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Matthias Joseph Anker





Lebenslauf Matthias Joseph Anker

Matthias Joseph Anker wurde am 6. Mai 1772 in Graz/Österreich geboren.

Lange Zeit bevor sich Anker einen Namen als Geologe machte, war er als Mediziner tätig. Anfangs arbeitete er als Chirurg in der Praxis seiner Eltern, gelegen in Stainz (südliches Österreich, Bundesland Steiermark). Wenige Jahre später ging er nach Graz, wo Anker 1807 zum kaiserlich-königlichen Kreiswundarzt ernannt wurde.

Parallel zu seinem Chirurgenalltag widmete sich Anker der Mineralogie und Geologie. In Graz machte er Bekanntschaft mit Carl Friedrich Christian Mohs, der hier als Dozent lehrte. 1811 wurde Anker Mitarbeiter unter Mohs, 1818 erhielt Anker selbst einen Lehrauftrag an der Universität, den er bis 1839 beibehielt und wurde 1824 zudem zum Professor der Mineralogie ernannt.


Bild 1: Ankerit - benannt nach M. J. Anker

Ein großer Verdienst von Anker war die Erstellung der heute ältesten geologischen Karte Österreichs. 1819 bekam er vom Erzherzog Johann von Österreich (1782 bis 1859) dazu den Auftrag. Der Erzherzog verfolgte mit der Kartierung das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Bodenschätze bzw. wirtschaftlich verwertbaren Rohstoffe zu erhalten.

Mit der Kartierung der Steiermark einhergehend wurde eine Sondersammlung im Joanneum eingerichtet, die anhand der ausgestellten Gesteine und Minerale das wirtschaftliche Potential der Steiermark darstellte. Bis zum Jahr 1832 wurden bereits 575 Exponate zusammengetragen. Das Joanneum wurde 1811 in Graz vom Erzherzog Johann als Museum und Lehrstuhl gegründet.

Die Arbeiten an den Karten dauerten 10 Jahre und wurden 1829 veröffentlicht. Neben der topographischen Vollständigkeit legte Anker Wert auf die Nennung aller Gesteine und deren Alter. Entsprechend findet sich bei ihm die Kategorisierung in Urgebirgsformation vertreten durch Gneis, Granit, Glimmerschiefer, Chloritschiefer, Talkschiefer, Urtonschiefer, Urtrapp, Diorit, Serpentin, Gabbro und Urkalk. Die Gesteine der älteren Flöz-Formation werden bei Anker repräsentiert durch Kalk, Tonschiefer, Grauwacke, Trapp, Porphyr, Muschelkalk, Dolomit und Sandsteine. Die jüngeren Flöz-Formationen bestehen namentlich aus Sandsteinen, Süßwasserkalk, Mergel, Ton, Konglomerate sowie Braunkohle. Ebenfalls beschrieben werden die Ablagerungen des Alluviums: Schotter, Ton, Mergel und Flugsand. Als Vertreter vulkanischer Gesteine nennt Anker Basalt, Dolerit,Porphyr und Trachyt.

Noch zu Lebzeiten wurden Anker die Ehre zuteil, dass 1825 nach ihm ein weißes, graues bis braunes Carbonatmineral Ankerit benannt wurde. Namensgeber war der Geo- und Mineraloge Wilhelm Ritter von Haidinger (1795 bis 1871).

Mit 71 Jahren verstarb Anker am 3. April 1843 in seiner Geburtsstadt Graz.


Auswahl von Werken von Anker

  • 1808 – Art und Weise, wie man beiläufig zu Werke gehen kann, um ein gefundenes unbekanntes Fossil zu bestimmen
  • 1809 – Kurze Darstellung einer Mineralogie von Steyermark oder systematische Aufzählung steyermärischer Fossilien mit Angabe ihrer Fundörter und ihrer technologisch - ökonomischen Nutzbarkeit
  • 1829 – Gebirgskarte der Steiermark. Manuskript 1:432000
  • 1829 – Gebirgskarte der Steiermark – Tafeln zur Statistik der österreichischen Monarchie
  • 1835 – Kurze Darstellung der mineralogisch-geognostischen Gebirgsverhältnisse der Steiermark


Siehe auch:
Carl Friedrich Christian Mohs - Erfinder der Mohshärte
Gustav Rose - Mineraloge und Namenspate des Minerals Roselith
René-Just Haüy - Entdecker der Kristallsymmetrie
Georgius Agricola - Vater der Geologie
Aristides Brezina - Geologe und Meteoritenexperte
Steckbrief Ankerit


Quellen:
- Kurze Darstellung einer Mineralogie von Steyermark
- www.austria-lexikon.at
- www.landesmuseum.at

Letzte Aktualisierung: 3. Juli 2018

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