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Pseudofossilien



Gelegentlich erscheinen Minerale und Gesteine in Formen, die an Versteinerungen erinnern, es aber nicht sind – sogenannte Pseudo- oder Scheinfossilien.

Scheinbare Versteinerungen

Pseudofossilien sind im Gegensatz zu tatsächlichen Fossilien nicht das versteinerte Abbild organischer Ausgangsmaterialien.
Der Grund für den Vergleich mit echten Fossilien liegt in ähnlichen Strukturen, Oberflächen oder sonstigen Erscheinungsformen von Gesteinen und Mineralien begründet.


Bild 1: Pseudofossilien: Mangan- und Eisenoxide in Form von Dendriten


Sehr häufig werden bräunliche, graue bis schwarze Dendriten auf Kalk- oder Sandsteinen mit fossilen Pflanzenabdrücken verwechselt. Die fein verästelten, scheinbaren Moose oder Farne entstanden durch mineralische Lösungen, die auf Gesteinsoberflächen auskristallisierten. Hauptsächlich handelt es sich bei mineralischen Dendriten um Mangan- oder Eisenoxide, z.B. Pyrolusit und Psilomelan.


Bild 2: Scheinfossilien: Pyroklastika und Andalusit-Varietät Chiastolith


Auch wenn Feuerstein Material von Steinkernen wie versteinerten Seeigeln sein kann, sind nicht alle Feuersteinknollen Fossilien. Feuersteine sind Sedimentgesteine (Ablagerungsgesteine), die häufig am Meeresgrund von Schichten aus Sand überdeckt und von der Wasserbewegung an Land bzw. an den Strand transportiert werden. Durch den ständigen Kontakt mit Wasser und darin befindlichen losen Körnern oder weiteren Gesteinen werden Kanten gerundet und Formen ausgeprägt, so dass teilweise Rückschlüsse auf Versteinerungen angenommen werden können.


Verwitterte Gesteine können bisweilen auch den Eindruck von Versteinerungen erwecken.
Ein Beispiel für Pseudofossilien sind die Lena-Säulen in Jakutien. Anders als versteinertes Holz oder der Versteinerte Wald von Chemnitz ist nicht Kieselsäure oder Fluorit strukturerhaltenes Material, sondern Sandstein. Unter der Wirkung und dem Einfluss von Wind, Wetter und Wasser wurden die Sandsteinformationen am russischen Fluss Lena derart abgetragen, dass die Sandsteinsäulen kahlen Baumstämmen gleichen.


Ebenfalls mit versteinertem Holz kann Andalusit, speziell die Varietät Chiastolith, vertauscht werden. Das braune Mineral kann durch Einlagerungen von Bitumen Strukturen annehmen, die an Jahresringe von Bäumen erinnern.


Einige magmatische Gesteine, die aus besonders gasreichen Magmen hervorgingen, weisen mitunter Hohlräume auf, die auf Verwechslungen mit versteinerten Pflanzenteilen, wie bspw. Badam-Nüssen, schließen lassen.


Pseudofossilien, die Koprolithen (= versteinerter Kot) ähnlich sein können, sind u.a. Goethit mit warzenförmigen Aggregaten, sog. Brauner Glaskopf oder Lößkindel. Während Goethit aus Eisenoxiden besteht, sind es beim Lößkindel, auch Lössmännchen oder Lösspuppen genannt, kalkhaltige Bestandteile, die die Zusammensetzung prägen. Mitunter werden bei Lößkindeln weitere Körner mit in den Verbund aufgenommen, so dass Vergleiche mit versteinerten Wurzeln, Pflanzenteilen oder Tieren entstehen.


Oolithische Gefüge, wie bspw. beim Rogenstein, können den Eindruck von versteinerten Eiern oder Exkrementen erwecken, sind aber Mineralkörner von geringer Korngröße, um die sich weitere Mineralkörner anlagern.


Ob es sich bei vorliegenden Fossilien um echte Fossilien oder Pseudofossilien handelt, kann durch verschiedene Methoden der Altersbestimmung (Radiokarbonmethode, Uran-Thorium Methode, Kalium-Argon-Methode) der Fundstücke festgestellt werden. Zudem sind hinterlassen Fossilien Positiv- oder Negativabdrücke, die mitunter fühlbar sind.


Siehe auch:
Lößkindel, Lößpuppen und Lößmännchen
Steckbriefe Fossilien
Mineralien als Wertanlage



Letzte Aktualisierung: 24. Juli 2018




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