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Die Qualität von Mineralien und Edelsteinen: A, AA und AAA



Legt man Exemplare von ein und demselben Mineral nebeneinander, wird auffallen, dass die Qualität von Stein zu Stein variiert. Die Farbe ist heller oder dunkler und die Reinheit schwankt zwischen durchsichtig, durchscheinend und undurchsichtig. Um die Qualität von Mineralien nach relativ objektiven Maßstäben einschätzen zu können, hat sich in den vergangenen Jahren das System A, AA und AAA etabliert.

Opal
Edelopal in AAA-Farbqualität

Edelsteine und Mineralien

Nicht jedes Mineral der Erde ist gleichzeitig ein Edelstein. Als Edelsteine werden diejenigen Mineralien definiert, die folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Härte: über 7 auf der Mohsskala
  • Schönheit: bemessen anhand der Qualität der Farbe und Reinheit
  • Seltenheit

Das bedeutendste Merkmal von Edelsteinen ist die Mohshärte, anhand welcher die Abgrenzung zu anderen Mineralien erfolgt. Mineralien, die auf der Mohsskala (1 = sehr weich bis 10 = sehr hart) weicher sind als der Härtegrad 7, werden unter dem Namen Schmuckstein erfasst. In der Vergangenheit wurden Schmucksteine als Halbedelsteine bezeichnet. Um das scheinbar wertmindernde Image des Begriffs Halbedelstein zu umgehen, wird heutzutage die Bezeichnung Schmuckstein verwendet.


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A, AA und AAA und Edelsteine

Bislang existiert weltweit kein standardisiertes System, das die Qualität nach einheitlichen, genau aufgeschlüsselten Kriterien erfasst.
Die Begründung liegt in der Vielfalt der Steine. So variiert die Farbe von Saphiren beispielsweise abhängig von der Herkunft. Unreinheiten wie Einschlüsse ein Gasen, Flüssigkeiten und anderen Mineralien sind in Kristallen größtenteils unerwünscht. In Saphiren und Rubinen eingeschlossene Rutilnadeln führen jedoch zu einer Wertsteigerung, insofern die sich überlagernden, nadelförmigen Rutilkristalle einen vier- oder sechsstrahligen Stern erzeugen: die sog. Sternrubine und Sternsaphire. Ein weiteres Beispiel sind Smaragde, die nur in den seltensten Fällen lupenrein sind. Anstatt die grünen Edelsteine „verschleudern“, werden die Unreinheiten in Smaragde Jardins – Gärten – genannt, die filigranen Blüten und feinen Ästen gleichen – und die als Qualitätsmerkmal von Smaragden gelten. Ähnlich verhält es sich mit Opalen. Opale mit einen intensiven Farbspiel in Regenbogenfarben zählen trotz undurchsichtiger Transparenz zu den exquisiten, teuren Mineralien.


Kriterien des A-AA-AAA-Systems

Die Maßstäbe des A-AA-AAA-Systems orientieren sich an den Qualitätskriterien von Diamanten (sog. 4C: Color, Carat, Cut, Clarity), die standardisiert sind und deshalb weltweit gleichermaßen Anwendung finden.

Im Gegensatz zu Diamanten, für die normierte, international gültige Tabellen existieren, um Diamanten miteinander zu vergleichen, vor allem in Hinblick auf die Farbe sowie Reinheit, liegen solche Vergleichswerte für Farbedelsteine und Mineralien nicht vor. Vielmehr wird jeder Stein individuell betrachtet, sodass die Einteilung von Gutachter zu Gutachter abweichen kann, und ein AAA-Edelstein bei einem zweiten Edelsteinprüfer als AA-Edelstein eingestuft wird.

EigenschaftBeschreibung
Farbe
  • naturbelassen oder behandelt/gebrannt
  • gleichmäßige Farbverteilung oder fleckig
  • Intensität der Farbe
Reinheit
  • Einschlüsse vorhanden
  • Art und Anzahl der Einschlüsse
  • Reinheitskorrektur erfolgt
Gewicht
Schliff
  • Korrekte Anzahl der für jeweiligen Schliff vorgegebenen Facetten
  • fehlende oder zusätzliche Facetten
  • Harmonie der Proportionen
  • abgeschnittene Facetten
  • unsaubere Arbeit

Bei der Bewertung von Mineralien nach dem A-AA-AAA-System werden Farbe, Schliff, Reinheit und Gewicht gegeneinander abgewogen, wobei die Qualität der Farbe Priorität hat.
Mineralien und Edelsteine mit dem Prädikat AAA sind von allerhöchster Qualität, AA-Edelsteine sind von sehr hoher Qualität und A-Edelsteine sind von hoher Qualität. Einige Händler erweitern das System, sodass auch AAAA, AAAA oder AAA+ geläufig sind. Oftmals sind es nur kleine Abweichungen, die für den Laien nur im direkten Vergleich der Steine deutlich werden. Das blaue Gestein Lapislazuli entspricht dem AAA-Status, wenn die mitternachtsblaue Gesteinsmatrix von feinen goldfarbenen Einsprengseln von Pyrit durchsetzt ist, die an einen nächtlichen Sternenhimmel erinnern. Ist zusätzlich noch weißer Calcit vertreten, führt das zu einer niedrigeren Qualitätsstufe.
Schätzungen zufolge entsprechen lediglich zehn Prozent aller Edelsteine und Mineralien dem Prädikat AAA, gefolgt von AA-Edelsteinen mit einem Anteil von 20 bis 30 %. Der Großteil aller Edelsteine (50 bis 75 %) sind A-Edelsteine.


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Die Farbe von AAA-Edelsteinen und -Mineralien

EigenschaftBeschreibung
MineralBeschreibung der Farbe
AAA-Alexandrit smaragd- bis blaugrün im Tageslicht und violettrot im Kunstlicht
AAA-Almandin rotbraun bis rotschwarz
AAA-Amethyst dunkles Violett (siehe Deep Russian Amethyst)
AAA-Ametrin kräftiges Amethystviolett und Citringelb mit scharfer Trennung in einem Stein
AAA-Apatit violetter Apatit ist höherpreisig als gelber Apatit
AAA-Aquamarin reines wasserblau ohne Gelb- oder Grünstich
AAA-Blautopas hellblau (Sky Blue Topas), mittelblau (Swiss Blue Topas), petrolblau (London Blue Topas)
AAA-Bixbit kräftiges Rosarot
AAA-Citrin leuchtendes Gelb
AAA-Kunzit kräftiges Rosa bis rosaviolett
Lapislazuli tiefblau mit feinen goldfarben Pyrit-Einsprengseln
AAA-Mondstein durchscheinend, blau-weißes Farbspiel
AAA-Morganit klare Pfirsischfarbe, rosa-orange
AAA-Orthoklas helles gelbgrün
AAA-Opal ausgeprägte, intensive Opaleszenz in Regenbogenfarben
AAA-Paraiba-Turmalin leuchtendes Grün, Grünblau oder Blau
AAA-Peridot kräftiges olivgrün, Flaschengrün
AAA-Pink Saphir reines, kräftiges Pink ohne Orangestich
AAA-Rubellit intensives pinkstichiges Rot
AAA-Rubin kräftiges Rot, sog. Taubenblutrubin
AAA-Saphir kräftiges Dunkelblau
AAA-Smaragd klares Mittelgrün ohne Oberton
AAA-Tansanit dunkles Violettblau
AAA-Tsavorit leuchtendes, klares und kräftiges Grün


Siehe auch:
Die teuersten Mineralien der Welt
Fancy Diamanten
Barockperlen


Quellen:
⇒ Newman GG, Renée (2016): Gemstone Buying Guide. International Jewelry Publications,U.S.; Auflage: Revised
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Hall, C. (1999): Edelsteine. Das neue kompakte Bestimmungsbuch, Könemann Verlag
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München

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Letzte Aktualisierung: 18. April 2019

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