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Wie erkennt man echte Diamanten?



Echte Diamanten von falschen zu unterscheiden, ist oftmals nicht einfach. Vor allem für Nicht-Fachleute. Wenn man nicht gerade Diamantschmuck kauft, der mit einem entsprechenden Echtheitszertifikat für den Diamanten belegt ist, können geschliffene und Rohdiamanten auf den ersten Blick mit anderen Mineralien oder Imitationen verwechselt werden.

Farblose bzw. weiße Diamanten sehen anderen ebenfalls klaren Mineralien wie Bergkristall, Topas, Beryll oder Zirkon ähnlich. Noch schwieriger ist die Unterscheidung von farbigen Diamanten; hier gibt es in der Welt der Mineralien ebenso Gegenstücke, die in gelben, rosafarbenen, grünen oder blauen Farben erscheinen.
Irreführend kann zum Beispiel auch die Bezeichnung Stolberger, Auerberger oder Böhmischer Diamant sein. Bei diesen scheinbaren Diamanten handelt es sich tatsächlich um Bergkristall oder Orthoklas.

Ebenso wenig echte Diamanten sind diverse Diamantimitationen, die größtenteils aus dem Zuchtmineral Zirkonia oder Strass (kunstvoll geschliffenes Glas) bestehen.

Unterscheidung anhand der Eigenschaften von Diamanten

Der sicherste Weg, um einen unechten Diamanten von echten Diamanten zu unterscheiden, bieten die Eigenschaften von Diamanten.

Härte: Die Härte von Mineralien wird mit der Mohshärte angegeben; beginnend von Härtegrad 1 (= sehr weich, z.B. Talk) bis 10.
Der Diamant erreicht auf der Mohs'schen Skala die 10, d.h. Kein Mineral auf der Welt ist härter als der Diamant. Um zu prüfen, ob ein Diamant echt, wird versucht, an einer unauffälligen Stelle das Mineral mit einem anderen Mineral zu ritzen. Lässt sich der zu testende Diamant bspw. Von einem Saphir (Mohshärte 9) oder Topas (Mohshärte 8) zerkratzen, d.h. Man erkennt eine deutliche Kratzspur auf der Diamantoberfläche, handelt es sich mit Sicherheit um keinen Diamanten. Denn: Diamanten lassen sich nicht von weicheren Mineralien zerschrammen, können andersherum aber andere Mineralien zerkratzen.

Glanz: Die Art, wie die Reflexion von Licht auf der Oberfläche von Mineralien erscheint, wird als Glanz bezeichnet. Da der Glanz von Diamanten so einzigartig ist, wurde ihm eine eigene Kategorie, der sog. Diamantglanz, zuteil.

Dichte: Die Dichte von Diamanten beträgt 3,47 bis 3,55 g/cm³.

Farbe: Die Farbe von Diamanten ist vielfältig. Neben den bekannten weißen bzw. farblosen Diamanten gibt es farbige Diamanten, deren Tönung mit Störungen im Bau des Kristallgitters oder dem Einbau von fremden Elementen begründet wird. Ein Beweis der Echtheit von Diamanten anhand der Farbe ist nicht möglich.

Strichfarbe: Gleiches triftt auf die Strichfarbe zu. Als Strichfarbe wird die Farbe definiert, die entsteht, wenn man ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen reibt, Der feine, pulverförmige Abrieb gibt die Strichfarbe an, die bei Diamanten ebenso wie bei dem ähnlich aussehenden Zirkon oder Bergkristall weiß ist.

Spaltbarkeit: Wird ein Diamanten vorsichtig mit einem Spaltwerkzeug zerlegt, zeigt sich eine vollkommene Spaltbarkeit; die entstandene Spaltfläche ist absolut eben und glatt.

Bruch: Der Bruch von Diamanten ist hingegen muschelig.

Dispersion: Die Dispersion ist ein Wert, der die Intensität des Farbspiels von Edelsteinen wiedergibt, die als Folge des Zerlegens von weißem Licht in Mineralien entsteht. Dem Laien ist die Bezeichnung Feuer von Diamanten bzw. Edelsteinen vermutlich weit geläufiger. Die Dispersion von Diamanten beträgt 0,044 und ist hilfreich bei der Bestimmung von Diamanten.

Transparenz: Nicht geeignet zur Identifizierung von Diamanten ist die Eigenschaft Transparenz, mit welcher die Lichtdurchlässigkeit angegeben wird. Die Transparenz von Diamanten ist durchsichtig bis durchscheinend und reiht sich damit in eine Reihe von zahllosen Mineralien ein, die ebenso von selbiger Transparenz sind.

Aussagen zur Echtheit von Diamanten anhand der Eigenschaften sind über Kombination Härte, Glanz, Dispersion sowie Dichte möglich.

Nicht zuletzt ist der Preis ein Anhaltspunkt für die Echtheit von Diamanten. Ausschlaggebend für den Preis von Diamanten sind die 4C, die bei geschliffenen Diamanten Anwendung finden.
Rohdiamanten, die noch unbearbeitet sind, kosten oft weniger als Diamanten mit perfekt ausgearbeiteten Proportionen und dem richtigen Schliff, der das Feuer des Diamanten optimal zur Geltung bringt.
Bestandteil der 4C sind neben dem Schliff (Cut) auch die Farbe (Color), die Reinheit (Clarity) sowie das Gewicht (Carat; 1 Karat = 0,2 g). Innerhalb dieser Qualitätskriterien gibt es feine Abstufungen, die den Diamantpreis beeinflussen. Online kann man auf Tools zurückgreifen, mit denen der Preis von Diamanten anhand der 4C eingeschätzt werden kann. So kostet beispielsweise ein 1-Karäter im Brillantschliff in lupenreiner, höchster Reinheit und dem begehrten Blauweiß ca. 27.700 US-Dollar (siehe: www.info-diamond.com - Diamantpreis-Kalkulator). Diamanten mit geringerer Reinheit, gelbstichiger Farbe und geringerem Gewicht sind entsprechend günstiger.

Siehe auch:
Edelsteine und Verlobungsringe
Was ist der Unterschied zwischen einem Zirkonia und Brillanten?
Wie wird aus einem Diamanten ein Brillant?

Letzte Aktualisierung: 11. Juli 2017




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