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Der Olivin von Hawaii



Der Vulkan Kilauea verzeichnet seit Anfang Mai 2018 eine erhöhte vulkanische Aktivität in Form von verstärkten Lavaströmen, Eruptionen und Erdbeben. Eine Begleiterscheinung, von der außerdem berichtet wird, ist olivinhaltiger „Regen“.

Hawaii

Hawaii ist die größte und zeitgleich namensgebende Insel der im Pazifik gelegenen Inselkette Hawaii, die neben zahlreichen Inseln auch viele Atolle umfasst.
Zu den größten Inseln zählen Hawaii (Big Island), Maui, Kaho´olawe, Lana´i, Moloha´i, O´ahu, Kaua´i sowie Ni´ihau.


Der Kilauea

Hawaii und die übrigen Inseln sind Inseln vulkanischen Ursprungs, wobei der derzeit nicht aktive Vulkan Mauna Kea mit 4205 m als der höchste Berg Hawaiis gilt.
Genau wie Mauna Kea wird die Entstehung des Kilaueas mit dem Vulkanismus auf Hawaii begründet. Vor Jahrmillionen entstanden die Hawaiianischen Inseln über einen Hot Spot im Pazifischen Ozean. Hot Spot: d.h., aus dem Erdmantel gelangte aufströmendes heißes Gesteinsmaterial (sog. Plumes) an die Erdoberfläche. Infolge der stetig stattfindenden tektonischen Bewegung der Pazifischen Platte kamen im Laufe von Millionen von Jahren immer wieder andere Bereiche der Pazifischen Platte mit dem Hawaii-Hot Spot in Berührung, die Ausdruck in der Entstehung der vulkanischen Inselkette fanden.
Der Kilauea (1247 m) ist einer der aktivsten Vulkane der Welt, aus dem seit 1983 kontinuierlich 1000 bis 1250 °C heiße, dünnflüssige und gasarme Lavaströme fließen, die trotzdem als „friedlich“ eingestuft werden. Die Lava quillt an zahlreichen Spalten (sog. Effusive Tätigkeit) aus und ist die Begründung die Entstehung des Kilaueas bzw. Vulkantyps Schildvulkan. Schildvulkane zeichnen sich durch eine schildartige Wölbung auf und sind vergleichsweise flach.


Olivin
Olivin

Hawaiianischer Olivin

Im Juni 2018 wurde in den Nachrichten über vermehrte Olivin-Funde berichtet, die teilweise wie Regen vom Himmel fielen.
Aufgrund der flaschengrünen Farbe fällt das Mineral auf dem dunklen Lavauntergrund besonders gut auf.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Olivin oftmals mit dem Mineral Peridot gleichgesetzt. Tatsächlich handelt es sich bei Olivin um eine Gruppe von Mineralien, die sich in Hinblick auf die chemische Zusammensetzung sowie vergleichbare chemische und physikalische Eigenschaften ähneln.
Zu den bekanntesten Vertretern der Olivine zählen Peridot, Forsterit, Tephroit, Fayalit und Glauchroit.
Trotz der namensgebenden olivgrünen Farbe kann das Mineral auch von flaschengrüner, gelbgrüner, gelbbrauner, brauner und weißer Farbe sein. Die Strichfarbe – die Farbe, die entsteht, wenn ein Mineral über eine unglasierte Porzellantafel gerieben wird, ist weiß. Weitere Merkmale von Olivinen sind der glasartige Glanz und die durchsichtige bis durchscheinende Transparenz. Die Mohshärte von Olivin beträgt 6,5 bis 7, vergleichbar mit den Quarzmineralien Amethyst, Rosenquarz, Bergkristall und Citrin.
Olivine sind Mineralien vulkanischen Ursprungs, die zu Beginn der Erkaltung von Magma auskristallisieren. Die Vorkommen von Olivin sind an Gesteine entsprechender Entstehung gebunden und werden weltweit in vulkanisch aktiven Gebieten und Regionen, die in der Vergangenheit vom Vulkanismus geprägt wurden, gefunden.

Olivin ist fernab des aktuellen Olivin-Regens auf Hawaii allgegenwärtig. Nicht nur im Vulkangestein Basalt findet man auf Hawaii die grünen Kristalle. Ein Strand auf Hawaii besteht fast vollständig aus Olivin: Green Sand Beach. Der grüne Sandstrand von Hawaii ist auf der Insel unter dem hawaiianischen Namen Papakolea Beach bekannt. Bei Betrachtung aus der Vogelperspektive gleicht der Green Sand Beach einer grünen Wiese. Neben den kantengerundeten grünen Steinen ist der Olivinsand von weißen Korallen- und Muschelfragmenten sowie dunkelgrauen bis schwarzen Lavastückchen durchsetzt.
Das Muttergestein, in dem die Olivinkristalle aufgewachsen sind, ist Basalt. Basalt ist ein graues bis schwarzes Gestein, das während vulkanischer Aktivitäten gebildet wird. Das magmatische Gestein besteht zum überwiegenden Teil aus den Mineralien Plagioklas-Feldspäten, Augit, Hornblende und Pyroxenen. Die mit bis zu fünf Prozent an der Zusammensetzung von Basalt vorhandenen Nebengemengteile werden durch Biotit, Olivin, Magnetit, Apatit und Ilmenit repräsentiert. Dass derzeit besonders viele Olivinkristall auf Hawaii zu finden sind, lässt sich mit der mechanischen Verwitterung des Muttergesteins Basalt erklären. Infolge der Eruption wird der Olivinbasalt förmlich bis in 40 Meter Höhe geschleudert. Die dabei waltenden physikalischen Kräfte sowie der hohe Temperaturunterschied zwischen der basaltischen Lava und der Luft lassen das Gestein zerbersten und setzen die Kristalle frei.


Siehe auch:
Technischer Olivinsand
Farbedelsteine und die Bewertung der Qualität von farbigen Edelsteinen
Die teuersten Mineralien der Welt


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mineralienatlas.de - Olivin. Weltweite Vorkommen
- https://eu.usatoday.com - It's 'raining' green crystals in Hawaii, thanks to Kilauea volcano eruption
- www.lovebigisland.com - Green Sand Beach

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Letzte Aktualisierung: 16. Oktober 2018

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