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Essbare Steine - Steine und Mineralien zum Essen



Dass Gesteine und Mineralien nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch im Alltag allgegenwärtig sind, zeigt die Verwendung von Steinen und Mineralien bspw. Als Quelle für Metalle, Baumaterialien, mineralische Farbpigmente in der Malerei oder zu kosmetischen Zwecken in der Haut- und Haarpflege. Eines der gängigsten Produkte mineralischen Ursprungs im Lebensmittelbereich ist Speisesalz. Daneben werden weitere Mineralien und Gesteine gegessen und getrunken.

Inhaltsverzeichnis


Speisesalz

Speisesalz wird als ein geruchloses, salzig schmeckendes und würzendes Lebensmittel definiert, das im Handel unter den Namen Tafelsalz, Speisesalz oder Kochsalz vertrieben wird.
Salz ist ein essentieller Bestandteil der täglichen Ernährung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung spricht eine Empfehlung von sechs Gramm pro Tag bei Erwachsenen aus, um diverse physiologische Prozesse im menschlichen Körper aufrecht zu halten.
Speisesalz wird nicht nur in Hinblick auf die Gewinnung, sondern auch auf die Größe der Salzkörner unterschieden:

  • feinfeines Salz, sog. Buttersalz
  • feines Salz
  • mittelgrobes Salz
  • grobes Salz, sog. Diamantsalz


Halit
Halit

Steinsalz

Steinsalz ist ein kompaktes Gestein sedimentären Ursprungs, das aus dem Mineral Halit besteht.
Reines Steinsalz ist von weißer Farbe. Infolge von Fehlern im Kristallgitter und durch „Verunreinigungen“ bzw. Beimengungen wie bspw. Eisen, Mangan und Bitumen kann Steinsalz von roter, grauer, gelber, blauer oder violetter Farbe sein. Teilweise enthält Steinsalz – wie auch Meersalz – geringfügige Menge an Gips, Anhydrit, Nitrat, Kalium, Magnesium, Eisen und Mangan, die nicht nur die Farbe beeinflussen, sondern auch Auswirkungen auf den Geschmack haben. Bevor Steinsalz in den Verkauf gelangt, werden die unerwünschten Geschmacksgeber entfernt. Entstehungsbedingt wird Steinsalz in Salzstöcken untertage abgebaut.


Himalaya-Salz

Himalaya-Salz wird ebenfalls zu den Steinsalzen gezählt, verspricht aber im Gegensatz zur gewöhnlichen Würzung von konventionellem Steinsalz ein Plus an Vitalität und die Steigerung energetischer Kräfte.
Bei eingehenden Analysen von Himalaya-Salz wurde festgestellt, dass die Zusammensetzung von Salz aus dem Himalaya der von Salz aus anderen Salzbergwerken gleicht. Hinzu kommt die Herkunft: der Großteil der Himalaya-Salz-Vorräte stammt aus Polen und Salzabbaugebieten am Rande des Himalayas in Pakistan.


Persisches Blausalz

Persisches Blausalz ist ein weiterer Vertreter der Steinsalze, das geringe Mengen von blauem Sylvin beinhaltet und im Iran abgebaut wird.
Sylvin ist wie Halit ein Halogenid, mit der Zusammensetzung KCl. Die Farbe von Sylvin beruht auf Gitterbaufehlern, die eine Folge von tektonischen Vorgängen während der Kristallisation sind.


Siedesalz – Solesalz

Anders verhält es sich mit der Gewinnung von Siedesalz bzw. Solesalz, wobei der Begriff Sole eine wässrige, stark salzhaltige Lösung umschreibt.
Bei der Förderung von Siedesalz wird sich der Wasserlöslichkeit von Salz bedient. In salzhaltige Lagerstätten werden Löcher gebohrt, die mit Wasser aufgefüllt werden. Das Salz löst sich im Wasser auf und wird an die Oberfläche gepumpt, gradiert (konzentriert), gereinigt und abschließend gesiedet, bis das trockene, kristalline Salz vorliegt.


Fleur de Sel

Ähnlich verläuft das Prinzip der Gewinnung von Fleur de Sel – die Salzblume, die wortwörtlich in Salzgärten geerntet wird.
Unter freiem Himmel werden umfangreiche Teichsysteme anlegt, in die Meerwasser eingeleitet wird. Der „Abbau“ von Fleur de Sel wird vor allem in Südeuropa praktiziert, da hier die zwei wesentlichen Bedingungen – salzhaltiges Wasser und eine hohe Verdunstungsrate - gegeben sind. Übrig bleibt das Salz, das sich zu filigranen Salzblumen formiert und per Hand von der Wasseroberfläche abgeschöpft wird.


Gold
Blattgold

Gold und Silber

In der exquisiten Küche sieht man immer öfter Gerichte, die mit Gold und Silber verziert werden. Ein Hingucker, der allerdings keine Neuheit ist.
Eines der ältesten Produkte, das auf Gold setzt, ist Danziger Goldwasser. Dem würzige Likör aus Kümmel, Lavendel, Koriander, Zimt und Sellerie werden seit jeher zusätzlich feinste Blattgoldflöckchen hinzugefügt.
Auch wenn Gold essen spektakulär erscheint, ist der Geschmack weniger aufregend, denn Gold schmeckt neutral bis gar nicht und lässt sich deshalb perfekt zu herzhaften Speisen ebenso kombinieren wie zu Desserts oder als Garnitur auf Pralinen.
Mit Gold verzierte Lebensmittel oder goldhaltige Kuchen- und Plätzchendekore sind aber auch im Supermarkt zu finden. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät, ob Gold vorhanden ist. Unter der E-Nummer E 175 wird Gold in Deutschland als Lebensmittelzusatzstoff erfasst. Silber wird unter der E-Nummer E 174 geführt.


E 170, E 171 und E 172

Die Liste weiterer Lebensmittelzusatzstoffe mineralischen Ursprungs lässt sich fortsetzen. So wird beispielsweise Calciumcarbonat – E 170 - als Backtriebmittel, als Rieselhilfe bei der Salzgewinnung und zum Entsäuern bzw. Entfernen von natürlich vorkommender Kohlensäure in Mineralwasser (sog. Säurekatalysator) eingesetzt. Der Ursprung von Calciumcarbonat, besser bekannt als Kalk: Kreide.
Titandioxid ist ein Stoff, der vor allem im Zusammenhang mit Sonnenschutzcreme bekannt wurde. Unter der E-Nummer E 171 ist Titandioxid als weißes Pigment in Lebensmitteln zugelassen und wird durch ein aufwendiges Verfahren aus dem Mineral Ilmenit extrahiert.
Eisenoxide und Eisenhydroxide (E 172) dienen als gelber, brauner und schwarzer Lebensmittelfarbstoff. Allerdings werden diese Stoffe synthetisiert nach dem Vorbild aus der Natur: Goethit, Hämatit und Limonit.


Steine zum Trinken

Gletschermilch

Unter dem Begriff Gletschermilch wird ein milchig-trübes Gletscherwasser verstanden, dessen Farbe auf feinstkörnige Sedimente zurückzuführen ist, die wiederum von kalkhaltigen Gesteinen wie Kalkstein, Dolomit und Marmor stammen.
Gletschermilch wir als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und entsteht, wenn Gletscher über Felsen gleiten. Dabei entsteht ein feinkörniger Abrieb, das sog. Gletschermehl, das mit dem Schmelzwasser der Gletscher in die Flüsse gelangt und das Wasser weiß, gräulich bis türkisfarben einfärbt.
Die Anbieter von Gletschermilch werben mit der Heilwirkung von Gletschermilch bei Magen-Darm-Erkrankungen und zur Stärkung von Haaren, Bindegewebe und Fingernägeln.


Edelsteinwasser

Edelsteinwasser und Kristallwasser ist zurzeit in vielerlei Munde. Was vor allem dekorativ aussieht, verspricht vielerlei Wirkung – abhängig von den Steinen, die beim Ansetzen von Edelsteinwasser eingesetzt werden.
Die Begriffe Edelsteinwasser und Kristallwasser werden sowohl in der Mineralogie als auch im alternativmedizinischen Kontext gebraucht. Während Kristallwasser in der Mineralogie als das im Kristallgitter von Mineralien über Ionen oder Moleküle gebundene oder frei bewegliche Wasser definiert wird, versteht man in der Naturheilkunde Kristallwasser als stilles Mineralwasser oder Leitungswasser, das mit diversen Mineralien in Form von Kristallen versetzt wurde. Die Basismischung vertraut auf die Heilkraft von Amethyst, Bergkristall und Rosenquarz. Erweitert wird Mischung z.B. um Magnesit, Moosachat, ChalcedonCitrinJaspisSchörl/schwarzer Turmalin, Aventurin, ObsidianMondsteinMarienglas (Gips), KarneolSmaragd und Diamant.
Abhängig von den einzelnen Steinen soll eine individuelle Wirkung von Kristallwasser ausgehen. Die Versprechen sind groß: Edelsteinwasser soll schlank machen, Kristalle helfen beim Abnehmen, kurbeln den Stoffwechsel an, entgiften, entschlacken, entwässern, steigern Harmonie, Leidenschaft, Entspannung, Vitalität, Konzentration, Geborgenheit, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, seelisches und körperliches Gleichgewicht steigern. Dass von Edelsteinwasser tatsächlich eine positive Wirkung bzw. Heilwirkung auf den Organismus und die Psyche ausgeht, konnte in wissenschaftlichen Studien dennoch nicht bewiesen werden.


Heilerde, Zeolithe und Bentonit

Drei Steine, die sowohl äußerlich wie auch innerlich angewendet werden und deren Wirkung auf demselben Prinzip beruht: Kationenaustauschkapazität, d.h. die Fähigkeit, an negativ geladenen Plätzen Kationen auszutauschen und zu binden.

Heilerde

Heilerde ist ein lockeres, feinkörniges Sediment (0,01 bis 0,05 mm) von staubähnlichem Charakter, das aus Löss besteht. Das Wort Löss stammt aus dem schweizerdeutschen Wortschatz und wird mit locker übersetzt – angelehnt an die Konsistenz von Löss.
Die Zusammensetzung von Heilerde wird zu 60 bis 70 % von Quarz repräsentiert. Die weiteren Bestandteile von Heilerde sind Feldspäte, Glimmer und die Tonminerale Illit und Kaolin.
Heilerde gilt als frei verkäufliches Arzneimittel, das laut Arzneimittelgesetz (AMG/Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln) vor dem Inverkehrbringen erhitzt werden muss, um potentielle, krankhafte Verunreinigungen auszuschließen.
Die Anwendungsbereiche von Heilerde sind vielfältig. So wird Heilerde unter anderem als Maske oder Reinigungsprodukt bei öliger, fettiger und unreiner Haut angewendet, genau wie Heilerde bei der Behandlung von Magen-Darm-Problemen und zur Bindung von Fetten aus der Nahrung aufgenommen wird.


Zeolith-Gruppe
Zeolith


Zeolithe

Zeolithe haben sich in den vergangenen Jahren zu einem populären Nahrungsergänzungsmittel etabliert. Große Werbeversprechen à la Detox, Entgiftung des Körpers, straffes Bindegewebe machten Zeolithe weit über die Grenzen der Mineralogie hinaus bekannt.
Der Name Zeolith umfasst kein einzelnes Mineral, sondern eine Gruppe von 48 Mineralien vergleichbarer chemischer Zusammensetzung (u.a. Phillipsit, Analcim, Levyn, Natrolith, Skolezit, Pollucit, Amicit, Klinoptilolith, Brewsterit, Chabasit und Harmotom), die seit Jahrzehnten in der Industrie und Wirtschaft Einsatz finden – und bei radioaktiven Störfällen.
Als am 26. April 1986 in Tschernobyl in der Ukraine der Reaktor des Kernkraftwerks Tschernobyl explodierte, wurden Zeolithe in pulverisierter Form nicht nur in der angrenzende Umgebung verteilt, sondern auch den Menschen in den betroffenen Bereichen als Tabletten, Schokolade oder Kekse dargereicht, wobei der Anteil der Zeolithe in den Nahrungsmitteln zwischen 2 und 30 Prozent variierte. Zusätzlich wurde Trinkwasser mit Zeolithen gefiltert.
Anwendung fand vor allem Klinoptilolith-Zeolith, das sich unter allen Zeolithen als das wirksamste Mineral in Form eines Molekularsiebs im Einsatz gegen radioaktive Belastungen herausstellte, da bei Klinoptilolith eine sehr hohe Adsorptionsfähigkeit nachgewiesen wurde. Bereits in den 1960er Jahren konnte in wissenschaftlichen Untersuchungen die hohe Adsorption von radioaktivem Caesium-137 und Strontium-90 bei Klinoptilolith beobachtet werden. Zeolithe binden jene Stoffe und verhindern eine weitere Ausbreitung. Bei Produkten – Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel - mit Zeolith-Anteil werden die Kontaminanten über den Stuhl ausgeschieden. (weitere Ausführungen und Studien zur Wirksamkeit und Schnelligkeit der Wirkung von Zeolithen: Zeolithe – Mineralien im Einsatz gegen Radioaktivität).
Fernab der Anwendung im Rahmen radioaktiver Unfälle bieten zahlreiche Händler Zeolithe für den täglichen Gebrauch als Nahrungsergänzungsmittel an, insbesondere um Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Cadmium und Aluminium, aber auch Ammonium und Histamin aus der Nahrung zu filtern.


Bentonit

Bentonit ist ein sehr weiches Sedimentgestein (Mohshärte 1 bis 2), das entsteht, wenn vulkanische Gläser oder Asche verwittern. Das polymineralische Gestein Bentonit besteht aus mehreren Mineralien: Montmorillonit ist als Hauptgemengteil am meisten vertreten. Quarz, Calcit, Pyrit, Illit und das Glimmermineral Biotit sowie Feldspäte sind mit bis zu fünf Prozent an der Zusammensetzung von Bentonit vorhanden.
Das weiße, gelbe, grünliche, graue oder braune Gestein wird im Handel zerkleinert angeboten, wobei die Verwendung als Katzenstreu die bekannteste ist. Daneben wird Bentonit in der Hautpflege angeboten, ebenso wie Bentonit als pulverförmiges Nahrungsergänzungsmittel zur Bindung von Schwermetallen und Histamin sowie zur Darmsanierung verkauft wird – oftmals in Kombination mit Zeolithen und Heilerde.


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Siehe auch:
Whiskey on the Rocks – Whiskeysteine
Salt-and-Pepper-Diamanten
Heilsteine


Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*

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Letzte Aktualisierung: 11. Dezember 2018

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