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Alltägliches - Mörser aus Stein



Im Haushalt finden sich viele Utensilien, die heutzutage nahezu unabdingbar und aus Gestein gefertigt sind – wie Mörser und Stößel.

Mörser und Stößel

Der Name Mörser stammt ursprünglich aus dem Lateinischen. Mit dem Wort mortarium wurden bereits damals Keramikgefäße bezeichnet, in denen Kräuter und Gewürze zerkleinert wurden. Im Englischen ist die lateinische Wortherkunft noch deutlicher: dort sind Mörser unter der Vokabel mortar bekannt.

Bild: Mörser und Stößel aus "schwarzem Granit"

Die Form von Mörsern gleicht tiefen Schüsseln, jedoch sind die Gefäßwände stärker und höher.
Stößel sind die entsprechenden Werkzeuge, mit denen Lebensmittel, Arzneien oder Kosmetika im Mörser zerkleinert werden. Die Form von Stößel erinnert an dicke, schwere Stäbe, deren Unterseite zwecks besseren Zermalmens im Mörser abgerundet ist.

Mörser und Stößel werden sowohl in der Küche als auch Medizin, Kosmetikbranche und Wissenschaft verwendet. Nahrungsmittel wie Körner, Samen und Nüsse werden optimal zerkleinert ebenso wie Kräuter, um u.a. deren ätherische Öle freizusetzen; kosmetische und medizinische Zutaten werden im Mörser aufgearbeitet und vermischt.

Die Zerkleinerung im Mörser erfolgt manuell. Die in den Mörser gegebenen Zutaten werden mit Druck durch den Stößel in kreisenden Bewegungen zerdrückt. Daneben werden im Handel automatische Mörser angeboten, die diese Arbeit übernehmen.


Mörser-Materialien

Heutzutage sind Mörser und Stößel in verschieden großen Ausführungen und aus diversen Materialien bestehend erhältlich.
Neben Mörsern und Stößeln aus Kunststoff, Porzellan, Gusseisen und Naturmaterialien wie Holz (insbesondere Olivenholz) finden auch Steine und Minerale Anwendung als Mörsermaterial.

Für die Nutzung als Mörser und Stößel sind der Beanspruchung wegen nur kompakte und harte Minerale und Gesteine geeignet. Poröse Gesteine und weiche Gesteine wie Bims oder Arkosen scheiden aus, da diese dem Druck während des Mörserns nicht standhalten würden. Zudem käme es zu unerwünschtem Materialabrieb, durch die Porosität würde Bakterien und anderen Mikroorgansimen Lebensraum geschaffen.
Weiche, empfindliche Materialien wie Kalkstein würden zu schnell abgewetzt oder durch Säuren in Lebensmitteln, u.a. in Essig oder Zitrusfrüchten enthalten, zersetzt werden.

Deshalb wird sich bei der Herstellung von Mörsern am häufigsten Achat und kristallinen, magmatischen und metamorphen Gesteinen wie Granit, Diorit, Basalt, Gabbro, Diabas, Serpentinit und Marmor bedient.

Mitunter wird auf der Verpackung von Mörsern angegeben, aus welchem Gestein der Mörser gefertigt wurde. Teilweise können diese Beschreibungen irrtümlich sein, insofern bei schwarzen Mörsern häufig Granit als Ausgangsmaterial angegeben wird. Granit zählt der mineralischen Zusammensetzung wegen aber zu den hellen Gesteinen.

Geschichte von Steinmörsern

Die ältesten Mörser und Stößel wurden in Ägypten und in Gräbern bzw. heiligen Stätten süd- und mittelamerikanischer Völker wie bspw. der Inka und Maya entdeckt. Die Fundstücke weisen zum Teil ein Alter von über 6000 Jahren auf.
Im Vordergrund der Verarbeitung im Mörser stand die Gewinnung von farbgebenden Pigmenten aus Mineralien oder Pflanzen zu Schminkzwecken oder Malereien und die Herstellung von Medizin – nachzulesen auch im Papyrus Ebers, eine Aufzeichnung medizinischer und kosmetischer Rezepte aus Ägypten von 1550 v.Chr. Mörser und Stößel waren zudem seit frühesten Zeiten auch in Nordeuropa, Griechenland, römischen Reich und in weiten Teilen Asiens bekannt.

Bevor Mörser in transportfähigen handlichen Größen von Steinmetzen gefertigt wurden, bestanden diese aus großen Steinblöcken. Durch die ständige Nutzung zum Zermahlen von Nüssen, Samen, Kräutern und Getreidekörnern entstand mit der Zeit im Gestein eine Vertiefung.


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Siehe auch:
Schwarzer Granit
Schleifen und Polieren von Gesteinen und Mineralen
Essbare Steine


Quellen:
http://publications.australianmuseum.net.au
www.moerser.ch
www.mörser.info
www.gourmetsleuth.com
www.graymont.com

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Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2018




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