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Die berühmtesten Diamanten der Welt



… und was aus ihnen wurde.

Es gibt Edelsteine, die sind bekannter als andere. Edelsteine, welche die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregten und dies noch immer tun, weil jene Edelsteine für sehr viel Geld den Eigentümer wechselten, von besonderer Schönheit sind oder weil sie kostbare Steine seit jeher in Menschen Begehrlichkeiten erwecken.

Klassiker wie Rubin, Saphir und Smaragd kennt vermutlich jeder. Und auch Diamanten sind nicht erst seit Marilyn Monroe im Film „Blondinen bevorzugt“ „Diamonds are a girl´s best friend“ sang, mit die populärsten Minerale. Ein Blick in die Historie berühmter Diamanten verrät, dass das härteste aller Minerale schon im 13. Jahrhundert beliebt war – verbunden mit einer Vielzahl von Intrigen, Schicksale und auch viel Geld ist geflossen, um an die geschätzten Diamanten zu gelangen.

 

Bild 1: Berühmte Diamanten (Echte Wagner Margarine, Bd. 3, 1930):
links: "Sultan Babur verlangt als Tribut von Agra den Kohinoor"
rechts: "Der Großmogul am Turban des Königs von Delhi"


Die Frage, welcher Diamant aber nun der berühmteste der Welt ist, lässt sich schwer beantworten.
Fest steht aber, dass es vor allem die 4C sind, die den Wert von Diamanten bestimmen – in der Vergangenheit wie auch heute. Die 4C stehen für vier Merkmale von Diamanten, mit denen sich eine qualitative Einordnung vornehmen lässt. Ausschlaggebend sind neben Größe (carat) und Farbe (colour) auch Reinheit (clarity) und Schliff (cut). Insbesondere der Schliff von Diamanten steigert den Wert; der Anteil am Preis von Diamanten beträgt etwa 40 %.

Nachfolgend werden einige Preziositäten kurz vorgestellt.

 

Bild 2: Berühmte Diamanten (Echte Wagner Margarine, Bd. 2, 1930)
links: "Das Schicksal des Saucy auf der Reise nach Paris"
rechts: "Napoleon I. trägt den Prinzregent am Degenknauf"


Blauer Wittelsbacher: Ein indischer Diamant, gefunden im mittleren 17. Jahrhundert in der Kollur-Mine bei Golkonda in Indien.
Der zartblau getönte Diamant wog bei der Entdeckung 35,56 Karat, wurde durch den Schliff reduziert auf 31,06 Karat. Zunächst war der Blaue Wittelsbacher in österreichisch-spanischen Adelshäusern heimisch, gelangte durch eine Hochzeit 1722 nach Bayern zum Adelsgeschlecht der Wittelsbacher. Alsbald wurde das Prachtexemplar eines Diamanten in die Bayerische Königskrone eingefasst. 1951 und in den Folgejahren wurde der Blaue Wittelsbacher immer wieder verkauft, bis er 2008 im Zuge einer Versteigerung in Höhe von 184 Mio. Euro letztmalig den Besitzer wechselte. Laurence Graff, ein britischer Juwelier, nennt den blauen Diamanten aktuell sein Eigen; daher auch die alternative Bezeichnung Wittelsbach-Graff-Diamant.

Cullinan: Aus einem mach´ 105! Mit einem Rohgewicht von 3.106,75 ct. ist der Cullinan-Diamant der größte bislang gefundene Diamant.
Das Schwergewicht wurde am 26. Januar 1905 in der Premier-Mine, 40 km östlich von Pretoria/Südafrika, aufgespürt. Der Name Cullinan wurde zu Ehren des Minen-Besitzers gewählt: Thomas Cullinan (1862 bis 1936). Schon drei Jahre später machte sich der Amsterdamer Diamantschleifer Joseph Asscher (1871 bis 1937) an der Teilung des Cullinan-Diamanten zu schaffen. Im Ergebnis entstanden neun größere und 96 kleinere Diamanten, wobei die neun größten die Titel Cullinan I. bis XI. tragen und zwischen 530,2 ct. (Cullinan I., sog. Großer Stern von Afrika), 317 ct. (Cullinan II., sog. Kleiner Stern von Afrika) und 4,39 ct. (Cullinan IX.) wiegen.
Die großen Cullinan-Diamanten sind seit einem Geschenk 1907 in England beheimatet, als Schmucksteine in einigen der britischen Kronjuwelen eingefasst und im Tower von London zu bewundern.

Dresden: Gegen den Cullinan ist der grüne Diamant Dresden mit 41 ct. ein Fliegengewicht. Über die Herkunft ist man sich uneinig. Vermutet wird aber, dass der Grüne Dresden in Indien entdeckt wurde. 1742 erwarb Friedrich August II. (1696 bis 1763), Kurfürst von Sachsen, den einst 119,5 ct. schweren Diamanten und brachte ihn nach Dresden. Entsprechend der Farbe und dem Aufbewahrungsort im Grünen Gewölbe in Dresden, wurde das Mineral auf den Namen Grüner Dresden getauft.

Excelsior: Wie viele andere Diamanten auch, wurde der Excelsior in einer afrikanischen Diamantenmine gefunden. Namentlich handelt es sich um die Jagersfontein-Mine in der gleichnamigen südafrikanischen Stadt. Hier wurde der weiße, leicht blaustichige Excelsior-Diamant am 30. Juni 1893 geborgen. Der Rohdiamant wog ursprünglich 995,2 ct., wurde dann aber in 21 einzelne, kleinere Diamanten aufgespalten. Einige sind unter den Namen Excelsior I. bis XI. geführt und wurden teilweise von den US-amerikanischen Schmuckunternehmen Tiffany & Co. aufgekauft.

Golden Jubilee
: Die Namensgebung dieses Diamanten ist einem besonderen Anlass geschuldet. 1997 feierte der thailändische König Bhumibol Adulyadej (geb. 1927) sein 50-jähriges Thronjubiläum, sog. goldenes Jubiläum. Ebenso golden bis gelbbraun ist auch die Farbe des Diamanten, der 1985 in der Premier-Mine in Südafrika entdeckt wurde. Ursprünglich brachte der Diamant 755,5 ct. auf die Waage; nach eingehender Bearbeitung wiegt der Golden Jubilee nun 545,67 ct und wird im Königlichen Palast in Bangkok/Thailand aufbewahrt.

 

Bild 3: Berühmte Diamanten (Echte Wagner Margarine, Bd. 3, 1929)
links: "Der Stern des Südens am Hofe zu Lissabon"
rechts: "Der Cullinan wird Eduard VII. von England zum Geburtstag überreicht"


Großmogul: Der Großmogul wurde 1650 in der Diamanten-Mine von Kollur in Indien gefunden, wies ein Ursprungsgewicht von 787 ct auf. In Form gebracht und geschliffen wiegt der bläulich-grüne Großmogul ca. 280 ct. Lange Zeit befand sich der Großmogul in Indien – benannt nach den Großmogulen, die von 1526 bis 1858 herrschten, verschwand aber 1739 von der Bildfläche. Es wird spekuliert, dass der Großmogul als Teilstück im Orloff-Diamanten weiterlebt.

Hope: Der Hope-Diamant ist ein blauer Diamant, deshalb auch Blue Hope genannt. Der Blaue Hope-Diamant wiegt 45,52 ct; weniger als die Hälfte der originalen Version mit 112 ct. Und auch der Hope ist ein Inder aus der Kollur-Mine, wo der blaue Diamant im 17. Jahrhundert entdeckt wurde. Namenspate des Hope-Diamanten ist der britische Bankier Henry Philip Hope, der den Diamanten 1830 kaufte. Vorher befand sich der Hope-Diamant in berühmteren Schmuckkammern: König Louis XIV. von Frankreich (1638 bis 1715) trug den Diamanten als Kettenanhänger. Während der Französischen Revolution wurde der Diamant geraubt und tauchte Jahre später in England auf, wo Hope ihn schließlich erwarb.
Seit 1958 wird der Diamant in der Smithsonian Institution in Washington/USA als Leihgabe beherbergt.

Koh-i-Noor: Der Koh-i-Noor-Diamant ist einer der Diamanten, dessen Geschichte am weitesten zurückverfolgt werden kann. Die frühesten Überlieferungen stammen aus dem 12. Jahrhundert. Der weiße 108,93-Karäter (Rohdiamant: 186 ct.) wurde in der indischen Kollur-Mine gefunden, gelangte nach vielen Jahren in indischen Besitztümern 1739 in die Hände von Nadir Schah von Persien (1688 bis 1747). Hier erhielt der Diamant seinen Namen. Koh-i-Noor ist die persische Bezeichnung für Berg des Lichts – angelehnt an das Feuer dieses Diamanten. Keine 100 Jahre später fand der Koh-i-Noor-Diamant eine neue Heimat in Indien. 1850 wurde der Diamant Königin Victoria (1819 bis 1901) zum Geschenk gemacht, die den Edelstein zunächst als Zierde in ihrer Krone trug. 1911 wurde der Diamant in der Krone von Königin Mary platziert und 1937 wurde der Koh-i-Noor-Diamant in die Kröne von Königin Elisabeth eingefasst.
Seitdem ist der weiße Stein Teil der britischen Kronjuwelen, ausgestellt im Tower von London.

Orlow/Orloff: Und auch der Orloff-Diamant hat seinen Ursprung in der Kollur-Mine in Indien. Nach der Entdeckung 1650 gelangte der Orloff zunächst über Umwege in englische, dann in persische und schließlich in russische Hände. Grigori Grigorjewitsch Orlow (1734 bis 1783), ein russischer Adliger, kaufte den Diamanten 1773 für tausende Rubel, um ihn seiner Angebeteten Katharina der Großen (1729 bis 1796) zu schenken. Die damalige Zarin von Russland sorgte dafür, dass der Orloff-Diamant in einen Zepter eingesetzt wurde.
Heute ist der 189,62 ct. schwere, grünlich-blau changierende Diamant im Moskauer Kreml zu besichtigen.

Regent: 1701 wurde der 410 ct. schwere Rohdiamant des Regent in der Parteal Mine bei Golkonda in Indien entdeckt. Bearbeitet kommt der weiße, klare und blau strahlende Diamant heute auf ein Gewicht von 140,5 ct. und ist in den Räumlichkeiten des Louvre in Paris zu sehen. Der Name Regent leitet sich von einem seiner Besitzer ab. Philippe II. de Bourbon (1674 bis 1723), Herzog bzw. Regent von Orléans erwarb den Diamanten 1717. Den Regent-Diamanten kennt man auch unter dem Namen Pitt-Diamant, bezeichnet nach dem englischen Handelsmann Thomas Pitt (1653 bis 1726), der den Diamanten an den Sonnenkönig Louis veräußerte.

Sancy: Ein 55,23 ct. schwerer, weißer und leicht gelblich getönter Diamant, dessen Name auf Nicolas de Harlay (1546 bis 1629), seines Zeichens Seigneur bzw. Lehnsinhaber von Sancy. Er brachte den indischen Diamanten 1570 von einer Reise nach Konstantinopel mit. Nachdem der Diamant anschließend zunächst im englischen Königshaus beheimatet war, kam der Diamant nach Frankreich und Russland, bis der Sancy-Diamant 1906 in die USA gelangte. Anlässlich der Hochzeit des Sohnes des Finanziers William Waldorf-Astor vermachte er der Braut den Diamanten als Hochzeitsgeschenk.
Nach dem Tod seiner Schwiegertochter wurde der Diamant 1978 vom Pariser Louvre aufgekauft.

Taylor-Burton-Diamant: Die Schauspieler Elizabeth Taylor (1932 bis 2011) und Richard Burton (1925 bis 1984) sind Namenspaten des Taylor-Burton-Diamanten. Die Typlokalität (Ort der Erstentdeckung) befindet sich in der Premier-Mine in Südafrika. Das 1966 entdeckte exklusive Objekt wog einst 240,8 ct. Nach der Verarbeitung blieb ein 69,42 ct. schwerer Diamant über, der bei einer Versteigerung am 23. Oktober 1969 1.050.000 US-Dollar erzielte. Ersteigert wurde der Diamant vom Hause Cartier, aber schon wenige Tage später wechselte der Diamant den Besitzer: Richard Burton, der den Diamanten seiner damaligen Frau Elizabeth Taylor zum Geschenk machte. Nach dem Ende der Ehe verkaufte Taylor den weißen Diamanten 1978 für 5 Mio. US-Dollar.

Weitere Diamanten von beachtlicher Größe sind Centenary (Premier-Mine, 273,85 ct.) und die Sonne Afrikas. Der auch Sun Drop genannte gelbe Diamant wiegt 110,3 ct und wurde im November 2011 für acht Millionen Euro versteigert. Ebenso, wenn nicht sogar wertvoller, ist der Gelbe Florentiner. Dabei handelt es sich um einen 137,27-karätigen Diamanten aus Indien, der in der Vergangenheit unter anderem in Besitz der Familie Medici – daher der Name, alternativ auch Gelber Toskaner, befand. Der Verbleib des Florentiner ist ungewiss; man mutmaßt, dass sich der Diamant in den USA befindet.

Berühmte Edelsteine - Lesedi la Rona
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Gefälschte Edelsteine und Minerale

Links:
... und Quellen:
Bank, H. (1992): Diamanten. Pinguin-Verlag Innsbruck
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelsücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Wagner, H. (1930): Echte Wagner Margarine, Album Nr. 3: Sechs berühmte Edelsteine
 www.si.edu - Smithsonian Institution: The Hope Diamond
 www.ftd.de - Die größten Diamanten der Welt
 www.diamondiva.com - taylor-burton-diamond




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