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Opale aus der Slowakei - Kosice, Dubnik und Presov



Wenn ein Land mit dem Mineral Opal in Zusammenhang gebracht wird, dann handelt es sich um Australien. Doch lange Zeit, bevor in Down Under nach Opalen geschürft wurde, war eine Region in der heutigen Slowakei Marktführer auf dem Gebiet Opal: Kosice, Dubnik und Presov.

Opale in der Slowakei

Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts Opale aus Australien Hochkonjunktur hatten, hatte sich in Europa bereits ein Land als das Opal-Vorkommen weltweit etabliert: die Slowakei und insbesondere die Region im Städtedreieck Dubnik, Kosice und Presov. Die Städte liegen jeweils ca. 35 km voneinander entfernt und befinden sich rund 400 km östlich der Hauptstadt Bratislava.

Die älteste Aufzeichnung über den Opalabbau in der Slowakei stammt vom 14. Mai 1597. In dem Schreiben erteilt Rudolf II. (1552 bis 1612), König von Böhmen und Ungarn sowie Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, die Erlaubnis, dass die hiesigen Opalen in den Mine um Kosice weiterhin abgebaut werden dürfen.
1609 wurden die Opalvorkommen der Slowakei von Anselmus de Boodt bzw. Anselm Boetius (1550 bis 1632) bestätigt. In seinem Werk Gemmarum et Lapidum Historia befasste sich der flämische Chemiker, Mineraloge und Arzt mit den Opalen aus der Slowakei und setzte sich mit den mineralogischen Eigenschaften und Verwendungszwecken diverser Mineralien und Gesteine aus Europa, Asien und Afrika auseinander.
Im Kapitel Ca. XII. De Opalo führt Boetius in einer Aufzählung die damals bekannten Vorkommen des Minerals weltweit auf: Zypern bzw. Griechenland, Ägypten und übriges Arabien, Indien und Asien generell. Kosice, Dubnik und Presov werden nicht erwähnt, vielmehr wird Ungarn als weiterer Fundort von Opalen genannt: „Praeter loca autem a Plinio indicata, oberservat Boetius & in Hungaria nasci“. Dass Ungarn anstatt der Slowakei aufgeführt wird, ist mit der Historie beider Länder zu begründen. Vom 11. Jahrhundert bis zum Zerfall des Königreichs Österreich-Ungarn 1918 befanden sich Kosice, Dubnik sowie Presov auf ungarischem Territorium.
Die Blütezeit der slowakischen bzw. damals ungarischen Opale fand in der Zeit von 1843 bis 1880 statt, als das Mineral zu einem begehrten Stein für Schmuck aufstieg.
Dass das einst größte Opalvorkommen Europas in Vergessenheit geraten ist, hängt nicht mit den erschöpften Ressourcen zusammen. Vielmehr machte Australien der Slowakei Konkurrenz. Als bekannt wurde, dass Australien über reichhaltige Lagerstätten verfügt, die leicht zugänglich waren, endete die Opal-Ära von Kosice, Dubnik und Presov offiziell im November 1922.
Fast 100 Jahre später wurde der Betrieb 2012 vereinzelt wieder aufgenommen.


Opal
Edelopal


Opale

Opale werden der in der Mineralogie gängigen Systematik der Mineralien zufolge den kristallwasserhaltigen Oxidmineralien zugeordnet und sind zudem Vertreter der Quarzgruppe. Der Kristallwasseranteil in Opalen schwankt zwischen neun und 20 %, wobei der Wassergehalt mit der Zeit geringer werden kann und der Stein infolgedessen rissig und spröde wird sowie mit dem Verlust des Farbenspiels zu rechnen ist.
Opale werden in Gemeine Opale und Edelopale unterschieden. Während Edelopale als Opale mit intensivem Farbschiller definiert werden, sind Gemeine Opale weniger farbkräftig. Die Ursache für die sogenannte Opaleszenz sind mikroskopisch kleine Kugeln (Durchmesser von 1/10.000tel mm) aus Cristobalit, die in die Kieselgelmatrix der Opale eingebettet sind, Mit der Größe der Cristobalit-Kugeln variiert die Farbe. Bei größeren Kugeln präsentiert sich die Opaleszenz in rot, gelb, grün, blau und weiß. Kleinere Kugeln hingegen lassen Opale blau schillern.
Zu den weiteren Merkmalen von Opalen zählen der glas- bis wachsartige Glanz und die durchscheinende bis durchsichtige Transparenz. Die Mohshärte von Opalen beträgt 5,5 bis 6,5 bei einer Dichte von 1,98 bis 2,5 g/cm³ abhängig vom Kristallwassergehalt des Minerals.
Die slowakischen Edelopale zeichnen sich durch eine helle, milchig-weiße bis zart-violette Grundfarbe aus, die vom regenbogenfarbenen Schillern durchzogen wird. Daneben werden sog. Gemeine Opale gefunden, die aufgrund der braun-beigen bis rot-orangen oder blau-weiß gestreiften Farbe vergleichsweise unscheinbar wirken.
Die Minen von Kosice, Dubnik und Presov wurden in eine Tiefe von 80 bis 150 m getrieben, um die nest- und gangartigen Vorkommen – eingebettet in das Muttergestein Andesit – abbauen zu können.


Berühmte Opale aus der Slowakei

Der größte Opal, der in der Slowakei bzw. in Ungarn gefunden wurde, trägt den Namen Wiener Kaiserlicher Opal (englisch: Vienna Imperial Opal), mitunter auch Harlekin-Opal genannt. Der Opal wurde 1775 entdeckt und bringt ein Gewicht von 594 g auf die Waage. Der Stein wurde zu einem glatten, facettenlosen Tropfen mit stumpf abgetrennter Tropfenspitze geschliffen und ist in einer käfigartigen Fassung aus Gold gehalten, die zusätzlich mit Rubinen verziert wurde.
Ein weiterer Hochkaräter aus der Slowakei ist unter dem Namen World War Opal bekannt. Der Opal mit einem Gewicht von 108 Karat (1 Karat = 0,2 g) wurde 1914 zu Beginn des 1. Weltkriegs entdeckt.


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Siehe auch:
Opal-Imitation Slocum-Stone
Berühmte Edelsteine - Olympic Australis Opal
Der Olivin von Hawaii


Quellen:
www.nhm-wien.ac.at
www.opalovebane.sk - Opalbergwerke
www.mineralienatlas.de - Dubnik
www.opalmine.eu
Eckert. W.A.(1861): The World of Opals*
Boetius de Boot, A. (2010): Gemmarum Et Lapidum Historia: Quam Olim Edidit Anselmus Boetius De Boot*

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Letzte Aktualisierung: 14. September 2018

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