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Steinerne Zeugen - Stolberger Diamanten



Nicht alles, was glänzt, ist ein Diamant – Stolberger Diamanten.

Die Stolberger Diamanten

Der Name Stolberger Diamanten geht auf den gleichnamigen Ort im Harz zurück. Alternativ werden jene Minerale auch Auerberger Diamanten genannt, bezugnehmend auf den Großen Auerberg: mit 579 m ü. NN. die höchste Erhebung in Stolberg/Sachsen-Anhalt. Wahrzeichen des Großen Auerbergs ist das Josephskreuz – ein 38 m hoher, aus Stahl gefertigter Aussichtsturm.

Auch wenn die Form der Kristalle der Stolberger Diamanten an echte Diamanten erinnert, handelt es sich chemisch betrachtet um Quarz und Orthoklas, ein Feldspatmineral. Bei den sogenannten Schwarzen Diamanten von Stolberg handelt es sich hingegen um die Turmalinvarietät Schörl, die optisch eine gewisse Ähnlichkeit mit "richtigen" schwarzen Diamanten aufweisen.

Charakteristisch für Stolberger Diamanten ist die hexagonale, wabenähnliche Grundfläche, auf der beidseitig, an der Grundfläche miteinander verwachsene Pyramiden ausgeprägt sind. Die Doppelpyramiden der Stolberger Diamanten sind von geringer Größe. Diamanten aus Quarz erreichen eine Kantenlänge bis zu einem Zentimeter, während Orthoklas-Diamanten maximal 8 mm groß werden. Neben der diamantähnlichen Form der Kristalle sind es auch Farbe und Transparenz, die Vergleiche mit dem härtesten Mineral der Erde nahe bringen. Stolberger Diamanten sind farblos, mitunter gräulich bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz.


Entstehung der Stolberger Diamanten

Die Diamanten vom Harz entstanden im Zuge magmatischer Prozesse bei Stolberg im Perm, genauer Unteres Rotliegend (vor ca. 290 bis 269 Mio. Jahren).
Entlang einer Störung traten flüssige Gesteinsschmelzen an die Erdoberfläche und bildeten so die Kuppe des Auerbergs. Prägendes und zeitgleich Muttergestein der Stolberger Diamanten ist Rhyolith. In dem feinkörnigen, magmatischen Gestein mit porphyrischem Gefüge sind die „Diamanten“ der Größe wegen von anderen, kleineren Gemengteilen deutlich zu unterscheiden. Der Grund für die Größe der „Diamanten“ ist die lange Zeit der Abkühlung und Erstarrung des flüssigen "Gesteinbreis", aus dem das Gestein hervorging. Die Stolberger Diamanten kristallisierten aus, als die Gesteinsschmelze eine Temperatur von 575 °C erreichte. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, die diamantähnlichen Mineralien in älteren Rhyolithen zu finden, höher gegenüber jüngeren Rhyolithen, die zu späteren Zeitpunkten erstarrten.


Siehe auch:
- Sächsische Diamanten oder Der Topas vom Schneckenstein
- In, auf und aus Gestein gebaut - Das Bernsteinzimmer
- Gefälschte Edelsteine und Minerale


Quellen:
www.harzregion.de
www.harzlife.de

Letzte Aktualisierung: 2. Dezember 2018




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