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Eigenschaften von Mineralen - Pleochroismus



Viele Minerale ändern ihre eigentliche Farbe, wenn sie in einen anderen Beleuchtungswinkel gehalten werden. Jene Mehrfarbigkeit wird als Pleochroismus bezeichnet und dient als Kriterium zur Bestimmung von Mineralen. Zudem ist der Pleochroismus in der Edelsteinbearbeitung zu Schmuckgegenständen von Entscheidung, da so das Farbspektrum optimal ausgearbeitet werden kann.

Mehrere Farben in einem Mineral

Wird bei pleochroitischen Mineralen die Lageposition und damit der Einfallswinkel des Lichts verändert, kann es zu unterschiedlichen Farben und Helligkeits- bzw. Farbintensitätvariationen in ein und demselben Mineral kommen.

Ursache für den sog. Pleochroismus ist die sogenannte Doppelbrechung in den Kristallen, die dazu führt, dass eintreffendes Licht in senkrecht zueinander stehende Lichtstrahlen zerteilt wird. Resultierend ergeben sich verschiedene Effekte von Reflexion, Absorption und Lichtbrechung.

Kristallsysteme und Pleochroismus

Abhängig vom Kristallsystem sind nicht alle Minerale pleochroitisch.
Kubische Minerale wie z.B. Almandin, Fluorit, Pyrit und Lapislazuli verfügen lediglich über eine einfache Lichtbrechung, währenddessen trigonale, tetragonale, hexagonale, orthorhombische, monokline und trikline Minerale doppelbrechend sind. Innerhalb der Minerale mit Doppelbrechung wird zusätzlich unterschieden, wie viele Farbe als Folge des Pleochroismus auftreten können.
Dichroitische Minerale zerlegen das Licht in den Kristallen in zwei Farben – ein Effekt,der bei trigonalen, tetragonalen und hexagonalen Mineralen beobachtet wird.
Orthorhombische, monokline und trikline Minerale sind trichroitisch und erzeugen drei Farben.
Wird das Licht in Mineralen in mehr als drei Farben zerlegt, wird von mitunter von polychromatischen Mineralen gesprochen.

Da der Pleochroismus nicht immer besonders stark ausgeprägt ist, findet sich bei der Beschreibung von Mineralen oft der Zusatz starker, deutlicher oder schwacher Pleochroismus.

Den Pleochroismus bestimmen

Zur Bestimmung des Pleochroismus reicht in einigen Fällen die einfache Betrachtung des Minerals im Licht, andere Minerale müssen unter dem Dichroskop (Haiding´sche Lupe) begutachtet werden. Das Instrument ähnelt einer Röhre mit Öffnungen an jedem Ende. Im Inneren des Dichroskops ist eine Linse bestehend aus Calcit eingearbeitet, die den Lichtstrahl zerteilt. Wird ein zu bestimmendes Mineral in die Nähe einer Lichtquelle gebracht und unter der Lupe betrachtet, erscheint, sofern das Mineral pleochroitisch ist, das entsprechende Farbspiel.

Beispiele für verschiedene Farben des Pleochroismus



Farbe Beispiele
grünAktinolith, grüner Apatit, Benitoit, Hiddenit, grüner Beryll, Chrysoberyll, Hypersthen, Malachit, Euklas, Enstatit, Peridot, Epidot
blauAktinolith, Axinit, Azurit, Apatit, Aquamarin, Lazulith, Saphir, Cordierit
orangeAlexandrit, Phenakit
gelbAndalusit, Apatit, gelber Beryll, Epidot, Heliodor, Chrysoberyll, Hypersthen, Nephrit, Rubin, Cordierit
violettAmethyst, violetter Beryll, Cordierit, Kunzit
farblosApatit, Benitoit, Peridot, Lazulith, violetter Beryll, Malachit, Phenakit
braunAndalusit, Axinit, Epidot, Nephrit, Purpurit, Zirkon
rosaMorganit, Rosenquarz
rotbraunAndalusit, Rauchquarz
rotgrüner Alexandrit, Andalusit, Chrysoberyll, Purpurit, Rhodonit, Rubin

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Links:
... und Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München




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