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Berühmte Diamanten – Hortensia-Diamant



Viele der berühmtesten Diamanten der Welt faszinieren nicht nur durch ihre Geschichte, sondern auch die Größe und Farbe von Diamanten ziehen den Betrachter in den Bann. Ein Diamant mit einer außergewöhnlichen Farbe und einem beeindruckenden Schliff ist der Hortensia-Diamant.

Der Name Hortensia-Diamant

Bei der Namensgebung des Hortensia-Diamanten waren es weder die Farbe noch der Schliff, der an Hortensien erinnert. Vielmehr stand Hortense de Beauharnais Pate für den Namen des Hortensia-Diamanten (englisch: Hortensia Diamond).
Hortense de Beauharnais (1783 bis 1837) war Königin von Holland und die Stieftochter von Napoleon Bonaparte.


Gewicht, Farbe und Schliff des Hortensia-Diamanten

Das Gewicht des Hortensia-Diamanten

Der Hortensia-Diamant bringt ein Gewicht von 21,32 Karat auf die Waage. Umgerechnet in Gramm entspricht das einem Gewicht von 4,264 g. Ein vergleichsweise kleiner Diamant. Der größte geschliffene Diamant der Welt – der Golden Jubilee Diamant - wiegt 545,67 Karat (109,134 g). Betrachtet man den Hortensia-Diamant allerdings in Anbetracht der Farbe, rangiert der Diamant auf Platz 10 der größten rosafarbenen bzw. pinken Diamanten der Welt.
Wie hoch das Gewicht des Rohdiamanten war, ist nicht überliefert.


Die Farbe des Hortensia-Diamanten

Der Hortensia-Diamant ist ein pinker Diamant mit der genauen Farbbezeichnung Fancy orangy pink Diamant. Das heißt: neben der rosa Primärfarbe, die sofort ins Auge fällt, ist ein orangefarbener Oberton sichtbar. Aufgrund des Obertons gewinnen farbige Diamanten bzw. Fancy Diamanten an Tiefe und Definition (Näheres dazu: Fancy Diamanten), sodass im Fall des Hortensia-Diamanten der Diamant nicht nur rosa erscheint, sondern einen Hauch ins Pfirsichfarbene aufweist.


Der Schliff des Hortensia-Diamanten

Der Hortensia-Diamant ist im Pentagon-Schliff (englisch: pentagonal cut) gehalten.
Der Pentagon-Schliff zeichnet sich durch eine fünfeckige Grundform aus. Für den Hortensia-Diamant wurde der Pentagon-Schliff leicht modifiziert, indem das Pentagon leicht in die Länge gezogen wurde. Die weiteren Kennzeichen des Pentagon-Schliff sind die zentrale, fünfeckige Tafelfacette, die im Zentrum des Diamanten steht und an die sich die dreieckig gehaltenen Tafel- und Hauptfacetten anschließen. Der obere Teil, die Krone, des Hortensia-Diamanten wird von einem Gürtel, der Rundiste, vom Unterteil, der Pavillon, getrennt, Der Pavillon des Diamanten läuft – genau wie beim Brillantschliff - spitz zu und wird von der Kalette, der untersten, begrenzenden Facette, abgeschlossen. Die Facetten des Unterteils sind so herausgearbeitet, das an ein blumenförmiges Muster erinnert, wenn auch nicht zwingend an Hortensien.


Die Geschichte des Hortensia-Diamanten

Die offizielle Historie vom Hortensia-Diamant beginnt im Jahr 1691, als der Hortensia-Diamant unter König Louis XIV. (1638 bis 1715) in die Sammlung der Kronjuwelen von Frankreich einging.
Der Zeitpunkt, wann der Diamant entdeckt wurde, ist unbekannt. Als gesichert gilt, dass der rosa Diamant einst in der indischen Golconda-Mine gefunden wurde. Seit Bestehen der Mine wurden viele bekannte Diamanten in Golconda zutage gefördert, darunter unter anderem der Sancy-Diamant, Koh-i-Noor, Hope-Diamant, Grüner Dresden Diamant und der Wittelsbach-Graff-Diamant.

Seitdem der Hortensia-Diamant zum Eigentum von König Louis XIV. Zählte, war der Diamant Bestandteil der französischen Kronjuwelen. Der Diamant war so begehrt, dass er zweimal einem Diebstahl zum Opfer fiel. Das erste Mal wurde der Hortensia-Diamant im Jahr 1792 gestohlen, tauchte aber im Folgejahr wieder in Paris auf. Der zweite Diebstahl ereignete sich 1830 und wurde alsbald wieder gefunden.

Einer der berühmtesten Träger des Hortensia-Diamanten war Napoleon Bonaparte (1769 bis 1821), der den Diamanten an seiner Uniform befestigt trug. Später wurde Diamant zweckentfremdet und in einen mit weiteren Diamanten besetzten Haarkamm von Eugénie de Montijo (1826 bis 1920), Kaiserin von Frankreich und Schwiegertochter von Hortense de Beauharnais, eingefasst.

Heute befindet sich der Hortensia-Diamant in der Galerie d´Apollon im Louvre in Paris.


Siehe auch:
Lupenreine Diamanten
4C: Qualitätskriterien zur Bewertung von Diamanten
Echte Diamanten erkennen



Quellen:
⇒ Bank, H. (1992): Diamanten. Pinguin-Verlag Innsbruck
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München

Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2019




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