Logo

Eigenschaften von Mineralen - Spaltbarkeit und Bruch



Spaltbarkeit und Bruch sind zwei Eigenschaften von Mineralen, die besonders bei der Bearbeitung z.B. zu Schmucksteinen beachtet werden müssen. Bei Unachtsamkeit kann das Mineral zerfallen oder entstehen Risse, die den Wert mindern. Andererseits wird sich diesem Umstand bedient, um mangelhafte Kristalle von fehlerfreien zu trennen.

Spaltbarkeit von Mineralen

Mit der Spaltbarkeit von Mineralen wird die Eigenart von Mineralen infolge von mechanischer Belastung in Spaltstücke zu zerspringen definiert.


Die Spaltbarkeit wird sowohl durch den Bau des Kristallgitters als auch durch Kohäsionskräfte zwischen den mineralbildenden Atomen bestimmt. Stellen dürftiger Kohäsion oder Fehler bzw. Schwachstellen im Gitterbau von Mineralen wirken sich günstig auf die Spaltbarkeiten aus, häufig bereits anhand von Spaltrissen bzw. Kristallflächen im Mineral erkennbar. Gelegentlich wird die Spaltbarkeit in einigen Quellen mit Attributen näher erläutert, insofern, dass der Spaltkörper beschrieben wird.


Spaltbarkeit Beispiele
kubischHalit, Sylvin, Galenit
oktaedrischFluorit, Cuprit, Perowskit, Vesuvian, Beryll
basalAnatas, Diaboleit, Antimon, Schwefel, Kassiterit
rhomboedrischSmithsonit, Rhodochrosit, Dolomit, Siderit, Proustit
pinakoidalAragonit
prismatischCinnabarit, Cerussit, Chrysoberyll
pyramidalWulfenit

Weit häufiger findet sich jedoch die Unterscheidung in Anlehnung der Tendenz der Spaltbarkeit und dem Charakter der Spaltfläche in:

1. sehr/höchst vollkommene Spaltbarkeit:
die Spaltflächen stehen parallel zueinander und zeichnen sich durch ebene Oberflächen aus.
Beispiel: Minerale der Glimmergruppe wie Muskovit, Fuchsit und Biotit, Gips, Graphit, Bornit, Fluorit und Auripigment


2. vollkommene Spaltbarkeit:
die Spaltflächen sind leicht voneinander zu trennen, jedoch nicht vollständig, es entstehen Begrenzungsflächen.
Beispiele: Topas, Galenit, Disthen, Zinkblende, Fluorit


3. gute Spaltbarkeit:
die Spaltflächen der spaltbaren Minerale weisen keine ebene Oberfläche auf.
Beispiele: Feldspäte, Pyroxene


4. deutliche Spaltbarkeit:
sichtbarer Übergang zum Bruch, die Bruchstellen sind den Spaltflächen untergeordnet vorhanden.
Beispiele: Orthoklas, Olivin

undeutliche/unvollkommene Spaltbarkeit:
Spaltbarkeit ist nur erschwert möglich, Spaltrisse sind nicht vorgezeichnet. Beispiele: Kassiterit, Granat, Korund, Magnetit


5. nicht spaltbar:
diese Minerale zeichnen sich durch deren Bruch aus, Spaltung ist nicht möglich.
Beispiele: Diamant, Quarz, Chromit, Gold, Silber, Kupfer, Akanthit


Der Bruch von Mineralen

Minerale, die keine Spaltbarkeit aufweisen, bilden bei Druckbelastung nicht regelmäßige Flächen (Bruch). Die Entstehung von Bruchstellen ist im Gegensatz zu den Spaltflächen nicht durch den Kristallgitterbau vorgeschrieben.
Einige Mineralien weisen zudem zeitgleich Spaltbarkeit und Bruch auf, mitunter ist der Bruch vieler Minerale mehrfach ausgeprägt. In diesen Fällen wird der Bruch bspw. als muschelig-spröde angegeben.


Der Bruch von Mineralen nach dem Aussehen der Bruchstelle wird in folgende Brucharten unterschieden:

muschelig: kreisförmige Riefen an der Bruchstelle
Bsp.: Quarz, Schwefel, Cinnabarit, Realgar, Pyrit, Proustit, Chalcedon, Fluorit


uneben: keine Regelmäßigkeit der Bruchkanten
Bsp.: Sylvin, Akanthit, Antimon, Markasit, Auripigment, Halit, Hausmannit


erdig: Bruchstelle ist glanzlos und stumpf
Bsp.: Aluminit, Kaolinit, Limonit


glatt: ebene Bruchstellenoberfläche
Bsp.: Baryt


faserig: Bruchstelle gleicht kleinen Härchen
Bsp.: Tigerauge, Selenit, Gips


splittrig: Mineral sondert kleine Teilstücke/Splitter ab
Bsp.: Jadeit, Wollastonit, Granat


hakig: an der Bruchstelle bilden sich kleine, scharfe Widerhaken
Bsp.: Kupfer, Silber, Gold


Siehe auch:
Bestimmung von Mineralen
Gletscherschrammen
Eigenschaften von Mineralen - Glanz


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*

* = Affiliate Link, d.h. beispielhafte Links, die zum Partnerprogramm von Amazon führen und bei erfolgreichem Verkauf mit einer Provision vergütet werden, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen.

Letzte Aktualisierung: 7. Juni 2018

Kategorien


Unsere Mineralien-Empfehlungen

Mineralienkalender für 2019

Mineralienkalender für 2019

Mehr Details


angeboten bei Amazon




Unsere Buchmpfehlung

Der neue Kosmos-Mineralienführer: 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien Quiz

Kennen Sie sich aus in Mineralogie und Geologie? Dann testen Sie Ihr Wissen in unserem Mineralien-Quiz!

Zum Quiz

Mineralien-Steckbriefe