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Erz



Die Grundlage vieler Gegenstände, Materialien und Technologien aus dem Alltag sind Mineralien und Gesteine. Ein „Material“, das nicht mehr wegzudenken ist, sind Erze.

Definition Erz

Erze (englisch: ore) sind unter oder über tage abgebaute metallhaltige Mineralien oder Gesteine, denen eine wirtschaftliche Verwertbarkeit zukommt. Der Name Erz wiederum stammt aus dem Lateinischen und wird mit Metall übersetzt.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass nicht jedes metallhaltige Mineral oder Gestein als Erz definiert wird. Erzhaltige Mineralien, die nur an wenigen Fundorten der Welt Vorkommen und bei denen sich der Abbau aufgrund der geringen Ressourcen oder wegen niedriger Erzgehalte nicht rentiert, werden nicht als Erz verstanden. Metallhaltige Gesteine mit einem zu geringen, ökonomisch bedeutsamen Erzgehalt werden im Bergbau als taubes Gestein bezeichnet.


Kupfer
Kupfererz

Erze und Industrieminerale

Den verschiedenen Erzen stehen Industrieminerale gegenüber, die als mineralische, nichtmetallische Rohstoffe, die nicht der Gewinnung von Energie oder Edelmetallen dienen, definiert werden.
Beiden Begriffen ist jedoch das wirtschaftliche Interesse gemeinsam.

Zu den wichtigsten Industriemineralen zählen unter anderem FeldspatFluoritBaryt, DolomitGips, MagnesitSchwefel, CalcitTalkQuarzGlimmermineraleAragonit, PerlitZeolitheSalz sowie Tonminerale wie Kaolin, BentonitVermiculit und Montmorillonit.


Erzhaltige Mineralien und Gesteine

Entstehungsbedingt kommen Erze in einer Vielzahl von Mineralien und Gesteinen vor. In Anlehnung an das jeweilige Metall werden Erze wie folgt unterschieden:

Erz Mineralien
Aluminiumerze Bauxit, Böhmit, Diaspor, Gibbsit, Rubin, Saphir
Berylliumerze Beryll, Phenakit, AquamarinSmaragdRoter Beryll/Bixbit, Euklas, Gadolinit, ChrysoberyllAlexandrit
Bleierze Cerussit, Galenit, Krokoit, Anglesit
Chromerze Chromit
Eisenerze Magnetit, Hämatit, Siderit, Kamacit, Pyrrhotin
Golderze Gold gediegen
Kobalterze Cobaltit/Cobaltin, Skutterudit, Linneit, Erythrin
Kupfererze gediegen Kupfer, Chalkopyrit, Chalkosin, Bornit, Atacamit
Lithiumerze Spodumen, Zinnwaldit, Ambylgonit, Lepidolith, Petalit
Magnesiumerze Kieserit, Magnesit
Manganerze Pyrolusit, Psilomelan
Molybdänerze Molybdänit
Nickelerze Nepouit, Pentlandit, Nickelin, Pyrrhotin, Millerit, Willemseit
Platinerze Platin gediegen
Silbererze Silber gediegen
Titanerze Ilmenit, Rutil, Perowskit, Titanit
Vanadiumerze Carnotit, Vanadinit, Desclozit
Wolframerze Scheelit, Wolframit, Stolzit
Zinkerze Smithsonit, Zinkblende (Sphalerit), Wurtzit, Willemit, Zinkit, Hemimorphit, Adamin, Franklinit
Zinnerze Kassiterit, Stannit

Tabelle 1: Erzhaltige Mineralien und Gesteine


Siderit
Eisenerz Siderit

Neben der Unterscheidung nach dem Metall wird zusätzlich zwischen Edelmetallerzen, Leichtmetallerzen, Buntmetallerzen und Schwarzmetallerzen differenziert.

  • Edelmetallerze: Gold-, Silber- und Platinerze
  • Leichtmetallerze: Aluminium-, Beryllium-, Lithium- und Magnesiumerze
  • Buntmetallerze: Blei-, Kupfer-, Zink- und Zinnerze
  • Schwarzmetallerze: Chrom-, Eisen-, Kobalt-, Mangan-, Molybdän-, Nickel-, Titan-, Wolfram- und Vanadiumerze

Die Metalle sind als Bestandteil in Gesteinen und Mineralien gebunden. Die Metallurgie befasst sich nach dem Abbau erzhaltiger Steine und Mineralien mit der Gewinnung und Verarbeitung aus mineralischen Rohstoffen.


Verwendung von Erzen

Erz Verwendungszweck
Aluminium Fahrzeugbau, Wärmeleiter, elektrischer Leiter, Konservendosen, Alufolie
Beryllium Legierungen, Röntgentechnik, Neutronenreflektoren
Blei Strahlenschutz, Legierung, Elektronik
Chrom Legierung, Katalysator, Gerberei
Eisen Stahlbau, Transformator, Generator, Elektromotor
Gold Schmuck, Leiterplatten, Zahntechnik, Fototechnik
Kobalt Legierungen, Akkumulatoren
Kupfer Legierungen, elektrische Leitungen, Lasertechnologie
Lithium Akkus, Reduktionsmittel in der Metallurgie, Legierungen, Reaktortechnologie
Magnesium Korrosionsschutz, Brennmittel, Legierungen, Reduktionsmittel
Mangan Legierungen, Leuchtmittel
Molybdän Legierung, Stahlverbeitung, Röntgentechnik
Nickel Legierungen, Katalysator, Gaschromatographie
Platin Schmuck, Schreibfedern, Medizintechnologie, Katalysator, Thermoelemente, Laserdrucker
Silber Schmuck, Besteck, elektrischer Leiter, Wärmeleiter, Legierungen, Fototechnik, Medizin, Legierungen
Titan Legierung, Schmuck, Zahntechnik
Vanadium Kernbrennstoff, Legierung, Akkus
Wolfram Stahlverarbeitung, Leuchtmittel, Munition, Schmuck
Zink Korrosionsschutz, Batterien, Bauwesen
Zinn Metallverarbeitung, Zahntechnik

Tabelle 2: Erze und Verwendung


Entstehung von Erzlagerstätten

Die Entstehung von Erzen und abbauwürdigen Lagerstätten ist mit der Entstehung metallhaltiger Gesteine und Mineralien verknüpft. Die Lagerstätten können sowohl magmatischen wie auch metamorphen und sedimentären Ursprungs sein.

Erze sind Bestandteil der Erde, die beispielsweise in Form von aufsteigenden Magmen aus tieferliegenden Schichten der Erde an oder in die Nähe der Erdoberfläche gelangen.
Aus den Magmen kristallisieren durch Abkühlung der heißen Schmelze verschiedene Mineralien und Gesteine aus, die im Fall von Erzen mit Metallen angereichert sind.
Ebenfalls magmatischen Ursprungs sind Erzlagerstätten auf dem Meeresgrund, die sich um Black Smoker und im Bereich auseinander driftender Kontinental- und/oder ozeanischer Platten. Ein Beispiel für Erzanreicherungen marinen Ursprungs sind Manganknollen, die von hoher wirtschaftlicher Bedeutung sind.
Erzlagerstätten können ebenso im Zuge der Verwitterung entstehen. Infolge der chemischen, biologischen und/oder physikalischen Zerkleinerung und Zersetzung von Gesteinen und Mineralien werden Erze aus dem Ausgangsgestein herausgelöst, transportiert/verlagert, abgelagert, sedimentiert und zu erzhaltigen Gesteinen verfestigt, zum Beispiel zu Laterit und Bauxit.
Auch im Zuge der Kontakt- und Regionalmetamorphose, wenn aufsteigende Magmen oder infolge Gebirgsbildung durch tektonische Prozesse unter hohen Temperatur- und Druckverhältnissen bereits bestehende Mineralien oder Gesteine in Gänze oder teilweise aufgeschmolzen werden und anschließend rekristallisieren, können sich durch den Kontakt mit der Schmelze Erzanreicherungen bilden.


Siehe auch:
Coltan
Seltene Erden
Bodenschätze in Deutschland


Quellen:
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Murawski, H. (2017): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*

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Letzte Aktualisierung: 7. November 2018

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