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Die Schneekopfkugeln vom Thüringer Wald



Mit Kristallen gefüllte Gesteinskugeln aus Porphyr aus dem Thüringer Wald.

Definition und Mineralbestand

Der mit 978 m ü. NN zweithöchste Berg im Thüringer Wald – der Schneekopf – ist Namenspate der Schneekopfkugeln.


Bild 1: Schneekopfkugeln; Fundort: bei Finsterbergen

Wie es dem Namen bereits zu entnehmen ist, handelt es sich bei Schneekopfkugeln um Gesteinsknollen von traubiger bis kugelförmiger Gestalt, die in der näheren Umgebung des Schneekopfs gefunden werden können.
Die Größe bzw. der Durchmesser von Schneekopfkugeln ist sehr verschieden; angefangen von kleinen, etwa wachteleiergroßen Exemplaren bis hin zu Schneekopfkugeln im Dezimeterbereich.


Äußerlich sind Schneekopfkugeln vergleichsweise unscheinbar. Das Gestein, das die Kristalle im Inneren ummantelt, heißt Rhyolith (teilweise auch als Quarzporphyr bezeichnet). Charakteristisch für Rhyolith ist die hellgraue bis braune oder leicht rot-violette Farbe des Gesteins, das von Einsprenglingen anderer Minerale – z.B. Biotit, Hornblende, Apatit oder Magnetit – durchsetzt ist (sog. porphyrisches Gefüge: einheitliche Gesteinsmatrix, in der größere Kristalle von Mineralen vorhanden sind). Rhyolith kann man von anderen Gesteinen recht einfach unterscheiden, da das magmatische Gestein eine gewisse Ähnlichkeit mit der Optik von Beton aufweist.


Wesentlich begehrter ist der Inhalt jener Gesteinsknollen: Quarze wie Bergkristall und Amethyst sowie Achat, aber auch Hämatit, Fluorit, Baryt und Jaspis füllen die einstigen Gesteinshohlräume gänzlich oder zum Teil aus.


Bild 2: geschlossene und geöffnete Schneekopfkugel

Entstehung der Schneekopfkugeln

Die Entstehung der Schneekopfkugeln des Thüringer Waldes ist auf zahlreiche Ausbrüche des dort vormaligen Vulkanismus´ zurückzuführen. Vor etwa 250 Millionen Jahren zutage getretene saure Lava bildete aufgrund des hohen Gasgehaltes zahlreiche mit Gas und gesättigten Lösungen gefüllte Blasen in der Lava. Mit der Zeit kristallisierten jene Lösungen aus und bildeten die heutigen Minerale umgeben von der harten Gesteinsknolle.

Vorkommen der Schneekopfkugeln

Die Möglichkeiten, Schneekopfkugeln zu finden, sind nicht nur auf den Schneekopf zwischen Oberhof und Gehlberg beschränkt. Auch wenige Kilometer nördlich vom Schneekopf bei Finsterbergen, Tambach-Dietharz und Friedrichroda gibt es Fundstellen; u.a. am Seebachfelsen, Gottlob, Nesselhof oder beim Spießberghaus.


Allerdings darf bei der Suche nach Schneekopfkugeln nicht nach Belieben in der Erde gegraben werden, da dem sowohl naturschutz- wie auch eigentumsrechtliche Gründe gegenüberstehen. Vorab sollte sich daher über die Bedingungen zur Suche informiert werden bzw. entsprechende Genehmigungen eingeholt werden.



Siehe auch.
- Der Granatglimmerschiefer vom Ötztal
- Die Bernsteinstraße
- Die Deutsche Edelsteinstraße



Quellen:
Müller, H. H. (1988): Reisehandbuch Thüringer Wald und Randgebiete: Arnstadt, Gotha, Eisenach, Bad Salzungen, Meiningen, Hildburghausen, Eisfeld, Sonnberg, Saalfeld, Rudolstadt. VEB Tourist Verlag, Berlin/Leipzig*
Wagenbreth, O. und W. Steiner (2001): Geologische Streifzüge. Landschaft und Erdgeschichte zwischen Kap Arkona und Fichtelberg. Spektrum Akademischer Verlag*

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 18. Dezember 2017

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