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Echte Diamanten erkennen



Echte Diamanten von Diamantfälschungen oder Imitationen zu unterscheiden, ist oftmals nicht einfach. Vor allem für Nicht-Fachleute.

Echter Diamant oder Verwechslung

Farblose, geschliffene Steine, die in Schmuck eingefasst sind, können auf den ersten Blick leicht für Diamanten gehalten werden.
Farblose bzw. weiße Diamanten sehen anderen ebenfalls klaren Mineralien wie Bergkristall, Topas/Weißtopas, Beryll oder Zirkon ähnlich. Noch schwieriger ist die Unterscheidung von farbigen Diamanten - sog. Fancy Diamanten in gelb, braun, orange, rot, rosa/pink, lila/violett, blau, grün, grau und schwarz. Farben, die in der Welt der Mineralien in Hülle und Fülle vorkommen, sodass violette Diamanten bspw. mit Amethyst verwechselt werden können. Rosafarbene Diamanten dem Mineral Kunzit gleichen, blaue Diamanten Saphiren ähneln oder grüne Diamanten für Smaragd oder Peridot gehalten werden können.
Irreführend kann zum Beispiel auch die Bezeichnung Stolberger Diamant, Auerberger Diamant oder Böhmischer Diamant sein. Bei diesen vermeintlichen Diamanten handelt es sich tatsächlich um Bergkristall oder Orthoklas.

Die bekannteste Diamantimitationen wird unter dem Namen Zirkonia geführt. Die im Labor gezüchteten Kristalle waren einst als kostengünstige Alternative zu echten Diamanten gedacht, doch schon bald wurde der Zirkonia-Rezeptur farbgebende Substanzen hinzugefügt, sodass auch farbige Diamanten und jeder beliebige Farbedelstein imitiert werden kann. Strass ist ebenfalls eine Diamant-Imitation, die aus Glas besteht.


Unterscheidung anhand der Eigenschaften von Diamanten

Der sicherste Weg, um unechte Diamanten von echten Diamanten zu unterscheiden, stellt die Auswertung der Eigenschaften von Diamanten dar.
Fälschungen und Imitationen unterscheiden sich dahingegend wesentlich von echten Diamanten.


  • Härte: Die Härte von Mineralien wird mit der Mohshärte angegeben; beginnend von Härtegrad 1 (= sehr weich, z.B. Talk) bis 10.
    Der Diamant erreicht auf der Mohs'schen Skala die 10, d.h. kein Mineral auf der Welt ist härter als der Diamant.
    Um die Härte von Diamanten bzw. anderen Mineralien zu bestimmen, wird der zu prüfende Stein in der Regel an einer unauffälligen Stelle mit einer diamantbesetzen Nadel angeritzt. Sind auf der Oberfläche Kratzspuren zu erkennen, handelt es sich nicht um einen Diamanten. Denn: Diamanten lassen sich nicht von weicheren Mineralien zerschrammen, können andersherum aber andere Mineralien zerkratzen. Im Handel gibt es eigens zur Bestimmung der Härte von Mineralien Härteskalen mit Vergleichsmineralien, mit denen der Härtetest durchgeführt werden kann.
  • Glanz: Die Art, wie die Reflexion von Licht auf der Oberfläche von Mineralien erscheint, wird als Glanz bezeichnet. Da der Glanz von Diamanten so einzigartig, strahlend und intensiv ist, wurde ihm eine eigene Kategorie, der sog. Diamantglanz, zuteil.
    Quarz bzw. Bergkristall ist bspw. von glasartigem Glanz und kann im direkten Vergleich identifiziert werden.
  • Dichte: Die Dichte von Diamanten beträgt 3,47 bis 3,55 g/cm³.
    Zirkonias sind mit einer Dichte von 5,6 bis 6,0 g/cm3 wesentlich schwerer als Diamanten.
    Zur Bestimmung der Dichte muss der Stein lose, d.h. nicht in Schmuck eingefasst sein. Die Materialien der Ringschiene, Kettenanhänger oder des Ohrschmucks verfälschen die Messergebnisse.
  • Farbe: Die Farbe von Diamanten ist vielfältig. Neben den bekannten weißen bzw. farblosen Diamanten gibt es farbige Diamanten, deren Tönung mit Störungen im Bau des Kristallgitters oder dem Einbau von fremden Elementen begründet wird. Ein Beweis der Echtheit von Diamanten anhand der Farbe ist nicht möglich.
  • Strichfarbe: Gleiches triftt auf die Strichfarbe zu. Als Strichfarbe wird die Farbe definiert, die entsteht, wenn man ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen reibt, Der feine, pulverförmige Abrieb gibt die Strichfarbe an, die bei Diamanten ebenso wie bei dem ähnlich aussehenden Zirkon oder Bergkristall weiß ist.
  • Spaltbarkeit: Wird ein Diamanten vorsichtig mit einem Spaltwerkzeug zerlegt, zeigt sich eine vollkommene Spaltbarkeit; die entstandene Spaltfläche ist absolut eben und glatt.
  • Dispersion: Die Dispersion ist ein Wert, der die Intensität des Farbspiels von Edelsteinen wiedergibt, die als Folge des Zerlegens von weißem Licht in Mineralien entsteht. Dem Laien ist die Bezeichnung Feuer von Diamanten bzw. Edelsteinen vermutlich weit geläufiger. Die Dispersion von Diamanten beträgt 0,044 und ist eines der hilfreichsten Kriterien bei der Bestimmung der Echtheit von Diamanten.
  • Transparenz: Nicht geeignet zur Identifizierung von Diamanten ist die Eigenschaft Transparenz, mit welcher die Lichtdurchlässigkeit angegeben wird. Die Transparenz von Diamanten ist durchsichtig bis durchscheinend und reiht sich damit in eine Reihe von zahllosen Mineralien ein, die ebenso von selbiger Transparenz sind.
  • Diamantprüfer: Ein schnelle und sichere Methode, Diamanten auf Echtheit zu testen, sind Diamantprüfgeräte. Die Prüfgeräte sind längst nicht mehr nur Edelsteininstituten vorbehalten. Die handlichen Diamantprüfer für den Privatgebrauch erlauben eine schnelle Aussage, ob es sich bei einem vorliegenden Stein um einen Diamanten, eine Imitation oder Zirkonia handelt.


Echtheitstests "to go"

Im Internet kursieren zahlreiche Tests, mit denen Diamanten zu Hause und ohne fachliches Wissen durchgeführt werden. Die Methoden sind einfach und versprechen schnelle Ergebnisse.

  1. Nebeltest: Wird ein Diamant angehaucht, setzt sich eine feine Wasserschicht der Atemluft auf der Diamantoberfläche ab. Abhängig von der Geschwindigkeit der Verdunstung ist der Diamant echt oder eine Fälschung. Als grobe Richtlinie wird eine Zeit von drei bis vier Sekunden angegeben. Verdunstet der Nebel auf dem Stein schneller, handelt es sich demnach um einen echten Diamanten.
    Ein Test, den Diamantgutachter nicht gutheißen, da bereits hauchfeine mögliche Verschmutzungen auf der Steinoberfläche das Ergebnis beeinträchtigen können und der Zeitwert nicht aussagekräftig genug ist.
  2. Hitzebeständigkeit: Ein weiterer Test schlägt die Überprüfung mittels Hitze vor. Der zu testende Stein wird mittels Lötrohr erhitzt und anschließend in kaltem Wasser abgekühlt. Diamanten halten der Prozedur stand, Quarz bspw. zerspring.
    Ebenfalls nicht zu empfehlen, da der Test mit der potentiellen Zerstörung eines Steins einhergeht.
  3. Zeitungstest: Demnach können Diamanten von Fälschungen entlarvt werden, indem geprüft wird, inwiefern man durch einen geschliffenen Kristall die Schrift einer Tageszeitung erkennen kann. Ist die Schrift lesbar, handelt es sich um keinen echten Diamanten. Der Test ist laut Experten ebenfalls ungültig, bereits allein weil ungenau gearbeitete Schliffproportionen und oberflächliche Beschmutzungen zu fehlerhaften Ergebnissen führen.

Echtheitszertifikate

Absolute Sicherheit im Hinblick auf die Echtheit von Diamanten geben Zertifikate namhafter gemmologischer Labore, welche die Echtheit von Diamanten und anderen Edelsteinen mittels eingehender Analysen versichern.
Zu den bekanntesten Ausstellern zählen die Gemological Association of America (GIA) und das in der Schweiz ansässige Unternehmen Gübelin.
Beim Kauf eines zertifizierten Diamanten wird sowohl die Echtheit des Steins bestätigt, genau wie Informationen zur genauen Beschreibung der Farbe und Reinheit entpsrechend den international gültigen Kriterien der 4C (Color, Clarity, Cut und Carat/ Farbe, Reinheit, Schliff und Gewicht) angegeben werden. Ferner wird im Zertifikat das Gewicht des Diamanten, die Qualität des Schliffs (einschließlich Symmetrie der Proportionen in %) sowie die Art der Ausprägung eventueller Einschlüsse erwähnt.
Diamanten mit Zertifikat sind teilweise geringfügig teurer, sind aber als Beweis der Echtheit und als Wertanlage nicht zu unterschätzen.


Der Preis von echten Diamanten

Nicht zuletzt ist der Preis ein Anhaltspunkt für die Echtheit von Diamanten.
Ausschlaggebend für den Preis von Diamanten sind die 4C, die bei geschliffenen Diamanten Anwendung finden.
Rohdiamanten, die noch unbearbeitet sind, kosten oft weniger als Diamanten mit perfekt ausgearbeiteten Proportionen und dem richtigen Schliff, der das Feuer des Diamanten optimal zur Geltung bringt.
Das Konglomerat der 4C umfasst neben dem Schliff (Cut) auch die Farbe (Color), die Reinheit (Clarity) sowie das Gewicht (Carat; 1 Karat = 0,2 g).
Innerhalb dieser Qualitätskriterien gibt es feine Abstufungen, die den Diamantpreis beeinflussen. Online kann man auf Tools zurückgreifen, mit denen der Preis von Diamanten anhand der 4C eingeschätzt werden kann. So kostet beispielsweise ein 1-Karäter im Brillantschliff in lupenreiner, höchster Reinheit und dem begehrten Blauweiß ca. 27.700 US-Dollar (siehe: www.info-diamond.com - Diamantpreis-Kalkulator). Diamanten mit geringerer Reinheit, gelbstichiger Farbe und geringerem Gewicht sind entsprechend günstiger.




Siehe auch:
Diamanten, die keine sind - Falsche Diamanten
Die teuersten Edelsteine der Welt
Der Unterschied von Brillanten und Diamanten

Quellen:
⇒ Bank, H. (1992): Diamanten. Pinguin-Verlag Innsbruck
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine: alle alle Arten und Varietäten; 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- https://gia.edu - How to tell if a diamond is real

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Letzte Aktualisierung: 2. Mai 2019

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