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Johann Nepomuk von Fuchs



Johann Nepomuk von Fuchs: Fuchsit, Wasserglas und bunte Pigmente aus Mineralen.

Johann Nepomuk von Fuchs wurde am 15. Mai 1774 in Mattenzell in der Oberpfalz/Bayern, Deutschland, geboren.

Studium

Johann Nepomuk von Fuchs studierte zunächst Medizin in Wien, dem die Promotion an der Universität in Heidelberg in diesem Fach folgte.
1801 widmete sich einem weiteren Studium: Mineralogie und Chemie; besuchte dafür die Universitäten in Paris, Berlin und Freiberg. An der Berliner Universität kam er erstmals in Kontakt mit dem Chemiker Martin Heinrich Klapproth (1743 bis 1817) und einer seiner Lehrer an der Freiberger Bergakademie war der Mineraloge Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817).

Lehre und Forschung

Nach vollendetem Studium war Fuchs Dozent für Mineralogie und Chemie an der Universität in Landshut, zwei Jahre später wird er am gleichen Institut zum Professor berufen. Einige Jahre später macht Fuchs Station in München, wird dort Kurator der Mineralogischen Sammlung und erhält auch hier 1854 den Ruf als Professor für Mineralogie. Im gleichen Jahr, am 8. Dezember 1854, wird Fuchs geadelt und trägt fortan den Namen Johann Nepomuk von Fuchs.

Seit 1835 ist Fuchs zusätzlich Oberbergrat, arbeitet trotzdem als Professor weiter. Große Verdienste sind Johann Nepomuk von Fuchs auf den Gebieten der Analytik und Methodik von Mineralen zuzuschreiben, aber auch frühe Überlegungen und Experimente zum Kationenaustausch von Zeolithen.

Wasserglas und Stereochromie

Seinen Experimenten ist auch die Entdeckung von Wasserglas zu verdanken.
Wasserglas, nicht im Sinne von Trinkgläsern, ist eine silikatische Lösung oder Gel, die aufgetragen zu Glas erstarrt. Bei Gläsern im mineralogischen Sinn handelt es sich um Materialien, die ohne Kristallstruktur erhärtet sind. Bekannte Gläser sind Obsidian und Bimsstein. Für die Herstellung von Wasserglas verwendete Fuchs eine Mischung aus Quarz und Kalium- oder Natroncarbonat. Alle Rohstoffe werden – wie bei der Herstellung von Glas üblich – bei 1100 bis 1200 °C eingeschmolzen und anschließend abgekühlt. Das Produkt wird nun pulverisiert und unter Druckverhältnissen von etwa 5 bar in 150 °C heißem Wasser gelöst, bis eine gelartige Konsistenz entsteht.

Darauf aufbauend experimentierte Fuchs weiter, speziell für die Verwendung von Wasserglas in der Malerei; sowohl im Innen- als auch Außenbereich. Auch hier kamen bereits in der fernen Vergangenheit zum Einsatz. Einige Minerale, solche mit farbigen Strichfarben, ergeben zu Pulver zermahlen farbige Mineralpigmente. Blaue Pigmente wurden zum Beispiel aus Azurit, Lapislazuli und Vivianit gewonnen. Auripigment, Krokoit und Schwefel dienten als gelber Farbstoff. Fuchsit und Malachit kamen als grünes Pigment zum Einsatz, während Erythrin und Hämatit als rote Basis dienten und Albit, Borax sowie Ettringit als weiße Pigmente Verwendung fanden. Um diese frühen Mineralfarben dauerhaft und vor diversen Umwelteinflüssen (z.B. Kälte und Wärme, Feuchtigkeit und Trockenheit oder saurer Regen) zu bewahren, entwickelte Fuchs zusammen mit Josef Schlottenhauer 1846 das Verfahren der Stereochromie: Farbpigmente werden auf einen kalkhaltigen Untergrund aufgebracht und anschließend mit Wasserglas versiegelt, dass nach der Aushärtung eine schützende Schicht bildet.

Fuchs zu Ehren wurde ein Mineral nach dem Mineralogen und Chemiker benannt: Fuchsit ist ein grünes Glimmermineral.

Mit 77 Jahren verstarb Johann Nepomuk von Fuchs am 5. März 1856 in München.

Bibliographie von Johann Nepomuk von Fuchs (Auswahl)

Jahr Titel
1824 Über den gegenseitigen Einfluss der Chemie und Mineralogie
1825 Über ein neues nutzbares Produkt aus Kieselerde und Kali
1830 Über Kalk und Mörtel
1837 Handbuch der Naturgeschichte
1842 Naturgeschichte des Mineralreichs
1844 Über die Theorien der Erde, den Amorphismus fester Körper und den gegenseitigen Einfluss der Chemie und Mineralogie
1857 Bereitung, Eigenschaften und Nutzanwendung des Wasserglases mit Einschluss der Stereochromie


Siehe auch:
Gustav Rose
Georgius Agricola
Friedrich Simony



Quellen:
- www.deutsche-biographie.de
- www.google.de - google books
- www.newadvent.org
- www.ohm-hochschule.de
- www.baufachinformation.de

Letzte Aktualisierung: 13. August 2017




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