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Chromdiopsid-Schmuck – Schmuck mit Mineralien



Grüne Edelsteine zählen zu den klassischen, zeitlosen Steinen und werden gerne zu Schmuck verarbeitet. Vor allem Smaragde gelten als der Inbegriff grüner Edelsteine, die in den letzten Jahren Konkurrenz von einem anderen Mineral bekommen haben: Chromdiopsid.

Die Eigenschaften von Chromdiopsid

Das Mineral Chromdiopsid wird in der Mineralogie der Pyroxengruppe zugeordnet. Die Vertreter der Pyroxene zeichnen sich durch eine vergleichbare chemische Zusammensetzung sowie chemische und physikalische Eigenschaften aus. Weitere bekannte Pyroxene sind zum Beispiel Augit, Aegirin, Jadeit und Spodumen mit der Varietät Kunzit.
Chromdiopsid wiederum ist die flaschen- bis smaragdgrüne, chromhaltige Varietät von Diopsid.

Tabelle: Die Eigenschaften von Chromdiopsid in der Übersicht
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung (Ca,Cr)MgSi2O6
Mineralklasse Silikatmineral
Glanz glasartig
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch uneben, muschelig
Spaltbarkeit vollkommen
Mohshärte 5,5 bis 6
Dichte 3,27 bis 3,38 g/cm³


Die Farbe von Chromdiopsid

Wenn im Allgemeinen von Diopsid die Rede ist, wird das Mineral mit der Farbe Grün assoziiert. Das Grün der verschiedenen Diopsid-Varietäten ist sehr abwechslungsreich:

  • Baikalit: oliv- bis lauchgrün
  • Chromdiopsid: smaragdgrün
  • Diallag: grünbraun bis schwarz
  • Fassait: gelbstichiges Grün
  • Fedorit: hellgrün
  • Violan: grau, rotbraun bis violettblau

Chromdiopsid weist von allen Diopsid-Varietäten das intensivste Grün auf, bedingt durch die hohen Gehalte an farbgebendem Chrom.
Die Strichfarbe, d.h., der pulverisierte Abrieb, der entsteht, wenn Chromdiopsid über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird, ist weiß.


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Russischer Chromdiopsid und Smaragd

Russischer Chromdiopsid ist keine Unterart von Chromdiopsid, sondern lediglich ein Hinweis auf die Herkunft der grünen Steine. Im Vergleich zu Chromdiopsid, der in Afghanistan, Pakistan, Madagaskar, Indien und Myanmar abgebaut wird, ist Chromdiopsid aus Russland von kräftig grüner Farbe. Der Vergleich mit Smaragden liegt nahe, was russischen Chromdiopsiden das Synonym Russischer Smaragd oder Sibirischer Smaragd einbrachte.
Mineralogisch gesehen unterscheiden sich beide Mineralien deutlich voneinander. Allen voran ist die chemische Zusammensetzung von Smaragd und Chromdiopsid eine andere. Außerdem sind Smaragde mit einer Mohshärte von 7,5 bis 8 härter als Chromdiopsid. Die Härte von Mineralien ist ein entscheidender Faktor für den Status Edelstein bzw. Edelsteinhärte, wonach nur Mineralien mit einer Mohshärte höher als 7 das Prädikat Edelstein erhalten. Russischer Chromdiopsid fällt demnach nicht unter den Begriff Edelstein.


Farbveränderung und Reinheitsverbesserung von Chromdiopsid

Der Wert eines Minerals wird aus dem Zusammenspiel des Gewichts (in Karat), der Qualität des Schliffs, der Farbe und Reinheit ermittelt.
Zur Intensivierung der Farbe und um störende Unreinheiten der Kristalle in Form von Einschlüssen anderer Mineralien, Gase oder Flüssigkeiten zu entfernen, ist es bisweilen üblich, Mineralien einer Schönheitsbehandlung zu unterziehen. Gängig sind unter anderem Brennen/Erhitzen, Bestrahlung, Impfen mit farbgebenden Lösungen oder Ummantelns mit farbigem Harz, Wachs oder Kunststoff. Ein nicht unwesentlicher Faktor, der in die Preisbildung mit einfließt, insofern Farbsteine natürlichen Ursprungs preislich höher eingestuft werden als farblich vergleichbare, aber behandelte Mineralien.
Chromdiopsid stellt in dieser Hinsicht eine Besonderheit dar, insofern Korrekturmaßnahmen nicht bekannt sind. Aus diesem Grund sind die meisten Exemplare auch nicht von lupenreiner Qualität, sondern augenrein: potentielle Einschlüsse und Unreinheiten sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar und werden nur mit der Lupe erkennbar.


Der Schliff von Chromdiopsid

Bedingt durch die durchsichtige Transparenz und um das Farbspiel der Grüntöne von Chromdiopsid im Licht zu unterstützen, wird das Mineral mit Facettenschliffen versehen. Neben Rund- und Ovalschliffen kommen ebenfalls Tropfenschliff, Oktagonschliff, Carréschliff, Marquiseschliff/Navette oder facettierte Perlen zur Anwendung. Trübe Steine hingegen werden mit Glattschliffen wie bspw. Cabochons, Perlen, Nuggets oder zu Splittern verarbeitet.


Chromdiopsid und Schmuck

Chromdiopsid hat sich in den vergangenen Jahren neben Smaragd und Peridot zu einem der beliebtesten grünen Schmucksteine herauskristallisiert.
Die Designs von Ketten, Anhängern, Ohrringen, Armschmuck und Ringen mit Chromdiopsid konzentrieren sich auf den grünen Stein, der im Mittelpunkt steht. Kombiniert mit Materialien wie Gelbgold, Weißgold oder Silber wird Chromdiopsid entweder als Solitär eingefasst mit mehreren Chromdiopsiden als florale Motive oder zu bandartigen Designs arrangiert.
Memoireringe (alternativ Memory-Ringe) mit Chromdiopsid wirken durch die Aneinanderreihung von einem Stein an den nächsten wie ein grünes Band. Cocktailringe sind ebenfalls präsent, wobei der zentrale grüne Mittelstein oftmals von einem Ring mit weißen Steine – z.B. Diamant, Zirkon oder Weißtopas - umgeben wird, sog. Haloring.


Chromdiopsidschmuck reinigen und aufbewahren

Leichte Verschmutzungen können mit einem weichen, angefeuchteten Tuch entfernt werden. Bei hartnäckigen Belägen kann auf die Dampfreinigung zurückgegriffen werden, auf das Ultraschallbad sollte bei Chromdiopsid hingegen verzichtet werden.
Auch wenn Chromdiopsid als mittelhartes Mineral eingestuft wird, besteht die Möglichkeit, dass der Stein von anderen Materialien oder noch härteren Steinen zerkratzt wird. Deshalb wird empfohlen, Chromdiopsidschmuck separat in einem Schmuckkästchen oder -schrank aufzubewahren.


Siehe auch:
Barockperlen - Außergewöhnliche Perlen
Opalit, Kyocera-Opal und Inamori-Opal
Grüne Diamanten


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*

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Letzte Aktualisierung: 5. März 2019

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