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Diamant und Bergkristall (Quarz) unterscheiden



Was sind Diamanten? Was ist ein Bergkristall? Zwei bekannte Minerale im Vergleich.

Zu Schmucksteinen bearbeitet, wie zum Beispiel als Solitär in Ringen, unterscheiden sich beide Minerale auf den ersten Blick kaum. Dennoch sind Bergkristalle und Diamanten unterschiedlicher als man denkt.

 

Bild 1: Bergkristalle und Diamant, rechts im Bild

Unterschiede von Diamant und Bergkristall

Zusammensetzung: Diamant besteht chemisch betrachtet aus reinem Kohlenstoff (C), wird deshalb nach der Systematik der Minerale den Elementen zugeordnet.
Bei Bergkristall handelt es sich um die farblose Varietät von Quarz, zusammengesetzt aus SiO2 – ein Oxidmineral.

Kristallsystem: Bergkristall kristallisiert im trigonalen Kristallsystem, wobei sechsseitige Prismen – sechseckiger Grundriss vergleichbar mit einer Bienenwabe, ausgebildet werden. Begrenzt werden die Kristalle an der Spitze durch pyramidenförmige Enden. Mitunter weisen Bergkristalle an beiden Kristallenden pyramidenförmige Kristallspitzen auf: Doppelender genannt.
Diamanten hingegen kristallisieren im kubischen Kristallsystem. Entsprechend haben Diamantkristalle die Form von Würfeln, Oktaedern (Achtflächner mit quadratischer Grundfläche, von der beidseitig ausgehend eine vierseitige Pyramide „aufgesetzt“ ist) oder Dodekaedern (Zwölfflächner mit jeweils fünfseitigen Flächen).

Größe: Hier existieren große und gewichtige Unterschiede. Der größte, jemals gefundene Diamant trägt den Namen Cullinan. Der Cullinan-Diamant wurde 1905 in Südafrika entdeckt und wog im unbearbeiteten Zustand 3106,7 Karat, was einem Gewicht von 621,34 g entspricht.
Bergkristalle sind da schon größer. So wiegen beispielsweise einige der Riesenkristalle vom Planggenstock 300 kg bei einer Länge von 107 cm. Gefunden wurde die Kristalle 2006 in der Schweiz (siehe dazu auch News-Eintrag vom 24. Mai 2011: Riesenkristalle - der Schatz vom Planggenstock).

 

Bild 2: Glanz von Bergkristall (links) und Diamant (rechts)

Glanz: Dem Glanz und Funkeln von Diamanten wurde eigens die Kategorie vom Diamantglanz eingeführt – strahlend und brillant.
Der Glanz von Bergkristall wird mit glasartig umschrieben, vergleich mit dem Glanz von Fensterglanz. Auch geschliffen und poliert kommt der Glanz von Bergkristallen nicht an das regenbogenartige Feuer von Diamanten heran.

Spaltbarkeit: Bergkristall ist nicht spaltbar. Im Vergleich dazu sind Diamanten vollkommen, d.h. sehr gut spaltbar.

Spezifisches Gewicht: Mit einem Gewicht von 3,47 bis 3,55 ist Diamant schwerer als Bergkristall mit 2,65.

Härte: Das wohl eindeutigste Unterscheidungsmerkmal von Diamant und Bergkristall ist die Mohshärte beider Minerale. Die Härte gibt den Widerstand beim Ritzen mit scharfkantigen Gegenständen wieder. Insgesamt werden Minerale nach zehn Härtegraden beurteilt: Talk ist das Mineral mit der geringsten Härte (1), während Diamant (10) die härteste bekannte Substanz ist. Bergkristall nimmt auf der Mohs´schen Skala eine 7 ein – um drei Härtegrader geringer als Diamant. Damit sind Diamanten wesentlich härter als Bergkristalle und in der Lage, Kratzer auf Bergkristallen zu hinterlassen; andersherum jedoch nicht.

Entstehung: Bergkristall als Quarz kristallisiert aus siliciumhaltigen Lösungen aus, ist deshalb auch Bestandteil (Gemengteil) zahlreicher, magmatischer Gesteine wie Granit, Norit, Trachyt, aber auch in Sedimentgesteinen wie Arkose, Grauwacke und Sandstein sowie Metamorphiten, Umwandlungsgesteinen, Eklogit, Gneis, Quarzit oder Glimmerschiefer enthalten.
Diamant dagegen wird gebildet, indem Kohlenstoff unter hohen Temperatur- und Druckbedingungen in bis zu 150 km Tiefe unterhalb der Erdoberfläche verfestigt wird. Aber auch aus Einschlägen von Meteoriten und der einhergehenden Kraft des Aufpralls können Diamanten aus Kohlenstoff hervorgehen.

Löslichkeit: Bergkristall ist nicht in Säuren löslich; eine Ausnahme bildet Flußsäure. Im Gegensatz dazu sind Diamanten weder in Säuren noch Basen löslich.

Schmelzpunkt: Bergkristall gilt mit einem Schmelzpunkt von 1713 °C schon als ein recht schwer schmelzbares Mineral. Diamanten übertrumpfen diese Temperatur mit einem Schmelzpunkt von 3550 °C um mehr als das doppelte.

Preis: Im Verkauf geht der Punkt an Bergkristall. Bergkristalle und Kristallspitzen von hervorragender Qualität sowie handlicher Größe sind im Handel schon für wenige Euros zu bekommen.
Wohingegen der Wert von Diamanten schwieriger gestaltet ist: sowohl für Rohdiamanten als auch für bearbeitete Diamanten. Ausschlaggebend für die Bewertung der Qualität von Diamanten sind die 4C: Reinheit (clarity), Farbe (colour), Gewicht (carat) und Schliff (cut). Teilweise wird noch ein fünftes C herangezogen: conflict. Solche Diamanten stellen sicher, dass es sich um ethisch korrekte abgebaute und gehandelte Diamanten handelt.

Gemeinsamkeiten

Farbe: Bergkristall ist die farblose Varietät von Quarz. Ein Mineral, das in vielen verschiedenen Farben auftreten kann: violett (Amethyst), rosa (Rosenquarz), orange (Citrin) oder braun (Rauchquarz).
Ebenso wie Bergkristall auch, kann Diamant farblos sein. Dennoch sind auch rosafarbene, blaue, grüne, gelbe, braune, schwarze, rote, blaue und grüne Diamanten bekannt.

Bruch: Sowohl Bergkristall als auch Diamant weisen einen muscheligen Bruch auf.

Transparenz: Bergkristall ist von durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz, ebenso wie Diamant.

Vorkommen: Quarze per se sind nach den Mineralen der Feldspatgruppe die weltweit häufigsten Minerale der Erde.
Diamant kann mit der Menge zwar nicht mithalten, selten sind Diamanten dennoch nicht. Jedoch müssen bei Diamant-Funden Abstriche gemacht werden. Insbesondere die für die Verarbeitung zu Schmuck geeigneten besonders klaren und farblich perfekten Exemplare sind weit weniger verbreitet als solche, die zum Beispiel als Polier- und Schleifmittel oder für Sägen und Bohrer verwendet werden. Vorsicht ist geboten, wenn Stolberger Diamanten, Herkimer Diamanten, Schaumburger Diamanten oder Helgoländer Diamanten angeboten werden. Hierbei handelt es sich um Quarze bzw. im Fall der Helgoländer Diamanten um roten Feuerstein.

Siehe auch:
- Granit und Gneis unterscheiden
- Entstehung von Mineralen
- Gefälschte Edelsteine und Minerale

Links:
... und Quellen:
- Bank, H. (1992): Diamanten. Pinguin-Verlag Innsbruck
- Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
- Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
- Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
- Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München




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