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Rubine aus Mosambik



Die meisten Rubine auf dem Edelsteinmarkt stammen bislang aus Indien, Pakistan, Afghanistan, Thailand, Kambodscha und Burma/Myanmar. Ein Konkurrent, der auf dem Vormarsch ist und mit der Qualität der Rubine überzeugt, ist Mosambik.

Rubin

Rubine sind der Inbegriff roter Edelsteine. Bereits der aus dem Lateinischen stammende Name verweist auf die rote Farbe des Minerals. Das Rot von Rubinen ist sehr abwechslungsreich und kann reinrot, brau-, orange- oder blaustichig, violettrot sein, wobei unter dem Begriff Rubinrot ein Rot mit einem Hauch von Blau verstanden wird.
Chemisch betrachtet handelt es sich bei Rubinen um Oxidmineralien (Al2O3), die außerdem der Korundgruppe zugeordnet werden. Neben Rubinen werden Korunde durch farblose Leukosaphire sowie farbige und blaue Saphire repräsentiert.
Dass Rubine als Edelsteine bezeichnet werden, wird mit der Härte des Minerals begründet. Auf der in der Mineralogie gängigen Skala der Mohshärte rangieren Rubine auf Platz 9 von 10; d.h.: nur Diamanten sind noch härter als Rubine. Ob ein Mineral das Prädikat Edelstein erhält, wird über die Härte des Minerals bestimmt, insofern Mineralien ab einer Mohshärte von 7 als Edelstein gelten.


Rubine aus Montepuez in Mosambik

Ein Name, der immer wieder mit den Rubinvorkommen in Mosambik fällt, ist Montepuez.
Montepuez ist eine kleine Stadt in der Region Cabo Delgado, die sich im Nordosten von Mosambik befindet.
Das Rubinvorkommen von Montepuez ist seit einigen Jahren in den Medien präsent, da die dortigen Vorkommen vielversprechend sind und erst seit 2009 eingehend erforscht wurden. Die Besonderheit der Rubine von Montepuez ist die Qualität der Farbe sowie die Reinheit der Kristalle. Die Vielzahl der in Montepuez gefundenen Rubine ist von intensiv roter Farbe in der Farbgebung Taubenblutrot. Im englischsprachigen Raum sind Taubenblutrubine unter der Bezeichnung Pigeon Blood Ruby (zu deutsch: Schweineblutrubin) bekannt.
Taubenblutrubine sind besonders exquisite Rubine, deren Preis im Vergleich zu anderen Rottönen von Rubinen hoch angesiedelt ist. Nicht selten wird natürlichen Rubinen, deren Farbe nicht dem begehrten Rotton einspricht, mittels Brennen zur Steigerung der Farbintensität nachgeholfen. Dazu werden vor allem braunstichige Rubine vorsichtig auf eine Temperatur zwischen 1.300 bis 1.800 °C erhitzt. Infolge von Oxidationsvorgängen schlägt die Ursprungsfarbe in das gewünschte Taubenblutrot um. Ein Nachteil dieses Verfahrens ist, dass die Kristalle spröde werden und Brennrisse bekommen. Damit die gebrannten Rubine dennoch verkauft werden können, werden die Risse mit farbigem Glas aufgefüllt. Teilweise liegt der Anteil an Glas in gebrannten, aufgefüllten Rubin bei bis zu 70 %.
Mosambikanische Rubine sind von Natur aus überwiegend taubenblutrot. Ein Faktor, der sich im Wert der Rubine niederschlägt.
Ein weiteres Merkmal der Rubine aus Montepuez ist die Reinheit. Einschlüsse von Gasen, Flüssigkeiten oder anderen Mineralien wie Rutil, die bei Rubinen keine Seltenheit sind, sind hier im Vergleich zu anderen Rubinförderländern wesentlich weniger anzufinden. Bei Rubinen mit derartigen „Fehlern“ kommt ebenfalls das Brennen zum Einsatz, das nicht nur die Farbe korrigiert, sondern auch die Reinheit verbessert.
Nicht zuletzt ist die Größe der Rubinkristalle von Montepuez erwähnenswert. Der Großteil der dortigen Rubinkristalle bewegt sich im Bereich von etwa 3 Karat (1 Karat entspricht 0,2 Gramm), oftmals werden Kristalle in der Größenordnung zwischen 20 und 100 Karat zutage gefördert.


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Entstehung der Rubine von Montepuez

Der Abbau der Rubine von Montepuez in großem Maßstab findet noch nicht lange statt. Erst 2009 wurde begonnen, mit umfangreichen Untersuchungen mit Bohrungen, Probenentnahmen und Sichtungen des rubinhaltigen Muttergesteins das Potential einzuschätzen. Dabei stellte sich heraus, dass Vorort Rubine zweierlei Art vorkommen. Zum einen wurden „primäre“ Rubine gefunden, die im Muttergestein Amphibolit enthalten sind, und zum anderen wurden Rubine sekundären Ursprungs entdeckt. Bei letzteren handelt es sich um Rubine, die infolge der Verwitterung aus dem Muttergestein herausgelöst wurden und nur noch eingesammelt werden müssen.
Die Ausbeute beider „Rubinquellen“ ist nicht gleich. Mit bis zu 162 Karat Rubinen pro Tonne Muttergestein ist der Ertrag der primären Rubine deutlich höher als bei den bereits losen Rubinen mit 31 Karat Rubinen pro Tonne Fördermaterial. Die Ausbeute ist demnach hoch genau, sodass wenige Jahre nach der Prospektion die Inbetriebnahme der Rubin-Tagebaue in Montepuez erfolgte.
Aufgrund der reichhaltigen Vorkommen wird Montepuez eine gewinnbringende Zukunft vorausgesagt; vor allem in Hinblick auf die absehbar knapper werdenden Ressourcen des Hauptrubinproduzenten Burma.
Dass die Region um Montepuez derart reichhaltige Rubinvorkommen aufweist, hängt mit der geologischen Vergangenheit zusammen. Montepuez liegt auf dem sogenannten Mosambik-Gürtel: eine Gebirgseinheit, Orogen, die von Äthiopien über Kenia, Somalia und Tansania bis nach Malawi und Mosambik verläuft. Die Entstehung des Mosambik-Gürtels setzte vor 900 Millionen Jahren ein und lieferte alle Bedingungen, die zur Entstehung von Rubinen notwendig waren. Rubine sind Mineralien metamorphen Ursprungs (siehe: Die Entstehung von Mineralien), die unter dem Einfluss von hohen Temperatur- und Druckverhältnissen gebildet werden. Bedingungen, die im Zuge zahlreicher tektonischer Vorgängen vor Jahrmillionen im heutigen Mosambik existent waren. Begleitet werden die Rubinvorkommen von weiteren Mineralien wie Saphir (auch als Fancy Pink Saphir), Bergkristall, Dioptas, Dolomit, Rutil, Feldspat, Titanit, Granat sowie Amphibolen, die für den Edelsteinhandel ebenso von Interesse sind wie für industrielle Zwecke (Industriemineralien).


Der Preis von Rubinen aus Montepuez/Mosambik

Der Wert von Rubinen wird wie bei allen Farbedelsteinen über vier Merkmale ermittelt:

  • Farbe: Intensität der Farbe, Farbverteilung im Stein, Ursprung der Farbe
  • Reinheit: Anzahl und Art der Einschlüsse/Unreinheiten, nachträgliche Korrektur
  • Schliff: Qualität der Facetten, Art des Schliffs
  • Gewicht

Noch in Mosambik werden die Rohrubine gesichtet und sortiert, bevor diese an Händler veräußert werden. Infolge der Evaluation werden die mosambikanischen Rubine in vier Kategorien eingeteilt. Premium-Rubine sind von allerhöchster Güte bezogen auf die Farbe und Reinheit der Rohsteine. Facettenrubine gewinnen durch den facettenreiche Schliffe an Qualität, während Rubine mit durchscheinender bis undurchsichtiger Transparenz zu Cabochons geschliffen werden. Als Basis-Korund werden Rubine definiert, die für Schmuck nicht verwendbar sind und industriellen Zwecken zukommen, bspw. Als Schleif- oder Poliermittel.
Die begehrteste Farbe von Rubinen ist Taubenblutrot. Steine in dieser Farbe kosten je nach Herkunft bis zu 7.000 € pro Karat, wobei zwischen gebrannten und naturbelassenen Taubenblutrubinen unterschieden wird. Auch blau- bis violettstichige Rubine sind gefragt. Die Reinheit ist ebenfalls von Bedeutung. Ein lupenreiner Rubin reflektiert das eintreffende Licht wortwörtlich facettenreicher als ein Rubin mit Einschlüssen, die den Weg des Lichts „irritieren“. Je höher die Reinheit, desto höher der Preis.
Auch in Hinsicht auf den Schliff bestehen enorme Preisunterschiede. Trübe Rubine, die zu simplen, facettenlosen Cabochons verarbeitet werden, kosten nur einen Bruchteil von Rubinen, die in Facettenschliffen gehalten sind. Die Herausarbeitung der Facetten erfolgt sowohl manuell wie auch laserbetrieben. Sauber und präzise gearbeitete Facetten, die einander nicht überlagern, fehlen oder abgeschnitten sind, unterstützen das Spiel im Licht und betonen die verschiedenen Nuancen des Rubinrots.
Nicht minder entscheidend ist das Gewicht der Steine – im Zusammenspiel mit den anderen Einflussgrößen, die gegeneinander abgewogen werden. Nicht zwingend ist der Preis eines schweren Rubins höher als der eines leichten. So kann beispielsweise ein lupenreiner 1-Karäter im Rundschliff von natürlich taubenblutroter Farbe mehrere 1000 Euro mehr kosten als ein 20 Karat schwerer Rubin im Rundschliff, bei dem Einschlüsse jedweder Art mit dem bloßen Auge zu erkennen sind und dessen Farbe das Ergebnis einer Farbkorrektur ist.
Im internationalen Vergleich liegen die Preise von Rubinen aus Mosambik derzeit im Mittelfeld. Für unbehandelte Rubine aus Mosambik werden abhängig von Reinheit, Farbe und Schliff Preise zwischen 300 und 5000 € pro Karat angegeben.
Ungebrannte Rubine dergleichen Qualität, die aus Tansania stammen, können bis zu 13.000 € pro Karat kosten. Der größte Konkurrent auf dem Rubinmarkt ist Myanmar/Burma. Die im Handel angebotenen Steine sind nahezu alle gebrannt, was nicht nur mit der Veränderung der Farbe einhergeht, sondern auch mit einer Verbesserung der Reinheit. Der Preis für lupenreine Rubine in Taubenblutrot aus Burma beträgt 1000 bis 7000 €.


Siehe auch:
Rubine, die keine sind
Die teuersten Edelsteine der Welt
Pailin-Saphir


Quellen:
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
http://gemresearch.ch - Distinguishing traits of Mozambique ruby
http://gemresearch.ch - A review of beauty and rarity of Mozambique ruby
https://gemfields.com - Montepuez Ruby Mine
www.gia.edu - Mozambique: A Ruby Discovery For The 21st Century
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Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2018

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