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Die Deutsche Edelsteinstraße



Kaum eine Stadt in Deutschland ist so eng verbunden mit der Gewinnung und Verarbeitung von Edelsteinen, insbesondere Achaten, wie Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz. Auch angrenzende Ortschaften sind seit Jahrhunderten mit dem Edelsteingewerbe verbunden, weshalb der Zusammenschluss zur Deutschen Edelsteinstraße erfolgte.


Dass in Idar-Oberstein und Umgebung schon im Mittelalter mit Achaten und anderen Mineralien gearbeitet wurde, belegen viele historische Überlieferungen.
Der Abbau von Achaten wurde erstmals 1375 erwähnt; die erste Beschreibung der Edelsteinminen Steinkaulenberg werden auf das Jahr 1454 datiert. Mit der Gewinnung der Edelsteine einhergehend wurden seit der ersten Achatschleiferei von 1548 zahlreiche Schleifereien gegründet. Allesamt wurden mit Wasserkraft betrieben. Waren es im 17. Jahrhundert noch 15 Schleifereien, wurden 1867 insgesamt 153 Achatschleifereien gezählt.


Bild 1: Route und Stationen der Deutschen Edelsteinstraße (Quelle: Verbandsgemeinde Herrstein, größere Darstellung der Karte hier)


Die Deutsche Edelsteinstraße

Die Gründung der Deutschen Edelsteinstraße fand im 20. Jahrhundert statt. Städte und Gemeinden im Bereich um Idar-Oberstein schlossen sich zusammen, um die gemeinsame Vergangenheit und Gegenwart zum Thema Achat und weiteren Mineralien zu einem Markenzeichen der Region auszubauen. Mit der Deutschen Edelsteinstraße werden nicht nur Touristen angesprochen, die in Rheinland-Pfalz urlauben, sondern auch an Mineralien, Edelsteinen und Gesteinen Interessierte.


Öffentlich vertreten wird die Deutsche Edelsteinstraße durch den gemeinnützigen „Förderverein Deutsche Edelsteinstraße e.V.“** mit Sitz in Herrstein.
Zusätzlich verfügt die Deutsche Edelsteinstraße durch eine besondere Repräsentantin – die Deutsche Edelsteinkönigin. Seit 1976 wird im zweijährigen Turnus eine Königin gekürt. Zum Schmuck der Deutschen Edelsteinkönigin gehört seit den Anfängen eine Krone und ein Collier mit Bergkristall. 1988 wurde die ursprüngliche Krone durch eine andere abgelöst. Die neue, aus Gelbgold gefertigte Krone trägt zahlreiche Edelsteine, wovon der mittig angebrachte Aquamarin im Trapezschliff der größte ist. An diesen reihen sich beidseitig treppenartig, kleiner werdende Citrine und Amethyste an. Unterhalb des großen Aquamarins schließt sich ein Ensemble aus Brillanten und Blautopasen an, die sich auf die Stirn der Deutschen Edelsteinkönigin legen.

Stationen der Deutschen Edelsteinstraße

Die Deutsche Edelsteinstraße verläuft in zwei Routen.
Der Verlauf der kleinen Route verbindet die Punkte Mörschied, Asbacher Hütte, Kempfeld, Katzenloch, Idar-Oberstein/Tiefenstein, Idar-
Oberstein, Vollmersbach, Veitsrodt und Herborn miteinander.
Die große Route wird beschrieben durch Herrstein, Niederwörresbach, Fischbach, Idar-Oberstein/Weierbach, Idar-Oberstein/Nahbollenbach, Idar-Oberstein, Idar-Oberstein/Algenrodt, Rötsweiler-Nockenthal, Mackenrodt, Hettenrodt, Kirschweiler, Katzenloch, Allenbach, Wirschweiler, Sensweiler, Langweiler, Bruchweiler, Schauern und Asbacher Hütte.


Gemeinsames Thema aller Stationen der Deutschen Edelsteinstraße sind Mineralien und Gesteine, deren Entstehung, Abbau, Verarbeitung und Vertrieb. Neben zahlreichen Geopfaden, die sich mit auch mit Flora und Fauna sachlich auseinandersetzen, gibt es viele Schaubergwerke, Museen oder Schleifereien, die besichtigt werden können.

Bergwerke, Schauwerke und Minen

Die historische Ketten- und Bijouteriewarenfabrik** in Idar-Oberstein zeigt noch heute, wie Schmuck hergestellt wird. Das 1873 von Jakob Bengel als Uhrenkettenfabrik gegründete Unternehmen widmet sich zunächst der Herstellung selbiger, bald kam die Fertigung von Schmuck aus regionalen und internationalen Schmucksteinen hinzu. Neben den Arbeitsschritten diverser Schmuckstücke erhält der Besucher Informationen über die Entwicklung der Fabrik aus technischen sowie sozioökonomischen Gesichtspunkten.


Mit der Einstellung des Abbaus von Mineralien und der Erschließung für touristische Zwecke kann seit dem Ende des 20. Jahrhunderts die einst größte Achatmine Europas - die Edelsteinmine Steinkaulenberg** - besichtigt werden. Informiert wird rund um die Mine und hat man die Möglichkeit, auf einer Abraumhalde selber nach Achaten zu schürfen.


Auch wenn Achate prägend für die Region sind, wurde ebenso Kupfer abgebaut wie bspw. im Kupferbergwerk Fischbach**. Die Gewinnung des Edelmetalls erfolgte bis 1792. Zeugnis dessen sind zahlreiche Hohlräume im Stollen, die nun begehbar sind. Weiterhin werden die Methoden der Kupfergewinnung als auch folgende Arbeitsschritte der Verhüttung demonstriert.


Wie bereits erwähnt, kristallisierten sich seit dem 16. Jahrhundert viele Edelsteinschleifereien aus. Die Wasserschleiferei Biehl in Asbacherhütte** und Historische Weiherschleife in Idar-Oberstein** bietet Einblicke in die mit Wasserkraft betriebenen Steinschleifereien.

Museen

Die Geschichte vom Edelsteinmuseum Idar-Oberstein** ist eng verknüpft mit den Anfängen des kommerziellen Werdegangs der lokalen Edelsteine. Gegründet wurde das Deutsche Edelsteinmuseum 1859 als Verkaufsausstellung in einer Gewerbe- und Industriehalle. Nach einem Umzug 1897 wurde die Ausstellung umstrukturiert – Produkte, die vor Ort gefertigt wurden und heimische Mineralienfunde wurden fortan nicht mehr verkauft, nur noch gezeigt. Den offiziellen Namen Deutsches Edelsteinmuseum trägt das Museum seit der Eröffnung selbigen am 17. November 1973.


Ebenfalls in Idar-Oberstein gelegen ist das Museum Idar-Oberstein**, vertreten durch den 1932 gegründeten Verein „Heimatfreunde Oberstein e.V.“**. In den Ausstellungen des Museums werden Mineralien und Gegenstände des Kunsthandwerks gezeigt. Weitere Schwerpunkte sind die Geschichte der Stadt und der Schmuckherstellung in Idar-Oberstein, Aberglaube und Fossilien.

Sonstiges

Kristallbesetzten Grotten und Höhlen nachempfunden sind die Ausstellungsräume der Edelstein-Erlebniswelt in Idar-Oberstein**.


Unter freiem Himmel präsentiert sich der Edelsteingarten Kempfeld**. Gezeigt werden ca. 100 naturbelassene Edelsteine, die auf Pfosten einschließlich entsprechender Erklärungen angebracht sind. Zusätzliches Thema sind die in der Offenbarung 21, Verse 19-21 erwähnten Edelsteine, die als Zierde der Stadtmauer von Jerusalem genannt werden. Unter dem Titel „Das Neue Jerusalem“ werden Jaspis, Saphir, Chalcedon, Smaragd, Sardonyx, Sarder, Chrysolith, Beryll, Topas, Chrysopras, Hyazinth und Amethyst gezeigt.


An einigen Stationen der Deutschen Edelsteinstraße kann der Besucher zudem selbst aktiv werden und nach Mineralien sowie Fossilien suchen wie im Steinbruch Juchem in Niederwörresbach** oder in der Edelsteinmine Steinkaulenberg**.


Siehe auch:
- Feuersteinlinie
- Steinerne Zeugen - Loreleyfelsen
- In, auf und aus Gestein gebaut - Moais der Osterinsel



Quellen:
www.deutsche-edelsteinstrasse.de
www.steinkaulenberg.de
www.museum-idar-oberstein.de
www.jakob-bengel.de
www.alte-edelsteinschleiferei.de
www.edelsteinminen-idar-oberstein.de - Steinkaulenberg und Weiherschleife
www.besucherbergwerk-fischbach.de
www.gottlieb-direkt.de - Edelstein-Erlebniswelten
www.edelsteingarten.kempfeld.de
www.edelsteinmuseum.de
www.edelsteinmuseum.de - Sonderausstellung Ostern 2016: Eggs-travagant - Eier aus Edelsteinen

** = Unbezahlte Werbung aufgrund Nennung des Unternehmens

Letzte Aktualisierung: 8. Februar 2019

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