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Karl Hugo Strunz



Kaum ein anderer Name eines Mineralogen ist enger mit der Ordnung der Minerale verknüpft als Karl Hugo Strunz.

Ein Mineraloge aus Bayern

Karl Hugo Strunz wurde am 24. Februar 1910 im ostbayerischen Weiden in der Oberpfalz geboren. Im Anschluss an seine Schulzeit in Regensburg begann Strunz 1929 Naturwissenschaften, insbesondere Mineralogie, in München zu studieren. Bereits vier Jahre später beendete er das Studium mit dem Doktortitel. 1935 folgte der zweite Doktortitel und im Alter von 28 die Habilitation.

Von 1935 bis 1937 verbrachte Strunz einige Zeit als Assistent bei dem Schweizer Kristallographen Paul Niggli (1888 bis 1953). 1937 ging Strunz nach Berlin und war im Mineralogischen Museum von Berlin (heute untergebracht im Naturkundemuseum Berlin) tätig; seit 1943 auch als Kurator.

In Berlin hatte Strunz zudem seit 1939 bis 1945 mit kriegsbedingten Unterbrechungen die Lehrtätigkeit an der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin inne.

Nach Kriegsende machte Strunz Station in Regensburg, ebenfalls als Dozent für Mineralogie an der hiesigen Universität. In die Zeit der Lehrtätigkeit am Standort Regensburg war u.a. Strunz beteiligt, das Mineralogisch-Geologische Institut der Universität zu gründen.

1951 zieht es den Mineralogen Strunz erneut nach Berlin; diesmal aber nicht als Dozent an der heutigen Humboldt-Universität, sondern an der im Westteil der Stadt befindlichen Technischen Universität Berlin. Bis zum Ende seiner Dozentenlaufbahn 1978 verweilte Strunz in Berlin mit Ausnahme von 1954, wo er für ein Jahr nach Cambridge/USA an die Harvard-Universität ging.

Mineralogische Tabellen

Eines der großen Werke von Strunz, das heute noch von großer Bedeutung in der Mineralogie ist, trägt den Titel „Mineralogische Tabellen“. Basierend auf der Struktur und chemischen Zusammensetzung ordnete Strunz Minerale, auch bekannt als Mineralklassifikation, erstmals veröffentlicht 1941.

Neben dem Mitwirken in zahlreichen wissenschaftlichen Vereinigungen, bekam Strunz 1985 um seine Verdienste in der Wissenschaft das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen. Zudem war der Mineraloge an der Entdeckung bzw. Erstbeschreibung einiger Minerale beteiligt, bspw. Hagendorfit, Liandradit und Laueit. Nach ihm selber wurde das gelb-braune Manganeisenphosphatmineral Strunzit benannt.

Mit 96 Jahren verstarb Strunz am 19. April 2006 in Unterwössen.

Auswahl von Veröffentlichungen:


Jahr Titel
1948 Struktur und Gestalt. Eine leichtverständliche Einführung in die Kristallkunde
1950 Übermikroskopische Untersuchungen von Zinkoxyden
1952 Die Phosphat-Quarz-Feldpegmatite von Hagendorf-Pleystein in Bayern
1957 Mineralogische Tabellen. Eine Klassifizierung der Mineralien auf kristallchemischer Grundlage. Mit einer Einführung in die Kristallchemie
1962 Die Uranfunde in Bayern von 1804 bis 1962 (Einschließlich der radiometrischen Meßergebnisse)
1970 Von der Bergakademie zur Technischen Universität Berlin, 1770 bis 1970
1975 Zur Mineralogie und Geologie der Oberpfalz


Siehe auch:
Mineralklassen - Systematik der Minerale
Aristides Brezina
Georgius Agricola
George Frederick Kunz



Quellen:
- www.dmg-home.de - Nachruf zu Prof.Dr.Dr. Hugo Strunz
- http://opus.kobv.de - TU Berlin: Hugo Strunz
- www.badw.de

Letzte Aktualisierung: 13. August 2017

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