meissner, A.Peterek, I.Pustal und H.-G. Röhling: Goethe und die Geologie - Ein geotouristisches Nutzungskonzept zu den geologischen Schriften Johann Wolfgang von Goethes. 2007
www.geologie.ac.at - G.Lehrberger: Die GOETHEsche Gesteinssammlung im Stift Tepl – Geschichte und aktuelle Bestandsaufnahme

Letzte Aktualisierung: 14. Juli 2017




Unsere Buchmpfehlung

Der neue Kosmos-Mineralienführer: 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien Quiz

Kennen Sie sich aus in Mineralogie und Geologie? Dann testen Sie Ihr Wissen in unserem Mineralien-Quiz!

Zum Quiz

Mineralien-Steckbriefe