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Sächsische Diamanten oder Der Topas vom Schneckenstein



In ganz Deutschland gibt es zahlreiche Gruben und Revieren, in denen teilweise seit Jahrhunderten Mineralien und Erze abgebaut werden. Ein Fundort, der sich mit dem Mineral Topas einen Namen gemacht hat, ist der Topasfelsen vom Schneckenstein.

Der Schneckenstein

Der Schneckenstein ist ein topashaltiger Felsen, der sich in Muldenhammer in Sachsen befindet.


Sächsische Diamanten

Auch wenn der Name Sächsischer Diamant den Anschein erweckt, handelt es sich bei den Mineralien vom Schneckenstein nicht um Diamanten, sondern um Topase.
Dass der Topas vom Schneckenstein als Diamant aus Sachsen bezeichnet wurde und wird, ist der Tatsache zu verdanken, dass die Mineralien geschliffen und in Schmuck oder Kronen eingefasst Diamanten sehr ähnlich sind. Einer der berühmtesten Besitzer von Sächsischen Diamanten war August der Starke (Friedrich August von Sachsen, 1670 bis 1733). Sein mit sächsischen Topasen verzierter Schmuck wird heute im Grünen Gewölbe in Dresden aufbewahrt; andere Sächsische Diamanten sind Teil der Kronjuwelen von England.


Die Eigenschaften von Sächsischen Diamanten

Der Topas vom Schneckenstein zeichnet sich durch seine gelbe, goldgelbe bis grüngelbe Farbe aus, die bisweilen als weingelb beschrieben wird. Die Transparenz der Sächsischen Diamanten reicht von durchsichtig und klar bis hin zu deutlich sichtbaren Einschlüssen anderer Mineralien, die die Reinheit der Topase beeinträchtigen. Vor allem Turmaline konnten als Einschluss in den Topasen von Sachsen nachgewiesen werden.
Die Qualität der Topase vom Schneckenstein war zu Beginn des Abbau höher. Die Kristalle, die in späteren Jahren entdeckt wurden, wiesen zahlreiche Unreinheiten auf und waren rissig und spröde – für die Bearbeitung und Fertigung zu Schmuck ein nicht zu vernachlässigender Nachteil. Ein Grund, weshalb die Gewinnung der Sächsischen Diamanten am Schneckenstein eingestellt wurde.
Hinsichtlich der weiteren Eigenschaften sind Topase mit Diamanten nicht zu vergleichen. Beide Mineralien unterscheiden sich wesentlich vom Glanz (Topas; glasartig; Diamant: diamanten), der Zusammensetzung (Diamant: C/reiner Kohlenstoff; Topas: Al2(F,OH)2SiO4) und der Mohshärte. In der Mineralogie ist es gängig, Mineralien der Härte nach auf einer Skala von 1- sehr weich bis 10 – sehr hart einzuteilen. Mit einer Mohshärte von 8 zählen Topase zu den sehr harten Mineralien. Noch höher ist die Härte von Diamanten mit einer Mohshärte von 10.
Eine Gemeinsamkeit von Topas und Diamant ist die Vielfalt der Farben. Diamanten können weiß bzw. farblos und farbig sein. Die als Fancy Diamanten bezeichneten farbigen Diamanten gibt es in gelb, orange, rot, rosa/pink, violett, grün, blau, braun und schwarz. Die Farben von Topas reichen von farblos (Silbertopas) über gelb, grün, braun und blau (Blautopas) bis zu rot.


Die Geschichte der Sächsischen Diamanten

Der erste Fund eines Topaskristalls am Schneckenstein wird auf das Jahr 1722 datiert. Ein Tuchmacher namens Christian Kraut fand den ersten gelben Edelstein am Schneckenstein. Wenige Jahre später begann der professionelle Abbau; von 1734 bis 1800 wurde in der neu gegründeten Zeche Königskrone der Sächsische Diamant abgebaut.
Im Jahr 1800 wurde der Betrieb am Schneckenstein eingestellt. Die Kristalle erwiesen sich als zu spröde und waren unrein für die Verwendung als Schmuck. Stattdessen wurde der topashaltige Felsen für Forschungszwecke der Bergakademie Freiberg überlassen.
Mit dem aktiven Abbau einhergehend veränderte sich nicht nur die Form, sondern auch die Größe des Schneckensteins. Ursprünglich brachte es der Felsen auf eine Breite von 12 m bei einer Höhe von 36 m, heute ist der Schneckenstein 23 m hoch.
Das Suchen nach den gelben Kristallen ist seit 1938 verboten, nachdem der Schneckenstein unter Naturschutz gestellt wurde. Um „Wildereien“ am Schneckenstein zu unterbinden, wurde der Felsen 1973 eingezäunt und wird heute zusätzlich überwacht.


Siehe auch:
Topasfarben - Natürliche und künstliche Farben von Topas
Der Granatglimmerschiefer vom Ötztal
Diamanten, die keine sind

Quellen:
- www.mineralienatlas.de
- www.schneckenstein.com - Vogtländisch-Böhmisches Mineralienzentrum Schneckenstein

Letzte Aktualisierung: 5. Dezember 2018

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