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Alltägliches - Bimsstein



Neben der dekorativen Kosmetik in Form von farbigen Lidschatten, Pudern oder Lippenstifte werden Steine und Minerale auch in der Hautpflege eingesetzt, wie im Fall von Bimsstein in der Fußpflege.

Bimsstein

Bims ist ein vulkanisches Gestein, das sich durch eine geringe Dichte und Porenreichtum auszeichnet. Vor allem die zuletzt genannte Eigenschaft wird sich in der Kosmetik zunutze gemacht. Die Porenränder von Bimssteinen sind mitunter scharfkantig, so dass das Gestein als Schmirgel- bzw. Poliermittel genutzt werden kann.

Bild 1: links Bims aus Island, rechts Bimsstein aus der Drogerie


Wie archäologische Funde belegen, wurde in den Anrainerstaaten des Mittelmeeres Bimsstein bereits seit der Antike verwendet. Vorrangig fand Bimsstein zu dieser Zeit Anwendung als Schleifmittel für Gebrauchsgegenstände, Kunstwerke oder Bauten. Da Bimsstein nicht überall verfügbar war, wurde das Gestein importiert. Untersuchungen der entdeckten Bimssteine im Vorderen Orient und in Ägypten ergaben, dass das Vulkanit griechischen Ursprungs war. Dazu wurden Gesteinsproben mittels instrumenteller Neutronenaktivierungsanalyse oder Gammaspektrometrie analysiert. Die ermittelte Zusammensetzung wurde mit Proben in Datenbanken abgeglichen, aufgrund derer die Herkunft festgelegt werden konnte. Der Grund dafür ist der individuelle Chemismus jedes Vulkans auf der Erde und dessen Gesteinen.

Bedeutende Vorkommen von Bimssteinen befinden sich zum Beispiel auf Santorin/Griechenland; in der Auvergne/Frankreich; in Ungarn; am Laacher See/Deutschland und auf den Liparischen Inseln mit den Vulkanen Ätna und Vesuv in Italien.

Bimsstein in der Pediküre

In der Fußpflege wird Bimsstein als Werkzeug verwendet, um verhornte Stellen am Fuß zu entfernen.
Mit leichtem Druck wird über die betreffenden Stellen gerieben, bis die Hornhaut abgeschmirgelt ist. Um den Vorgang zu vereinfachen und so schonend wie möglich vorzugehen, wird empfohlen, die Füße zuvor ca. fünf Minuten in warmem Wasser einzuweichen, anschließend mit dem Bimsstein zu bearbeiten und zum Schluss einzucremen.

Künstlicher versus natürlicher Bimsstein

Im Handel stehen sowohl natürliche als auch künstliche Bimssteine unterschiedlicher Größe und Stärke der Abreibung zur Auswahl.

Natürliche Bimssteine sind von weißer, grauer, roter oder gräulicher Farbe (siehe Bild) – zurückzuführen auf die Zusammensetzung der Magma und Alterung des Gesteins. Die Porenverteilung in natürlichen Bimssteinen ist unregelmäßig, was für starken Abrieb der Hornhaut sorgt. Von Nachteil ist, dass dadurch abgeschmirgeltes Hautmaterial die Bimssteinporen verstopfen kann, weshalb das Gestein unregelmäßig arbeiten kann.

Künstliche Bimssteine werden in verschiedenen Farben verkauft, zeichnen sich durch eine gleichmäßige Porenverteilung aus und werden in verschiedenen Härtegraden angeboten. Im Vergleich zum natürlichen Bimsstein sind die Poren feiner, was die Verletzungsgefahr verringert. Dementsprechend gleicht die Verwendung feiner Bimssteine einem Peeling, während gröbere Bimssteine geeignet sind, Schwielen und Hornhaut zu entfernen.

Entstehung bzw. Herstellung von Bimsstein

Bimsstein entsteht durch schnelle Abkühlung von Gesteinsschmelzen an der Erdoberfläche. Infolge der plötzlichen Eruption der Vulkane ist die Lava sehr gasreich. Wasserdampf, Kohlendioxid und andere Leichtflüchtige in der Lava lassen die Gesteinsschmelze aufblähen und schäumen. Die enthaltenen Gase entweichen, die nach vollständiger Abkühlung der Gesteinsschmelze als Hohlräume verbleiben.

Nach dem gleichen Prinzip wird künstlicher Bimsstein hergestellt. Glas, Quarz, Basalt, Calcium- und Magnesiumcarbonate werden fein pulverisiert mit Wasser zu einer Masse vermengt. Teilweise wird zusätzlich Bimssteinpulver hinzugefügt. Diese Mischung wird auf 700°C erhitzt und anschließend abrupt abgekühlt – gleichsam wie in der Natur. Das gasreiche Material hat durch die schnelle Erkaltung nicht die Möglichkeit, zu einem kompakten Gestein auszukristallisieren und erstarrt als porenreicher Bimsstein.


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Siehe auch:
Alltägliches - Mineralwolle
Mineralische Kakteenerde
Vulkanisches Glas

Quellen:
- http://idw-online.de - Bimsstein als Zeitzeuge
- www.patentstorm.us - Patent auf die Herstellung von künstlichem Bimsstein
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München*

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Letzte Aktualisierung: 23. Juni 2018

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