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Gletscherschrammen



Unter dem Begriff Gletscherschrammen werden eingekritzte Furchen auf der Oberfläche von Gesteinen oder Felsen verstanden.

Schrammen der Vergangenheit

Gletscherschrammen sind ein Zeugnis eiszeitlicher Gletscherbewegungen: sowohl an der Unterseite (Gletschersohle) als auch an den seitlichen Begrenzungen von Gletschern werden Gesteine unterschiedlicher Größe und Gesteinsfragmente transportiert. Diese Geschiebe können neben Gletscherschrammen auch glatt polierte Oberflächen (sog. Gletscherschliff) hinterlassen.


Bild 1: Gletscherschrammen auf den Färöer


Gletscherschrammen sind damit Ausdruck der Glazialerosion, d.h., unter dem Einfluss von Eis und Gletschern bedingte Abtragungsprozesse; hier in der speziellen Form der Detersion – mechanische Erosion durch die schleifende Tätigkeit von Gletschern und mitgeführten Geschieben.


Bild 2: Gletscherschrammen auf Island (Foto: www.steine-und-minerale.de)


Die Schleifarbeit auf Gesteinen, die von Gletschern überfahren werden, sind das Ergebnis vom Zusammenspiel von im und an Gletschern mitgeführten Gesteinen und der Auflast des Eises, das nicht nur großvolumig war, sondern auch ein Gewicht von mehreren Tonnen betragen konnte. Auf diese Weise können sogar harte magmatische Gesteine wie Granit, aber auch metamorphe, z.B. Schiefer, oder Sedimentgesteine wie Sandstein Gletscherschrammen aufzeigen und auch Sand bzw. Gletschermehl den Untergrund bearbeiten.


Das wesentliche Kennzeichen von Gletscherschrammen sind parallel verlaufende Vertiefungen, die teilweise auch richtungslos oder sich überlagernd ausgebildet sein können, die wiederum mit mehreren Eisvorsprüngen und mehrfachen Kritzungen oder Richtungsänderungen von Gletschern zu erklären sind.

Gletscherschrammen sind insbesondere von wissenschaftlichem Interesse, da die Furchen auf Gesteinen Hinweise auf den weitesten Vorsprung von Inlandeismassen und die Richtung des Gletschervorsprungs geben. Gestützt auf Gletscherschrammen des Muschelkalks von Rüdersdorf nahe Berlin formulierte 1875 der schwedische Geologe Otto Martin Torell (1829 bis 1900) seine Theorie der Inlandvereisung.


Siehe auch:
- Steckbrief Mineral Eis
- Findlinge
- Feuersteinlinie
- Kreislauf der Gesteine


Quellen:
- Murawski, H. (2010): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
- www.museumspark.de – Museumspark Rüdersdorf

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 3. Januar 2018




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