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Smaragd und Schmuck



Smaragde gelten als der Inbegriff grüner Edelsteine und zählen mit Rubine und Saphiren zu den klassischen Farbedelsteinen, die seit Jahrhunderten beliebte Steine für Schmuck sind.

Die Eigenschaften von Smaragd

Unter dem Namen Smaragd wird in der Mineralogie die grüne Varietät der Beryllgruppe definiert. Heliodor, Aquamarin, Morganit, Goshenit sowie Bixbit/Roter Beryll sind weitere Berylle.

Tabelle: Die Eigenschaften von Smaragden in der Übersicht
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung Al2Be3(Si6O18)
Mineralklasse Silikatmineral
Glanz glasartig
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch spröde, uneben, muschelig
Spaltbarkeit unvollkommen
Mohshärte 7,5 bis 8
Dichte 2,6 bis 2,8 g/cm³

Die Farbe von Smaragd

Das Grün von Smaragden ist auf Eisen und Chrom, teilweise auch Vanadium, als farbgebende Elemente in den Kristallen zurückzuführen.
Die Farbe von Smaragden variiert zwischen hell-, mittel- und dunkelgrün - bisweilen mit einem Unterton in Blau, Gelb oder Grau, wobei unter der Farbe Smaragdgrün ein dunkles Waldgrün verstanden wird.
Anhand der Farbe bzw. des Farbtons können mitunter Rückschlüsse über die Herkunft der Edelsteine gezogen werden. Smaragde aus Simbabwe sind leuchtend grün, während brasilianische Smaragde vergleichsweise gelbgrün sind. Am wertvollsten und besonders hochpreisig sind Smaragde aus Kolumbien. Jene südamerikanischen Smaragde sind tiefgrün wie der Regenwald und von hoher Reinheit.
Stichwort Reinheit: Nur die wenigsten, naturbelassenen und unbehandelten Smaragde sind lupenrein. Unter 10-facher Vergrößerung mit der Lupe erkennt man deutlich Einschlüsse von Gasen, Flüssigkeiten, anderen Mineralien wie feinen Tremolitnadeln oder Heilungsrisse, die im Zusammenspiel die Jardins von Smaragden erzeugen. Jardin -Gärten – werden die floralen Strukturen genannt, die bei vielen Smaragden vorkommen und an kleine Gärten mit feinen Zweigen oder Blüten erinnern. Lange Zeit wurden Jardins als wertmindernd eingestuft; mittlerweile gelten die Gärten von Smaragden als Qualitätsmerkmal, das dem grünen Edelstein Charakter verleiht und die Schönheit unterstreicht.
Reibt man einen Smaragd über eine unglasierte Porzellantafel – die Strichtafel, erscheint ein weißer Strich: die Strichfarbe.


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Schönheitsbehandlungen von Smaragden

Bei Mineralien und Edelsteine, die als Wertanlage gehandelt werden oder zu Schmuck verarbeitet werden, ist es gängig, die Farbe und Reinheit zu korrigieren. Die Gründe liegen auf der Hand. Einschlüsse jedweder Art lassen den Stein trüb und unrein wirken und mindern den Glanz bzw. wirken störend auf das Farbenspiel im Licht. Steine, deren Farbe nicht der Intensität wie aus dem Lehrbuch gleicht oder die eine ungleichmäßige Farbverteilung aufweisen, sind nur bedingt marktfähig.
Eine Methode, die zwecks Reinheits- und Farbkorrektur am häufigsten Anwendung findet, ist das Brennen. Dabei werden die Steine vorsichtig erhitzt. Die Temperatur wird individuell festgelegt, da jedes Mineral auf eine andere Temperatur mit einer Farbänderung reagiert. Das Brennen von Smaragden gestaltet sich schwierig. Das grüne Mineral spricht erst bei Temperaturen um 700 bis 800 °C auf mit einer Änderung/Steigerung der Farbe an. Dennoch wird in der Mehrheit vom Brennen von Smaragden abgesehen. Der Grund: Das Mineral ist naturbedingt sehr rissig und von sprödem Charakter. Infolge der Hitzezufuhr würden die Kristalle unnötig beschädigt werden.
Vielmehr wird darauf gesetzt, Smaragde zu stabilisieren. Die Steine werden mit farblosem oder eingefärbtem Wachs, Öl, Kunststoff oder Harz überzogen und versiegelt, sodass der behandelte Smaragd farbintensiver und durch das Auffüllen stabiler wird.


Der Smaragdschliff

Ein Schliff, der unweigerlich mit Smaragden in Verbindung gebracht wird, ist der Smaragdschliff (engl. emerald cut).
Der Smaragdschliff wurde einst für den grünen Edelsein entwickelt, um die Farbe hervorzuheben und gleichzeitig durch die reduzierte Anzahl der Facetten die Druckbelastung beim Schleifen zu minimieren. Facettenreiche Schliffe wie bspw. Der Brillantschliff würde mit einem hohem Materialverlust einhergehen.
Der Smaragdschliff zeichnet sich durch eine rechteckige Grundform in der Aufsicht, die zentrale, länglich gearbeitete Tafelfacette (zugleich die größte Facette) in der Mitte des Steins sowie die sich daran anschließenden treppenartig gehaltenen, länglichen Facetten aus.
Nichtsdestotrotz finden bei Smaragden auch andere Schliffe Anwendung, z.B. Herzschliff, Princess-Schliff, Kissenschliff oder Ovalschliff. Glattschliffe wie der Cabochonschliff werden bei undurchsichtigen Smaragden angewendet. Etwas unkonventionell sind Smaragde, die nicht geschliffen wurde und als Rohstein mittels Krappenfassung in Ohrringe, Ringe und Ketten eingefasst werden.


Smaragd-Schmuck

Schmuck mit Smaragden ist abwechslungsreich. Aufgrund der präsenten Farbe steht der Edelstein im Vordergrund, sodass zahlreiche Designs auf Smaragde als So9litär, Einzelgänger, setzen, oder bei Schmuck im Halo-Stil weiße Steine (Weißtopas, weißer Saphir, Diamanten) den Mittelstein ringförmig verzieren.
Mit dem Material der Fassung wird ebenfalls gespielt. Gelbgold, Weißgold und Silber sind die gängigsten Metalle. Andere Kreationen setzten auf Schwarz als Farbe für die Fassungen, bspw. in Form von geschwärztem Silber, das einen starken Farbkontrast zwischen dem Smaragdgrün und Schwarz bewirkt und dem Schmuck einen antiken Look verleiht.


Smaragdimitationen

Smaragde zählen zu den exquisiten, teuren Edelsteinen. Abhängig von der Qualität – bewertet anhand der Farbe, Reinheit, dem Gewicht in Karat und des Schliffs – schwankt der Preis von Smaragden zwischen fünf Euro pro Karat und 10.000 Euro pro Karat für hochqualitative Smaragde.
Zirkonia ist eine der am meisten verbreiteten Imitation von Edelsteine. Die gezüchteten Kristalle können in jeder beliebigen Farbe hergestellt werden, sodass bei tiefgrünen, hochreinen Smaragden für einen geringen Preis Achtung geboten ist, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es sich um Zirkonia handelt. Eine weitere Imitation ist Hydroquarz – ebenfalls ein Zuchtkristall und u.a. am Namen Smaragdquarz zu erkennen.
Besondere Vorsicht gilt bei Steinen, die unter dem Namen Afrikanischer Smaragd, Kupfersmaragd, Nachtsmaragd, Sibirischer Smaragd, Biron-Smaragd, Chatham-Smaragd, Emeralda, Emspirit, Gilson-Smaragd, Lennix-Smaragd oder Igmerald verkauft werden. Tatsächlich handelt es sich bei den genannten Steinen nicht um echte Smaragde, sondern um Handelsnamen – Mineralien, die unter einem falschen Namen zwecks Wertsteigerung geführt werden – von Fluorit, Dioptas und Peridot sowie um die Bezeichnungen von Smaragd-Synthesen.


Aufbewahrung und Reinigung von Smaragdschmuck

Smaragd-Schmuck sollte wie jeder andere Echtsteinschmuck auch bei Nichttragen licht- und staubgeschützt im Schmuckkästchen oder Schmuckschrank aufbewahrt werden. Da viele geschliffene Smaragde mit einer feinen Schicht aus Wachs, Harz oder Kunststoff überzogen sind, sollte Schmuck, in den Smaragde eingefasst sind, beim Putzen, Händewaschen, Duschen und bei der Gartenarbeit abgelegt werden, da Schmutz und Tenside in Seife, Shampoo, Duschgel oder Spülmittel die schützende Versiegelung auflösen können.
Smaragde, die leichte Verunreinigungen auf der Steinoberfläche aufweisen, können mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch vorsichtig gesäubert werden. Die Reinigung mit Dampf oder Ultraschall sollte vermieden werden, da der Stein aufgrund des splitternden, spröden Charakters zerbrechen könnte.


Siehe auch:
A, AA und AAA: Die Qualität von Farbedelsteinen
Grüne Diamanten
Die Smaragde vom Habachtal


Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München

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Letzte Aktualisierung: 7. November 2019




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