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Berühmte Diamanten - Dresden Grüner Diamant



Grüne Diamanten gelten unter Diamanten als eine kostbare Seltenheit. So verwundert es nicht, dass grüne Diamanten begehrt sind. Einer, der der Schönheit von grünen Diamanten nicht widerstehen konnte, war Friedrich August II., Kurfürst von Sachsen und König von Sachsen – Besitzer des Dresdner Grünen Diamanten.

Der Name Dresdner Grüner Diamant

Der Grüne Dresden, wie der Diamant auch genannt wird, trägt im Namen den Ort, wo der Diamant – bis auf kurze Unterbrechungen – aufbewahrt wird: in der Stadt Dresden in Sachsen/Deutschland.
Der Zusatz „grün“ spiegelt zudem die Farbe des Diamanten wider.


Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliff des Dresdner Grünen Diamanten

Das Gewicht vom Grünen Dresden Diamant

Der Rohdiamant, aus dem der grüne Diamant aus Dresden herausgearbeitet wurde, brachte ursprünglich ein Gewicht von 119,5 Karat (= 23,9 g) auf die Waage. Seit dem Schliff im Jahr 1722 wiegt der Dresdner Grüne Diamant 41 Karat (8,2 g), wobei sich das Gewicht auf die Maße 29,75 x 19,88 x 10,29 mm verteilt.


Die Farbe des Dresdner Grünen Diamanten

Die Farbe des Grünen Dresden wird als apfelgrün beschrieben. Ein sattes mittleres Grün ohne Blau- oder Gelbstich.
Neben blauen, roten und pinken Diamanten zählen grüne Diamanten zu den seltensten Farbdiamanten überhaupt. Farbige Diamanten werden in Fachkreisen auch als Fancy Diamanten oder Fancies gehandelt, um eine Abgrenzung zu weißen Diamanten zu schaffen.
Der Ursprung der Farbe von farbigen Diamanten variiert von Farbe zu Farbe, wobei das Grün von grünen Diamanten auf radioaktive Strahlung während der Entstehung des Diamanten oder im Nachhinein als Ursache zurückzuführen ist.
Das Wissen um die Herkunft der Farben wird auch genutzt, um farblose oder hellbraune Diamanten „umzufärben“.
Die Farbe des Grünen Diamanten aus Dresden wurde jedoch als unbehandelt, natürlich entstanden zertifiziert.


Die Reinheit des Grünen Diamanten aus Dresden

Im Jahr 1988 wurde der Grüne Dresden eingehend von der GIA (Gemological Institution of America) untersucht.
Dabei wurde dem wertvollen Steine eine VSI-Reinheit bescheinigt.
Entsprechend der Definition umschreibt die Reinheit von Mineralien das Vorhandensein bzw. das Fehlen von Einschlüssen jedweder Art oder äußeren Makeln von Kristallen. Auf einer 11-stufigen wird die Reinheit von Diamanten nach objektiven Maßstäben detailliert begutachtet (Siehe dazu: 4C- Qualitätskriterien zur Bewertung von Diamanten).
Ein Diamant mit VSI-Reinheit (very slightly inclusions) zeichnet sich dadurch aus, dass Einschlüsse oder oberflächliche Makel nur schwer unter 10-facher Vergrößerung mit der Lupe auszumachen sind. Damit erfüllen Diamanten mit VSI-Reinheit das Prädikat lupenrein.


Der Schliff des Dresdner Grünen Diamanten

Der Grüne Dresden ist im Pendeloque-Schliff gehalten. Ein Schliff, der mitunter auch als Briolette bezeichnet wird.
Der Pendeloque-Schliff findet vor allem bei farblosen und Farbedelsteinen Anwendung, deren Farbe und Reinheit im Vordergrund steht und betont werden soll.
Die Form des Pendeloque-Schliffs gleicht in der Aufsicht der eines Tropfens. Das eine Ende ist spitz zulaufend, während das gegenüber gesetzt Ende rund gestaltet ist. Im Seitenprofil erscheint das Oberteil bzw. die Krone flach und wird von der gürtelartigen Rundiste vom gewölbten Unterteil, dem Pavillon, getrennt.
Der Pendeloque-Schliff weist insgesamt 56 bis 58 Facetten auf, wobei die Tafelfacette im Oberteil die größte Facette und die Kalette an der Unterseite die kleinste Facette darstellen.


Die Geschichte des Dresdner Grünen Diamanten

Die Anfänge des berühmten grünen Diamanten liegen im Verborgen. Hinsichtlich der Herkunft gilt inzwischen die Annahme als gesichert, dass der Stein aus Indien, speziell aus den Diamantminen von Golkonda, stammt.
Erstmals öffentlich ist der Diamant 1722 in Erscheinung getreten, als der Diamantenhändler Marcus Moses den Stein nach London/England brachte. Hier wurde der Stein auch alsbald bearbeitet und in die heute noch aktuelle Form geschliffen.
Vier Jahre später wurde der Stein Friedrich August I./August der Starke, Kurfürst und Herzog von Sachsen und König von Polen-Litauen zum Angebot gemacht. Der Preis des grünen Diamanten: 30.000 Britische Pfund. Gekauft hat der Sachse den Stein nicht. Jahre später, 1742, gelangte der grüne Diamant in die Hände von Friedrich August II. , seines Zeichens Sohn von Friedrich August I:, und in die neue, namensgebende Heimat Dresden. Der Wert des grünen Diamanten war zwischenzeitlich gestiegen, sodass Friedrich August II. Schätzungsweise 400.000 Taler für den Stein zahlte.
Schon bald beauftragte Friedrich August II. Den Hofgoldschmied Johann Friedrich Dinglinger mit der Gestaltung eines Schmuckstücks, das dem grünen Diamanten gerecht wurde. Als Ergebnis präsentierte der Goldschmied einen Ritterorden, sog. Orden vom Goldene Vlies, in das der Dresdner Grüne Diamant eingefasst wurde.
Um den Diamanten wenige Jahre später vor Plünderungen zu schützen, wurde der grüne Diamant während des 7-jährigen Krieges von 1756 bis 1763 in der Festung Königsstein aufbewahrt.
1768 wurde der Grüne Dresden aus dem Ritterorden entfernt und zierte fortan zusammen mit zwei größeren und 411 kleineren weißen Diamanten im Brillantschliff die Hutkrempe von Friedrich August II.
Viele Jahre sollten vergehen, bis der grüne Diamant aus der Schatzkammer in Dresden 1945 nach dem Ende des 2. Weltkriegs als Kriegsbeute in die Sowjetunion gelangte. 1959 kehrte der Stein wieder zurück an seinen gewohnten Platz; zunächst wurde der Diamant im Grünen Gewölbe ausgestellt. Heute befindet sich der Stein im Neuen Grünen Gewölbe in Sachsen.


Siehe auch:
- Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von farbigen Edelsteinen
- Fancy Saphire - Farbiger Saphir
- Diamanten, die keine sind


Quellen:
- www.gia.edu
- www.naturallycolored.com
⇒ Bank, H. (1992): Diamanten. Pinguin-Verlag Innsbruck
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München

Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2019

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