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Granit und Gneis unterscheiden



Was ist Granit? – Was ist Gneis? Äußerlich und von der Entstehung her betrachtet haben diese beiden Gesteine einige Gemeinsamkeiten, unterscheiden sich aber auch.



Unterschiede von Granit und Gneis

Bild 1: links: Granit, rechts: Gneis

Entstehung

Granit ist Gestein magmatischen Ursprungs, entsteht als Tiefengestein (auch Plutonit genannt) aus flüssigen Gesteinsschmelzen, die unter der Erdoberfläche zu Gestein erstarren und gelangt durch Abtragung einst darüber liegender Gesteine an die Oberfläche.
Gneis hingegen ist ein metamorphes Gestein, das aus der Umwandlung unter hohen Temperatur- und Druckverhältnissen bspw. in Zuge der Gebirgsbildung oder weiterer tektonischer Prozesse aus anderen Gesteinen – Sedimentgesteine, aber auch Magmatite wie Granit – hervorgeht.


Bild 2: Granit

Gefüge

Die Ausrichtung der Haupt- und Nebengemengteile ist beim Granit richtungslos. Das bedeutet, dass die aufbauenden Minerale wahllos in der Grundmasse liegen.
Im Gegensatz dazu ist bei Gneis eine Einregelung der aufbauenden Minerale zu erkennen, bei der sich helle und dunkle Lagen aus verschiedenen Mineralen streifenartig abwechseln. Die hellen Lagen im Gneis werden durch Quarz und Feldspat bestimmt, Biotit prägt die dunklen Lagen. Dabei kann das Parallelgefüge von Gneis sowohl linienhaft (linear) als auch flächenhaft-schiefrig (planar) sein. Im Vergleich mit „richtigem“ Schiefer ist die Schieferung im Gneis jedoch nicht derart ausgeprägt, dass eine einfache und perfekte Trennung an den Schieferungsflächen möglich ist.


Bild 3: Gneis


Gemeinsamkeiten von Granit und Gneis

Farbe

Granit ist ein kieselsäurereiches Gestein, reich an hellen Mineralen. Aufgrund dessen wird Granit zu den Gesteinen mit heller Farbe gezählt. Das Farbspektrum von Granit ist groß: weiß, rosa bis grau. Grund dafür sind die im Granit vorhandenen Minerale der Feldspatgruppe, die in verschiedenen hellen Farben auftreten. Dagegen ist Granit niemals schwarz, wie dem Verbraucher häufig anhand von Schwarzem Granit versichert wird.
Ebenso variabel ist die Grundfarbe von Gneis: rosa, gräulich, bräunlich oder schwarz-weiß.


Gefüge

Granit und Gneis sind kristalline Gesteine, so dass die einzelnen Haupt- und Nebengemengteile mit dem Auge zu erkennen sind. Ein weiteres Merkmal ist der kompakte Charakter beider Gesteine, weswegen Hohlräume weder im Granit noch im Gneis vorhanden sind. Gemeinsam ist auch die mittel- bis grobkörnige Korngröße von Gneis und Granit.


Fossilien

Versteinerte Reste wie Donnerkeile, Muscheln, Schnecken, Abdrücke von tierischen Skeletten oder Pflanzen sind sowohl in Granit als auch Gneis nicht vorhanden.


Haupt- und Nebengemengteile

Granit und Gneis sind polymineralische Gesteine: Gesteine, die aus mehreren und verschiedenen Mineralen zusammengesetzt sind.
Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess´ ich nimmer – einprägsame Beschreibung der Zusammensetzung von Granit. Der Quarzanteil im Granit variiert zwischen 20 und 60 %. Feldspäte, unterteilt in Alkalifeldspäte und Plagioklase machen bis zu 90 % bzw. bis zu zehn Prozent aus. Glimmer tritt im Granit in Form von schimmerndem Biotit oder Muskovit auf. Die Nebengemengteile, also Minerale, die bis zu fünf Prozent an der Zusammensetzung beteiligt sind, werden durch Hornblende, Andalusit, Sillimanit und Cordierit bestimmt. In noch geringeren Anteilen, so genannte Akzessorien, können Zirkon, Apatit, Titanit, Monazit, Ilmenit, Topas, Turmalin, Pyrit und Magnetit erscheinen.
Ähnlich ist die Zusammensetzung von Gneis: Feldspäte, Quarze und Glimmerminerale. Allerdings sind Dunkelglimmer wie Biotit weit häufiger existent als Hellglimmer wie Muskovit. Grund dafür ist der Metamorphosegrad. Je intensiver die Druckverhältnisse und je höher die Temperaturen bei der Bildung von Gneis waren, desto unwahrscheinlicher ist das Vorhandensein von Muskovit im Gneis. Nebengemengteile von Gneis sind Hornblende, Granat, Cordierit, Andalusit Disthen, Diopsid, Augit und Sillimanit. Als Akzessorien treten Pyrit, Apatit, Turmalin, Magnetit, Ilmenit, Zirkon, Monazit, Titanit und Pyrrhotin auf.



Siehe auch:
- Die Entstehung magmatischer Gesteine
- Die Entstehung metamorpher Gesteine
- Bestimmungsbücher für Steine und Mineralien - Empfehlungen



Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München

Letzte Aktualisierung: 6. November 2017




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